Trotz Kritikerlob bleiben sie in den Regalen stehen und werden nur von kultgleichen Fangemeinden am Leben gehalten. Eigentlich verdienen sie einen Platz auf dem Podest der Verkaufscharts, aber unzureichendes Marketing, schräge Szenarien oder schlechte Namensgebung verweigern ihnen den Zugang zum Massenmarkt. Klar, es geht um genau die PC- und Videospiele, von denen zwar heute noch in hohen Tönen geredet wird, die aber nur eine kurze Existenz in den Händlerläden fristen durften.

Die zehn besten dieser missachteten Spieleperlen haben wir für euch zusammengetragen, aber auch hier fiel uns die Wahl schwer, denn leider gibt es viel zu viele solch trauriger Beispiele. Welche unbekannteren oder kommerziell unerfolgreichen Spiele vermisst ihr in unserer Liste, welche Diamanten haben wir dreist (und mit voller Absicht!) rausgelassen?

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Platz 10: Brutales Wunderland

American McGee's Alice

Das Märchen Alice im Wunderland von Lewis Carroll erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit, auch wenn die aktuelleren Interpretationen etwas "abstrakter" ausfallen als das Original. Tim Burton ist mit seiner schrägen Version der fantastischen Reise des jungen Mädchens nicht der erste, der diesen Klassiker in einem neuen Licht erstrahlen lässt... oder sagen wir lieber: in einen neuen Schatten hüllt. American McGee kam dem erfolgreichen Hollywood-Regisseur zuvor und erlaubte den Spielern mit seiner Variante von "Alice" bereits eine neue Perspektive auf das nun schaurig schöne Märchen.

gamona Top 10: geniale Flops - Die 10 besten Spiele, die keiner haben wollte

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Mit Küchenmesser und finsteren Mächten bewaffnet: McGee's Alice.
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Bereits der Beginn von McGees makaberer Videospiel-Erzählung verdeutlicht, wie finster es im Wunderland zugehen kann. Nach ihrem zweiten Abenteuer wird Alice' Haus durch ein Feuer niedergebrannt, bei dem auch ihre Eltern umkommen. Das Mädchen fühlt sich schuldig und begeht einen Selbstmordversuch – ersichtlich an den Flicken, die sie immer noch um ihre Arme trägt. Sie landet schließlich in einem Heim, wo sie ihrem Wahnsinn erliegt und zehnJahre lang von Angestellten misshandelt wird, bis der weiße Hase sie um Hilfe für das bedrohte Wunderland bittet.

Nicht nur das Szenario und die schrillen Charaktere konnten überzeugen, auch spielerisch war American McGee's Alice solide, wenn auch nicht überragend oder innovativ. Dennoch schien das Spiel schon beinahe zu schräg und finster zu sein, denn Käufer konnten sich nur wenige finden. Lag es an der Märchenvorlage, dem Genre oder gar mangelndem Marketing? Publisher Electronic Arts fasste nach dieser Pleite den Schluss, nicht mehr auf originelle Spielkonzepte zu setzen und sich nur noch auf etablierte Serien zu verlassen. Glücklicherweise hat sich EA letztes Jahr eines Besseren belehren lassen und mit Mirror's Edge und Dead Space neue Marken etabliert.

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