Street Fighter ist eine Legende. Auch Jahre nach Erscheinen des grandiosen zweiten Teils ist es noch immer fest im Kollektivbewusstsein der spielenden Masse verankert. Kaum ein Spiel steht so bezeichnend für die Ära der Arcade Beat’em ups wie dieses Werk, welches Capcom erst so richtig groß machte. Zeit, dass der gamona Roflcopter abhebt und sich knatternd und spotzend auf die witzigsten und verrücktesten Kreationen und Kämpfe der Streetfighter-Fangemeinde stürzt.

Sedenionen und Abbrevationen

Mal ehrlich: Die Charaktere in Street Fighter sind bemerkenswert skurril. Wer mit Blitzattacken, Energiebällen und Gummiarmen kämpft, kann wahrlich nicht ganz von dieser Welt stammen. Dass dem aber sehr wohl so ist, zeigt eine wunderbare Miniserie des Humorportals Collegehumor.com. Dort wird das Leben der verrückten Charaktere auf genial-witzige Weise karikiert. In unserer Welt und vor allem unserer Zeit kämpfen die Recken nach wie vor.

gamona Roflcopter: Street Fighter - Folge 3: Humor-Hadouken! Das Irrwitzigste rund um die Prügelreihe

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Vom Alter gezeichnet: Zangief und Dhalsim schlagen sich mit Nebenjobs durch's Leben.
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Doch nicht mehr um Ruhm, Rache oder andere hehre Ideale im Ring. In der satirischen Miniserie „Street Fighter: The Later Years“ ist der neue Gegner weit grausamer: Die knallharte Realität des Älterwerdens. Der graue Alltag ist in das Leben der einstmals so großartigen Fighter eingekehrt. Zangief verdient sich seinen Lebensunterhalt als unterbezahlte Putzkraft in einer schmuddeligen Spielhalle und muss sich tagtäglich den demütigenden Kommentaren zockender Teenager aussetzen.

Diese können mit dem Kürzel SSF2THR (Super Street Fighter 2 Turbo HD Remix – ganz klar) so wenig anfangen, wie Blanka mit Sedenionen (sechzehndimensionale hyperkomplexe Zahlen. Ihre Multiplikation ist weder kommutativ, assoziativ oder alternativ. Auch besitzen sie keine Division; stattdessen haben sie Nullteiler. – Entdeckung der Redaktion nach wahlloser Wikipedia-Recherche). Dhalsim hingegen fristet sein bescheidenes Dasein als Taxifahrer. Seine Gummimenschenfertigkeiten scheint er schon lange verloren zu haben.

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M. Bison (im Rollstuhl) will ein neues Street Fighter-Turnier organisieren, um den Ruhm vergangener Tage neu aufleben zu lassen.
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Doch ein Ausweg aus der Misere eröffnet sich, als der frisch gefeuerte Zangief per Zufall in das bereitstehende Taxi des einstigen Kontrahenten steigt. Auf einen kurzen, politisch herrlich unkorrekten Streit, („You turn around, you dirty arab!“) folgt der Moment des Wiedererkennens („Zangief, you look…you actually look like shit.“). Gemeinsam beschließen die beiden auch ihre anderen ehemaligen Gegner wieder aus der Versenkung zu holen.

Der Beginn einer Odyssee

Was nach allerlei abstrusen Momenten und abgefahrenen Ideen klingt entpuppt sich im Laufe der insgesamt neun Episoden, als genau das: Herrlich frecher Humor, tolle Einfälle und eine gehörige Portion Nostalgie. Als Street Fighter-Fan zu beobachten, wie ein vergreister M. Bison im Rollstuhl durch die Gegend fährt, Chun Li eine heimliche Affäre mit Blanka eingeht und Ryu als Trainer im eigenen Hadouken-Workshop schuftet, dürfte für mehr als nur eine Freudenträne sorgen.

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Ein Bild für die Götter: Die Riege der alten Street Fighter.
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Statt sich auf dem Niveau einer Laientheatertruppe durch ein Nichts von Handlung zu kalauern, hat sich das Team von Collegehumor.com überraschenderweise wirklich ins Zeug gelegt: Mit echten Schauspielern gedreht, nimmt die Handlung gen Ende beinahe „Lost“-Verhältnisse an - komplett mit pseudodramatischen Wendungen und einem Betrug in den eigenen Reihen.

Aber jetzt habt ihr genug von uns zu diesem wendungsreichen Stück Filmgeschichte (Lexikon des internationalen Films – Ausgabe des Jahres 2030) gehört und solltet euch schleunigst diesen Spaß in den neun extrem gelungenen Folgen von „Street Fighter: The Later Years“ gönnen. Wer noch Hintergrundinfos braucht, um das Geschehen zu verstehen, sei auf unser Special zur Street Fighter Reihe verwiesen.

Hier geht es zu den gesammelten Folgen von „Street Fighter: The Later Years“ .

Jackie Chan in Frauenkleidern

Wer jetzt denkt, er entkäme so einfach unseren Humor-Empfehlungen, der sieht sich mit der Geschwindigkeit eines „Sonic Booms“ schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Tatsächlich ist „Street Fighter: The Later Years“ nämlich nicht der einzige filmische Verweis in der Popkultur – und nein, wir meinen jetzt nicht die grottenschlechte Kinokatastrophe „Street Fighter: The Movie“ aus dem Jahr 1994 mit Jean Claude van Damme.

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Grandios bekloppt: Jackie Chan als E. Honda...
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Ein Jahr zuvor griff Kult-Komiker Jackie Chan den „Street Fighter“-Hype auf und lieferte seine ganz eigene Interpretation des legendären Beat’em Ups ab: Mitten im Action-Kracher „City Hunter“ prügelt sich Jackie in einer Spielhalle und wird dabei von seinem Gegner in einen der umstehenden Videospiel-Automaten geworfen – was dann folgt, darf man ruhigen Gewissens als „coolste Street Fighter-Parodie ever“ bezeichnen.

Komplett mit Charakterauswahl, den originalgetreuen Spezialattacken von Guile, Dhalsim und E. Honda bekämpfen Jackie und seine Freunde den Bösewicht des Films, der ausgerechnet in der Haut von Ken auftritt. Kann überhaupt jemand den notorischen Hadouken-Spammer und Tatsumaki Senpuu Kyakuu–Treter besiegen?

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...und als flinke Chun Li in Schulmädchenuniform.
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Das Unmögliche rückt in greifbare Nähe, als Jackie Chan höchstpersönlich in die Rolle und die Höschen der süßen Chun Li schlüpft, welcher man dann gar nicht mehr so gerne wie sonst unter den knappen Rock lugen möchte. Die filmische Glanzleistung mit dem ganz besonderen Charme der originalgetreu animierten Kampfszenen (komplett mit Gummibein und ruckartigen Animationen) solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Elektronischer Samurai oder Roboter?

So professionell auch einige der hier gezeigten Videos sein mögen. So vorlagengetreu sich die vorgestellten Werke hier präsentieren mögen. Letztlich geht doch nichts über die direkte Konfrontation mit dem Vorbild an sich. Die haptische Erfahrung eines selbst erspielten Sieges über den versammelten Freundeskreis ist durch kein noch so schön inszeniertes Filmchen zu ersetzen. Wie um Vorurteile zu bestätigen stammt einer der wohl weltbesten Street Fighter Zocker aus dem nach Spielen verrückten Japan.

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Auf der Evolution werden regelmäßig die größten Street Fighter-Turniere veranstaltet.
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Daigo Umehara ist der Name des unglaublichen Talents, welches im Jahre 2004 auf dem „Street Fighter 3: 3rd Strike“-Tournament der Evolution 2004 eine bis dato nicht wiederholte Leistung vollbrachte. Im Halbfinale steht er dem nicht minder talentierten Justin gegenüber, der für seinen ausgefuchsten Kampfstil mit Chun Li bekannt ist. Nach zwei Runden steht es zunächst unentschieden, der finale Kampf beginnt.

Nachdem Daigo sich in mehrere Fallen locken lässt und gleich zwei „Super Combos“ kassiert, steht es nicht gut um seinen Lebensbalken – gerade einmal ein millimetergroßer Strich ist seinem Charakter Ken geblieben. Justin sieht seine Chance gekommen und setzt zu einer weiteren Kombo an – selbst wenn Daigo diese blocken würde, wäre der Schaden immer noch signifikant genug, um das Match zu beenden.

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Erstmals in Street Fighter 3: Das Parry-System, bei dem man Schläge schadlos blocken kann.
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Nicht so für Umehara. Die erstmals in Street Fighter 3 eingeführte Parier – Technik, bei der man im exakten Moment des Angriffs die dem Gegner zugewendete Richtungstaste drücken muss, wird von dem Japaner so virtuos beherrscht, dass er es schafft die gesamte Kombo perfekt abzuwehren – ein beinahe unmögliches Unterfangen. Unter frenetischem Gejubel der Anwesenden kontert er im Anschluss seinerseits mit einer „Super Combo“ – und gewinnt mit einem der genialsten Moves der Spielehistorie.

Das gefeierte Video findet ihr hier entweder in voller Länge oder mit Eindrücken der jubelnden Menge.

Justin vs. Daigo - in voller Länge