Nur knapp 20 Watt im laufenden Betrieb? Dazu ein scharfes Display mit geringer Darstellungsverzögerung? Zum Preis von unter 300 Mücken ein gutes Angebot für einen spieltauglichen Monitor aus dem Hause Eizo. Ein paar Macken sind uns am Modell Foris 2434 trotzdem aufgefallen.

Immer das Gleiche! Da findet man einen Monitor, der den Ansprüchen reaktionsschneller Spieler entspricht und dann stimmt wieder irgendwas nicht. Im Fall des Foris 2434 von Eizo liegt der Stein des Anstoßes (mal wieder) in der Audio-Abteilung. Zwei winzige, blechern scheppernde Lautsprecher zieren die Unterseite des Geräts zur Wiedergabe des per HDMI eingespeisten Sounds, hätten aber genauso gut eingespart werden können. Na gut, scheppernd ist übertrieben. Für ihre Größe im Resonanzkörper und die Leistung von 0,5 Watt geht das Hörbare schon in Ordnung. Aber wer 299 Euro für einen Spiele-Monitor investiert, müsste schon taub oder ein Soundbanause sein, um sich damit zufriedenzugeben.

Alternativen? Abseits der Stereo-Lösung per Kopfhörer gibt es leider keine, sofern man nicht vorher schon den Datenstrom abzweigt. Soll heißen, man schleift das HDMI-Signal zuerst durch die Surround-Anlage und gibt es dann erst an den Monitor weiter und nimmt erhöhte Latenzen zwischen Quelle und Ausgabe in Kauf. Doof, wenn man einen Monitor gerade wegen seiner schnellen Ausgabe in den Warenkorb legt.

Gaming-Hardware - IPS-Monitor für anspruchsvolle Gamer

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Was kann der Gaming-Monitor wirklich?
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Dieses Problem ist kein spezifischer Lapsus im Hause Eizo, sondern eine allgemeine Lücke auf dem Markt. Allerdings erwarte ich von einer Produktserie, die sowohl Konsoleros als auch PC-Gamern entgegenkommen möchte, dass sie genau auf deren Anforderungen zugeschnitten wird. Genial wäre zum Beispiel ein optischer Audio-Ausgang, der das eingespeiste HDMI-Audiosignal an die Anlage weitergibt. Oder wenn es sein muss sogar ein HDMI-Ausgang, damit die Reihenfolge der Zwischenstationen beliebig angeordnet werden kann.

Abseits stärkt Eizo seinen Ruf als gute Wahl für anspruchsvolle Spieler. Starke Farben zieren den beinahe völlig randlosen Bildschirm, der eine Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln auswirft (Full HD). Von Schlieren ist nur sehr wenig zu sehen, allerdings ist der Kontrast mit dem Verhältnis von 5000 zu 1 (dynamisch) samt Helligkeit von 250cd/m² auch nicht übermäßig hoch. Dafür wirken die Farben dank IPS-Technik warm und das Bild stabil, obwohl nur in 60Hz geflimmert wird.

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Schmal im Profil und angenehm dünne Ränder erleichtern das Positionieren mehrerer Exemplare nebeneinander.
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Mit für IPS flotten 5ms Reaktionszeit gehört der Feris 2434 zwar nicht zu den Überfliegern im Gesamtspektrum, aber spieletauglich ist er durchaus. Dank der großzügigen Spanne bei extremen Blickwinkeln insbesondere für die Verwendung im Monitor-Verband. Extrem dünne Ränder umfassen die 23,8 Zoll-Diagonale, sodass selbst drei Monitore nebeneinander beinahe randlos wirken.

Umgekehrt geht es ebenfalls: Zwei HDMI-Ports sowie ein DVI Anschluss mit getrennten Kanälen ermöglichen den Anschluss dreier Spielekisten an einen Monitor. Zwei USB 3.0-Ports mit Weiterleitung an den Rechner. Jeweils eine 3,5mm Klinkenbuchse und Ausgang formen den analogen Datenbus für den Sound.

Praktisch, zumal Sofa-Surfer zum Umschalten nicht einmal aufstehen müssen, Das erledigt die mitgelieferte Fernbedienung, die angesichts der Monitorgröße nicht besonders oft zum Einsatz kommen dürfte. 24 Zoll sind leider zu klein fürs Sofa. Soweit der übliche Teil des Betriebs.

Mit eingebautem Cheat-Modus?

Beim Thema Fernbedienung fällt jedoch der nächste Kritikpunkt ins Auge. Sie dient nicht nur als Anweiser für die Kanäle, sondern auch als einzige Möglichkeit der Konfiguration. Egal ob Farbeinstellung oder Wahl der Sprache, ohne Fernbedienung geht da nichts. Im Alltag mag man selten auf ebenjene Menüs zugreifen, aber wenn, dann wird eine verlegte Fernbedienung zum großen Ärgernis.

Oder wie steht es denn in ein paar Jahren, wenn der Support längst entschwunden ist? Da holt man dann seinen alten Monitor aus dem Keller und kann ohne die verbummelte Fernbedienung nur Basisfunktionen verstellen. Bei aller Liebe, egal was das Ding kann, es sollte am Gerät justierbar sein, meinetwegen mit sonstwas für einer kryptischen Bedienung. Aber nur über „die Macht“? Das geht gar nicht.

Am grundsätzlichen Wert dieses Bildschirms gibt es nichts zu rütteln. Für unter 300 Lappen kommt man angesichts des hochwertigen Panels und der tollen, gleichmäßigen Ausleuchtung kaum etwas Besseres. Der Rahmen samt Sockel wirkt allerdings nicht mehr so hochwertig wie beim letzten EIZO-Modell, das uns vorlag.

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"Wo hab ich das Mistding nur wieder hingelegt?" Ohne Fernbedienung keine tiefergehenden Einstellungen.
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Im Ausgleich dafür kann der Feris 2435 ein paar nette Software-Kunststücke. Dank der extern einzuspeisenden (und zu aktualisierenden) Nachbearbeitungs-Software „G-Ignition“ kann der Monitor zum Beispiel Gekrisel weichrechnen oder dunkel gefärbte Monitorflächen aufhellen.

Angeblich soll „Smart Insight“ zur besseren Erkennung von Gegnern bei First Person Shootern beitragen, etwa wenn sie sich in schattigen Plätzchen einkauern. Unterm Strich ist eine Erhellung bei Aktivierung zu erkennen, und darunter leidet nicht mal der Rest des Screens. Da alle Kontraste allerdings auf gleichem Level verweilen, bleibt die verdunkelte Fläche gleich schwammig.

Und überhaupt, was soll das Ganze denn? Warum sollte man sich der Spannung im... ach ich lass es lieber, Irgendwen gibt es bestimmt, der sich darüber freut, wenn er Stilmittel eines Spiels aushebeln kann. So manch anderer würde das sicherlich als Mogelei bewerten. Zumindest wenn der versprochene Effekt so ausgeprägt wäre, wie ihn Eizo beschreibt. Könnte noch etwas zum Experimentieren werden, immerhin gibt es fünf Stufen der Aufhellung und unzählige Grafikstile mit unterschiedlichen Resultaten.

Ob PC-Gamer hier wirklich an der richtigen Adresse sind, bleibt als Frage im Raum. Derzeit geht der Trend eindeutig Richtung 4K-Auflösung. Solche Monitore werden immer günstiger. Konsoleros, die ihr Lagfest von einem Fernseher loswerden wollen, rücken am ehesten in die Zielgruppe.

Fazit

Es gibt sicherlich bessere und modernere Monitore als Eizos Feris 2434, aber in seiner Qualitätsklasse gehört dieses Modell zu den preiswertesten. Nur zukunftsorientiert, das ist er mit seiner Full HD-Auflösung nicht mehr. Um PC-Gamer zu erreichen, sollte Eizo lieber mehr im 4K-Markt tun.

Konsoleros beschenken sich mit diesem Monitor hingegen selbst. Dank mehrerer Anschlüsse und einem glasklaren, schlierenfreien und reaktionsschnellen Panel ein idealer Kandidat für Multi-Konsoleros, die mit der Reaktionszeit ihres HDTVs unzufrieden sind. Lediglich der Murks mit der Fernbedienung und der schwache Sound fallen negativ ins Gewicht.

Wertung: Gut