Die Russen können mehr als bloß »Tetris«: Nicht erst seit »S.T.A.L.K.E.R.« und den »Blitzkrieg«-Spielen sind die Entwickler von jenseits des einst eisernen Vorhangs für so manchen Überraschungshit gut.

Um die noch ungeschliffenen Diamanten von morgen einer ersten Begutachtung zu unterziehen, lud uns der Publisher 1C Company ins schöne Prag ein. Wir haben fein säuberlich die Spreu vom potenziellen Weizen getrennt und präsentieren euch eine Auswahl der kommenden Hits - Made in Russia…

Necrovision

Nach »S.T.A.L.K.E.R.« hat man in Russland offenbar Blut am Shooter-Genre geleckt. Gleich vier neue Genrevertreter schickt Publisher 1C innerhalb des nächsten Jahres ins Rennen. Wobei »Blut« bereits das passende Stichwort liefert: Zimperlich geht es nämlich in keinem der gezeigten Titel zu.

Games - Made in Russia - Nach S.T.A.L.K.E.R. bahnen sich die nächsten Hits aus Russland an: ein Überblick.

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Necrovision führt euch von den Schützengräben des Ersten Weltkriegs in die Hölle.
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So schickt euch »Necrovision« in Gestalt eines jungen US-Soldaten auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Doch zwischen Schützengräben und Gasmasken tun sich alsbald noch finsterere Abgründe auf: Tief unter der Erde verschwören sich Vampire und höllische Kreaturen, die in den Wirren des Krieges ihre Chance zur Weltherrschaft wittern. Um sie zu bekämpfen, muss der Spieler schließlich gar selbst zu einem Dämon werden. Neben dem üblichen Waffenarsenal stehen ihm dann auch magische Artefakte und Zaubersprüche zur Verfügung.

Als primäre Inspirationsquelle für Story und Setting von »Necrovision« nennen die Entwickler übrigens die Horror-Novellen von Schreckensmeister H.P. Lovecraft. Hoffen wir, dass dies nicht nur leere Worte sind - denn bisher liest sich das Ganze doch eher trashig. Technisch macht der Titel jedoch nach dem Anspielen des ersten Levels einen viel versprechenden Eindruck.

You are empty

Unverhohlen als »Trash« gibt sich hingegen der Shooter mit dem ungewöhnlichen Namen »You are empty« zu erkennen: In den späten 50er Jahren öffnen russische Wissenschaftler beim Versuch, einen Übermenschen zu züchten, die Büchse der Pandora - und wir als Spieler dürfen ihr den Deckel wieder aufsetzen.

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Zombie-Soldaten und viel Blut: Wenn das mal nicht die USK erfährt...
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Selbiges geht hier leider nicht so einfach wie beim Konfektions-Einmachglas: Stattdessen kämpfen wir uns durch eine komplette verseuchte Stadt voller Zombie-Bauern, Zombie-Soldaten und… äh, Zombie-Krankenschwestern mit dicken Brüsten. Warum die Entwickler bei so viel Zombie und so wenig Hirn ihr Spiel mit einer »fortschrittlichen KI« anpreisen, bleibt uns indes schleierhaft. Hier ist abwarten angesagt - oder auch nicht. Denn ob »You are empty« in Deutschland auf den Markt kommt, wollen wir nach den gezeigten Spielszenen bezweifeln.

Cryostasis

Nicht nur aufgrund der Namensähnlichkeit zum kommenden Crytek-Knaller galt »Cryostasis« unter der versammelten Journalisten-Schar als der Geheimtipp unter den gezeigten Neuankündigungen. Als Meteorologe Alexander Nesterow erforscht ihr den sagenumwobenen "Nordwind", einen vor vielen Jahren verschollenen und tiefgefrorenen Atom-Eisbrecher.

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Eiskaltes Highlight: der Tiefkühl-Shooter Cryostasis.
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Am Ehesten reiht sich das Spiel in die Liga innovativer First-Person-Titel wie »Half-Life 2« oder zuletzt »Penumbra« ein, die mit originellen Gameplay-Ideen das eintönige Shooter-Einerlei aufwerteten. Statt gegen üble Zeitgenossen und Höllenviecher kämpft ihr in »Cryostasis« nämlich vorherrschend gegen die eisige Kälte. Um dem ständig drohenden Kältetod ein Schnippchen zu schlagen, gilt es stets, Wärmequellen wie Lampen oder Heizkörper in Reichweite zu wissen.

Auch die so genannte "Mental Echo"-Fähigkeit erweist sich als wahrer Quell neuartiger Gameplay-Features: Hiermit könnt ihr euch in die Erinnerung anderer Charaktere »hacken« und in deren vergangene Erlebnisse eintauchen. Auf diese Weise lässt sich nicht nur die Vergangenheit umgestalten, sondern auch die Gegenwart beeinflussen.

Death to Spies

In den leisen Sohlen von Sam Fishers Fußstapfen wandelt ihr in »Death to Spies«. Als Agent einer russischen Spezialeinheit schleicht ihr durch den Zweiten Weltkrieg und hinter feindliche Linien, stibitzt wichtige Dokumente und eliminiert gegnerische Offiziere. Nebenbei übt ihr euch in Kidnapping und Sabotage - was damals halt so in Mode war…

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Der Mann mit dem Hut ist wieder da - und hat die Peitsche vergessen.
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Der mitschwingende Zynismus in der Beschreibung soll allerdings nicht Ausdruck mangelnder Pietät sein, sondern unterschwellig Bedenken anmelden, ob es »Death to Spies« auf den deutschen Markt schaffen wird. Angesichts der hohen Qualitäts-Messlatte im Genre und dem eher aussichtslos scheinenden Unterfangen der russischen Entwickler, diese zu erklimmen, darf immerhin gehofft werden, dass dies keinen unverschmerzlichen Verlust darstellen wird.

King's Bounty: The Legend

Freunde gepflegter Rundenstrategie-Partien dürfen freudig jauchzen: Gleich drei neue Vertreter des chronisch unterversorgten Genres brauen sich im Osten zusammen. Allen voran »King's Bounty: The Legend«: Vorwürfen, hier aufs Dreisteste beim Klassen-Primus »Heroes of Might and Magic« abgeguckt zu haben, begegnen Kundige der Spiele-Historie jedoch allenfalls mit einem müden Lächeln. Gab doch das originale »King's Bounty« vor langer Zeit die Blaupause für den heutigen Marktführer aus dem Hause Ubisoft.

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HoMM-Fans werden bei King's Bounty ins Schwärmen geraten...
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Fans der mächtig magiebegabten Helden werden sich daher sofort in der epischen Fantasy-Welt und ihre zahlreichen Kreaturen, Artefakten und Zaubersprüchen zurecht finden. Wichtigste Neuerung im Vergleich mit dem Konkurrenten: Während Kämpfe wie eh und je auf einem Hex-Schlachtfeld in einzelnen Runden ausgetragen werden, bereisen die Armeen nun in Echtzeit die Abenteuerkarte. Ob dies eine gute Gameplay-Entscheidung war, muss sich noch zeigen.

Ansonsten scheint »King's Bounty« dem aktuellen Teil der »Heroes«-Serie zumindest ebenbürtig zu werden. An dem süchtig machenden Spielprinzip ist ohnehin kaum etwas falsch zu machen, und auch uns hat es auf Anhieb wieder dermaßen gefesselt, dass wir fast vergessen hätten, auch die anderen Spiele noch anzutesten. Aber nicht doch… da kommt noch mehr.

Fantasy Wars

Epische Schlachten in einer fantastischen Welt verspricht auch »Fantasy Wars«. Wer sich noch an das selige »Fantasy General«, seines Zeichens ein Ableger der legendären »Panzer Gemeral«-Serie, erinnert, wird bei diesem Titel leuchtende Augen bekommen.

Als strategischer Anführer von Menschen, Orks, Zwergen oder Elben führt ihr eure Armeen auf schicken 3D-Hex-Feldern in die Schlacht und durch drei zusammenhängende Story-Kampagnen. 70 verschiedene Einheitentypen und ein Mehrspieler-Modus per LAN, Internet und Hotseat sollen dieses Jahr noch für lange Nächte und rauchende Köpfe sorgen. Ein echter Geheimtipp für all jene, die angesichts der dominierenden Echtzeitstrategie-Fraktion den Zeiten von »Battle Isle« und Co. nachtrauern.

XIII Century: Death or Glory

Zumindest was das Gameplay angeht, gibt sich »XIII Century: Death or Glory« zeitgemäßer als die zuvor geschilderten Kandidaten: Der Strategietitel von Unicorn Games Studio lehnt sich deutlich an die »Total War«-Reihe an. Will heißen, hier erwarten euch gigantische Massenschlachten in mittelalterlichen Gewändern, während ihr eure Truppen auf einer Runden-Karte verschiebt und so nach und nach ganz Europa erobert.

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Die Einheiten von XIII Century sehen schon recht schick aus.
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Als wahlweise Engländer, Franzose, Mongole, Deutscher oder Russe bestreitet ihr so insgesamt fünf Kampagnen mit historisch verbürgten Schlachten. Die 3D-Engine macht schon jetzt - Release ist erst fürs vierte Quartal anberaumt - einen flotten Eindruck. Vor allem die zahlreichen Einheiten stehen in Sachen Detailreichtum ihren Kollegen aus dem Hause Creative Assembly in nichts nach.

The Tomorrow War

Und noch ein weiteres darbendes Genre erfährt in den Weiten Russlands eine Wiederauferstehung: »The Tomorrow War« setzt sich in den Windschatten von »Freelancer« und entführt euch in die Tiefen des Alls.

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Wird Tomorrow War der lang ersehnte Freelancer-Erbe?
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Im 27. Jahrhundert hat sich die Menschheit zu einem gigantischen galaktischen Imperium ausgedehnt. Und weil es irgendwann nichts Neues mehr zum Entdecken und Kolonisieren gibt, kloppt man sich eben um das, was schon da ist… Das ist der Beginn des »Tomorrow War«, basierend auf den Romanen des russischen Schriftstellers Alexander Zorich. Um sowohl unkomplizierte Action-Liebhaber wie auch anspruchsvolle Simulations-Fetischisten zufrieden zu stellen, versprechen die Entwickler zwei entsprechende Steuerungsvarianten, die jedem Spieler-Geschmack Rechnung tragen soll.

Highlight der 3D-Engine ist die Möglichkeit, mit seinem Raumschiff ohne Unterbrechung vom offenen Weltraum in den Atmosphärenflug überzugehen. Während die Grafik in den Raumschlachten durchaus eine gute Figur macht, zeigte sie sich jedoch in den Zwischensequenzen, nun ja, nennen wir es mal vorsichtig: ausbaufähig.

Rig'n'Roll

Kommen wir von den unendlichen Weiten des Weltraums zu den bisweilen ebenso unendlich scheinenden Weiten des US-Bundesstaates Kalifornien. Diesen haben die Entwickler von »Rig'n'Roll« bis ins letzte Detail nachgebaut. Und wofür? Das erklärt euch ein Auszug aus dem Pressetext: »Im Jahr 2024 kommt ein junger Mann nach Kalifornien, um seinem Traum zu folgen, King of the Road zu werden und den kalifornischen Frachtverkehr-Markt im Sturm zu erobern.«

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Bald sind wir King of the Road in ganz Kalifornien...
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Klingt seltsam? Ist es aber gar nicht. Der Nachfolger von »Hard Truck« schickt euch mit dem Brummi durch den Sunshine State, immer auf der Jagd nach lukrativen Frachtaufträgen, heißen Chicks und schnelleren fahrbaren Untersätzen. Ein rudimentärer Management-Part, in dem ihr eure Firma verwalten und neue Fahrer anheuern dürft, ergänzt die launige Rennspiel-Action.