Innerhalb von sieben Jahren wurde die Games Convention in Leipzig zu einer der wichtigsten Messen rund um das Thema Gaming. Doch in diesem Jahr wird alles anders: Die wichtigsten Branchenvertreter haben der GC den Rücken gekehrt und ziehen nach Köln, wo die gamescom ausgetragen wird. Doch Leipzig gibt sich nicht geschlagen und geht mit neuem Konzept an den Start: für die Games Convention Online.

Leipziger Allerlei

Als die großen Branchenvertreter alle im letzten Jahr den Gang nach Köln verkündeten, zeigte sich Leipzig kampfbereit: Noch während der Messe wurde angekündigt, die Games Convention nicht sterben zu lassen, sondern sie auch 2009 wieder durchzuführen. Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe, und Silvana Kürschner, Strategy Director GC Global, stellten nun das neue Konzept in Hamburg vor.

Games Convention Online 2009 - Leipzig lebt: Wir trafen die Veranstalter der neuen Games Convention

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Kampfansage: Die Games Convention geht online.
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Von Kampfansage ist nichts mehr zu spüren. Ohne Teilnahme der Branchenriesen lässt sich keine Leitmesse veranstalten. Stattdessen macht Leipzig aus der Not eine Tugend, verändert das Konzept komplett und hebt kurzerhand die Games Convention Online aus der Taufe. Bei der GCO handelt es sich um die europaweit erste Fachmesse zum Thema Online- und Mobile Gaming. Und auch, wenn eine solche inhaltliche Neuausrichtung aus der Not geboren sein mag, so ist die Idee dennoch zeitgemäß und Erfolg versprechend.

Online-Gaming ist ein zunehmend wichtiges Thema und ein Markt der Zukunft. Der PC-Spiele-Sektor stagniert seit Jahren, während Online-Games rasante Wachstumszahlen vorzuweisen haben und Experten eine weitere Verschiebung des Themas Gaming ins Internet prophezeien. Das spiegelt sich im Core-Gaming-Bereich bei Titeln wie WoW wieder, gerade aber auch im Casual-Bereich bei Anbietern wie Gameforge oder Bigpoint mit beeindruckenden Nutzerzahlen und Zuwachsraten. Da aber gerade diese Anbieter sich nur mit Mühe in einen Topf mit den herkömmlichen Game-Publishern werfen lassen, war der Schritt zu einer eigenen Messe nur eine Frage der Zeit.

Neues Konzept, neues Glück?

Natürlich ist es nicht so einfach, Online- und Mobile-Titel publikumswirksam zu präsentieren. Dazu kommt, dass viele der ca. 50 bis 60 Anbieter klein sind und weder über die Ressourcen noch die Erfahrung für einen Messeauftritt verfügen. Hier geht die GCO den Firmen einen großen Schritt entgegen und bietet Unterstützung beim Messeauftritt an.

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Wolfgang Marzin von der Leipziger Messe ist zuversichtlich.
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Aber die Messepräsenz der Anbieter ist bestenfalls die Hälfte des Konzepts. „Mit der Games Convention Online verdrahten wir uns auf allen Wegen mit unseren Ausstellern und Besuchern. Von der Produktmesse führt der Weg zur modernen Beziehungsmesse, die sich allen Medien öffnet“, erklärt Marzin die Idee. Die GCO bemüht sich darum, die Spieler anzusprechen und auf der Messe mit einzubinden. Gilden, Clans und Teams können sich präsentieren, und ein vielfältiges Programm bietet Unterhaltung auch abseits der Vorstellung von Neuheiten. So locken beispielsweise Wettbewerbe, Bühnenprogramme und das Deutschlandfinale der World Cyber Games 2009.

Das erwartet euch

Silvana Kürschner stellte das Konzept der GCO im Detail vor. Für Fachbesucher gibt es neben Möglichkeiten der Vernetzung und Begegnung eine internationale Dialogkonferenz rund ums Thema Online-Gaming. Für Nicht-Fachbesucher gibt es – neben der Präsentation von Firmen und ihren Games – ein Konzept mit fünf Punkten:

Community

Die GCO hat sich große Ziele gesteckt – anders als bisherige Messen will sie nicht Produkte in den Mittelpunkt rücken, sondern die Konsumenten. Konkret bedeutet dies, dass in der Halle 2 mit der Consumer Lounge ein zentraler Treffpunkt für Gilden, Clans und Teams geschaffen wird. Hier können sich die Spielergemeinschaften treffen und auch präsentieren. Auf einer Bühne gibt es Präsentationszeiten für die Communities, aber auch Konzerte, Anime-Kino und einen Cosplay-Wettbewerb werden hier veranstaltet.

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Für die Fans: Auf der GCO zählt der Community-Gedanke (Foto von der RPC).
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200 Rechner stehen für Public Gaming zur Verfügung. Außerdem werden Roleplay Events (was auch immer man sich darunter vorstellen soll), Chillout-Zonen und sportliche Aktivitäten den Messebesuch versüßen. Besonders lockt dabei das Versprechen, die Halle bis spät in die Nacht geöffnet zu lassen. Parallel zum Auftritt auf der Messe, können sich Communities mit einer kurzen Beschreibung auf www.gamesconvention.com verewigen und so Teil des begleitenden Online-Events werden.

GamersCamp

Das GamersCamp bietet für anreisende Gamer außerhalb der Messe auf der Festwiese günstige Übernachtungsmöglichkeiten und ein frei zugängliches W-Lan-Netz. Außerdem gibt es von dort eine Shuttle-Linie zur Messe.

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Per Klick zur Galerie: die GC Babes 2008.
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Cult & Creation

In Zusammenarbeit mit dem Computerspiele-Museum Berlin wird es in Halle 2 eine Ausstellung geben, die die Entstehung des Online-Gamings mit einer interaktiven Zeitleiste dokumentiert. Außerdem angekündigt sind ein Workshop für Besucher zu Charakter- bzw. Avatar-Design und eine Ausstellung von Mobilfunk-Hardware aller Generationen.

Online4Family

Online-Spiele sind durch negative Schlagworte wie Online-Sucht oder Killerspiele, sowie Forderungen nach Medienkompetenz, Sicherheit und Jugendschutz in allen Medien präsent. Die GCO will Aufklärungsarbeit leisten und einen zentralen Anlaufpunkt für Kinder, Familien, Lehrer und andere Interessierte schaffen. Medienexperten stehen als Ansprechpartner bereit, um alle Fragen rund ums Thema Online- und Mobile-Gaming zu diskutieren. Außerdem gibt es zwei große Spielzonen mit Plätzen für Onlinespiele unter Anleitung.

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Wieder am Start: jede Menge... ähm, Babes.
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Case Modding

Auch die Modder kommen auf ihre Kosten: Auf einer eigenen Bühne gibt es Live-Shows und Präsentationen. Im Verlauf der Messe werden auch die Modding Masters bestimmt und die Auszeichnungen „Bester CaseMod“ und „Bester CaseCon“ vergeben. Messebesucher können sich auf rund 20 Ausstellungsstücke renommierter Modder aus ganz Deutschland freuen. Private Tüftler haben noch bis zum 1. Juli 2009 Gelegenheit, sich bei der Leipziger Messe unter www.gcomm.de für den Titel des besten Casemodders des Jahres zu bewerben.

Und auch die Daheimgebliebenen dürfen sich freuen, denn passend zur Games Convention Online wird es natürlich ein Online-Event geben, mit Internetfernsehen, Internetradio, Ausstellungen, Moderation und speziellen Aktionen der Aussteller.

Fazit: unlimited Wachstumspotential

50.000 bis 70.000 Besucher erhofft sich Wolfgang Marzin mit dem Konzept der neuen Games Convention Online im ersten Jahr. Er glaubt daran, bescheinigt ihm „unlimited Wachstumspotential“ und ist bereit, auch zwei bis drei Jahre zu investieren, bis die Messe in der Gewinnzone landet. Das war bei der GC nicht anders, auch die fing klein an und entwickelte sich in wenigen Jahren zur Leitmesse.

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Bald wieder Anlaufstelle für Gamer: das Messegelände Leipzig.
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Es bleibt abzuwarten, ob eine Messe, die zu einem großen Teil Spieler von Casual-Spielen anspricht, diese aktivieren kann. Und ob die Nutzer von „großen“ Online-Titeln wie World of Warcraft nach Leipzig kommen, ist auch fraglich – Blizzard beispielsweise wird in diesem Jahr vermutlich keinen eigenen Stand in Leipzig haben, und eine erfolgreiche Messe ohne den Marktführer ist nur schwer vorstellbar.