Jetzt ist es raus: Auf der heutigen Pressekonferenz hat die Leipziger Messe ihr Konzept für die Games Convention 2009 vorgelegt. Lange wurde gerätselt, wie es mit der GC weitergeht, nachdem die Mehrzahl der Spiele-Publisher bereits ihren Umzug zur GAMESCom nach Köln angekündigt hatten. Nun wurde bekannt gegeben: Die Games Convention geht online.

Unter dem neuen Namen Games Convention Online wandelt sich die einst wichtigste Messe für Computer- und Videospiele zum Ausstellungsort für Online-, Browser-, Handy- und MMO-Spiele. "Gegeneinander antreten, miteinander spielen, sich an Highscores messen. Vernetzung ist Trend und Markenzeichen der digitalen Spielewelt von morgen", begründet das GC-Team die wachsende Bedeutung dieses Spielemarktes. Allein die 11,5 Millionen World of Warcraft-Spieler untermauerten den Stellenwert der Online-Spiele in unserer Zeit.

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Deutschlands größte Anbieter im Online- und Browserspielemarkt, Gameforge und BigPoint, haben bereits fest für die Games Convention Online zugesagt. „Die erreichte Größe und die Wachstumsdynamik im Markt der Online-Spiele schreien geradezu nach einer eigenständigen Messe - auch in Europa. Deutschland ist aufgrund der weltweit führenden Rolle unserer heimischen Wirtschaft in diesem Segment als Standort prädestiniert", äußerte sich Gameforge-CEO Carsten van Husen auf der Pressekonferenz.

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Auch 2009 wird es in Leipzig eine Games Convention geben - wenn auch etwas anders als gewohnt.
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Der neue Termin für die Games Convention Online ist der 31. Juli bis 2. August – und damit wenige Wochen früher als die GAMESCom in Köln, die ihre Messe vor einiger Zeit auf die Woche nach dem 19. August vorverlegt hatten. Eine Kampfansage an die ursprünglich zum selben Zeitpunkt angesetzte Games Convention 2009.

Der Schritt, mit der GC eine Special-Interest-Alternative zur GAMESCom aufzuziehen überrascht wenig: Zwei Messen mit gleichem Konzept in Deutschland hätten sich vermutlich nur gegenseitig geschadet. Mit dem Schritt in den Casual- und Onlinemarkt bedient die GC nun einen Bereich, der auf der eher „core-games-lastigen“ GAMESCom zu kurz kommt.

„Die normale GC setzt dieses Jahr nur aus“

Eine heimische Messe unter dem Namen „Games Convention“ ist für die Leipziger Messe auch deshalb so wichtig, weil die Marke mittlerweile international als GC Asia und zukünftig auch in anderen Teilen der Welt Spielebegeisterte anlocken soll. Kein Wunder also, dass die Games Convention Online bereits eine Partnerschaft mit Südkorea vorbereitet. Im asiatischen Raum ist der Markt für Onlinegames und Free-to-play-MMOs noch mal um Einiges größer als in unseren Breitengraden.

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In Asien ist der Markt für Onlinespiele (noch) um Einiges größer als in Europa.
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„In Korea ist das Onlinespielen seit Jahren Volkssport Nummer eins. 80 Prozent aller Haushalte sind mit dem Internet verbunden. Jeder dritte Koreaner ist als regelmäßiger Online-Gamer registriert, insgesamt mehr als 18 Millionen Frauen, Männer und Kinder (zum Vergleich: Deutschland zählt bisher 4,15 Millionen Onlinespieler)“, heißt es daher in der Pressemeldung der GCO.

Mit der Neuausrichtung betritt man in gewissem Sinne Neuland, die auf der Leipziger Pressekonferenz eine ähnliche Pionierstimmung verspüren ließ, wie sie in den Anfangsjahren der GC herrschte. „Browser, Client und Mobile Games sind auf dem Wege einer großen Erfolgsgeschichte, darin ähnelt die Games Convention Online der GC in ihren Anfängen“, formulierte Messechef Wolfgang Marzin.

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Highlight einer jeden Games Convention: die Babes.
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Dennoch behält man sich ein Hintertürchen offen: „Aufgrund der neuen Wettbewerbssituation“ setze die „normale“ Games Convention nach altem Muster für dieses Jahr aus, so Marzin. Vermutlich aber mit der leisen Hoffnung im Hinterkopf, dass das Projekt Köln der GAMESCom-Konkurrenz scheitern könnte, wird eine Leipziger Games Convention in den folgenden Jahren nicht kategorisch ausgeschlossen: „Wenn die Branche wieder eine Plattform für Konsolen-, PC-Spiele und Hardware mit dem Know-how der Games Convention wünscht, stehen wir sofort zur Verfügung.“

Diese Aussage dürfte auch beruhigend für all jene sein, deren Herz und Sympathien noch immer an der Games Convention hängen. Trotz der offensichtlichen Vorteile des Standorts Köln mit besserer Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Hotels) und größerem Einzugsbereich an potenziellen Messebesuchern, honorieren nach wie vor insbesondere viele Gamer das Engagement der Messe und Stadt Leipzig für die Spielelandschaft und vor allem auch deren Image in der Öffentlichkeit.

Leipzig als MMO-Hauptstadt?

Neben den eher casual-orientierten Handy- und Browserspielen soll die Games Convention Online aber auch Anlaufstelle für MMO-Fans werden. Ob allerdings große Entwickler wie Blizzard, Mythic und Funcom neben ihrem Auftritt in Köln auch in Leipzig präsent sein werden, wagen wir zu bezweifeln. Es ist viel eher damit zu rechnen, dass Leipzig zur Anlaufstelle so genannter Free-to-Play-MMOs wird. Gameforge etwa betreibt unter anderem Metin 2, das nach eigener Aussage mit 14 Millionen Spielern „größte MMOG in Europa“.

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Dass die "großen" MMO-Entwickler in Leipzig präsent sein werden, wagen wir zu bezweifeln.
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Zusätzlich versucht die neue GC, den E-Sport-Gedanken verstärkt zu zelebrieren. Mehrere Communities, Ligen und Clans sind in die Messestadt geladen, um dort Wettbewerbe auszutragen. Außerdem sei ein Event für Rollenspiele geplant. Nähere Infos dazu existieren zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht.

Auch was die angepeilte Besucherzahl angeht, backt die Games Convention Online verständlicherweise kleinere Brötchen als die GC in den Jahren zuvor: Die „mehreren Zehntausend“ erwarteten Besucher, von denen offiziell gesprochen wird, stehen jedenfalls in keiner Relation zu den ca. 200.000 angereisten Gamern von 2008. Für Browser- und Handyspiele wird den Leipzigern vermutlich kaum jemand die „Hütte einrennen“. Um dieses Defizit auszugleichen, hat man sich jedoch einen Trick ausgedacht: Gemäß ihrer Online-Ausrichtung soll die „neue“ GC neben dem „Real Life“-Messeerlebnis vor allem virtuell stattfinden.

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Die neue GC wird ihrem Namen entsprechend auch online stattfinden.
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„Die reale Messe, also das Offline-Event, wird mit einem Online-Event kombiniert“, erklärt Marzin die Idee dahinter. „Via Internet sind Millionen Gamer zugeschaltet, die live an der Games Convention in Leipzig teilnehmen können. Die Games Convention Online wird mehrere Zehntausend Besucher in Leipzig haben und mehrere Millionen Besucher in der ganzen Welt.“