Ein Konflikt schwelt derzeit in der Spielebranche: Leipzig vs Köln! Wo wird im nächsten Jahr die größte europäische Spielemesse stattfinden? Während man in Köln schon fest davon ausging, dass alles in trockenen Tüchern sei, lässt man sich in Leipzig die Veranstaltung nicht einfach so aus der Hand nehmen und rüstet zum Kampf.

Entscheiden über Erfolg und Misserfolg einer Veranstaltung werden letztlich die Aussteller. Ab sofort trennt sich in der Branche die Spreu vom Weizen. Doch wer gehört zum Weizen, wer zur Spreu? Die ersten Firmen beziehen Stellung.

So richtet Publisher Konami in einer aktuellen Pressemeldung seinen Dank an Leipzig und zieht eine außerordentlich positive Bilanz:

"Eine Messe der Rekorde geht zu Ende - und Konami sagt Danke an Leipzig. Begeisterte Besucher, die einzigartige Atmosphäre in der Messestadt und Handelsabschlüsse weit über Plan haben dazu beigetragen, dass Konami Digital Entertainment GmbH eine Rekord-Bilanz für die GC 2008 zieht."

Abschließend verkündet man allerdings:

"Wir sehen auf eine großartige Entwicklung zurück, welche die Branche in den letzten Jahren erleben durfte. Doch mit dieser Bilanz richten wir den Blick nun auch nach vorn und sagen ´Hallo gamescom 2009 in Köln´."

Klare Worte also von Konami und ein Punkt für Köln. Damit war allerdings zu rechnen, bedenkt man, dass Konami Mitglied im Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) ist. Der Verband steht klar hinter der Entscheidung, nach Köln zu wechseln. Auch Electronic Arts lässt durch Pressesprecher Martin Lorber verkünden:

"Die Musik wird ab 2009 in Köln spielen. Alle im BIU vertretenen Branchenunternehmen, die 80 Prozent des Gesamtmarktes repräsentieren, werden dann dort präsent sein." Lorber erklärt weiter, er könne sich keine vernünftige Spielemesse vorstellen, bei der die großen Publisher fehlen.

Doch sind es wirklich nur die Großen, die Musik machen können? Die Auseinandersetzung hat gerade erst begonnen. Und schon jetzt es ist nicht mehr nur noch ein Wettstreit der Messestandorte ─ dieser Konflikt reift sich langsam zum handfesten Krieg der Publisher aus.