Wer behauptet das Echtzeit-Strategie-Genre wäre tot, hat sich scheinbar noch nicht durch die Hallen der diesjährigen Games Convention gekämpft. Die Zahl der angekündigten Titel ist zwar recht überschaubar, dafür waren wir lange nicht mehr derart angetan von den gezeigten Vorschauversionen. Dieses Special gibt euch einen Überblick über unsere Strategie-Highlights der Messe.

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Command & Conquer 3: Kane's Wrath

Wenn es darum ging, neue Inhalte für ihre Strategiekracher nachzuliefern, waren die C&C-Entwickler von EA (ehemals Westwood) noch nie verlegen. Ein knappes Jahr nach C&C3 steht Anfang 2008 nun schon die erste Erweiterung für PC und Xbox 360 an. Der Storyfokus liegt dieses Mal auf Oberfiesling Kane - als Gerüst dient eine völlig neue Single-Player-Kampagne. Diese führt euch zurück in die Zeit nach dem zweiten Tiberiumkrieg über die dramatischen Ereignisse in Tiberium Wars und darüber hinaus.

Games Convention 2007 - Vielseitig und intelligent: Die Strategie-Highlights der GC im Blickpunkt.

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Der GDI Shatterer dient als fahrender Sonic Emitter.
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Das Ganze wird natürlich - so wie es sich für einen C&C-Titel gehört - in gewohnt trashigen Live-Action-Zwischensequenzen erzählt. Joe Kucan gibt wie immer Widerling Kane, ob noch andere namhafte Darsteller hinzu stoßen, möchte EA allerdings bisher nicht verraten. Eine neues Feature ist der Global Domination-Modus: Ähnlich wie in Schlacht um Mittelerde 2 verschiebt man hier seine Truppen auf einer Weltkarte, erobert und verteidigt neue Regionen. Treffen zwei Armeen aufeinander, wechselt das Spiel in den Echtzeitkampf.

Darüber hinaus erhält jede der drei Parteien neue Einheiten, Fähigkeiten und Gebäude sowie jeweils zwei Unterfraktionen. Diese stehen für unterschiedliche Taktiken und Strategien -Multiplayer-Kommandeure können so den von ihren bevorzugten Spielstil selbst wählen und sich auf insgesamt 24 neuen Maps ordentlich austoben. Ein Unikat für Xbox 360-Spieler: das komfortable Kreismenü. Damit kann man nun jederzeit auf eigene Gebäude zugreifen, ohne diese direkt anwählen zu müssen.

Halo Wars

Ihr seid es Leid mit dem Master Chief nur aus der Ego-Perspektive über die Ringwelt zu hetzen? Dann dürfte Halo Wars, das erste Strategiespiel im Halo-Universum genau euren Geschmack treffen. An der Ausgangslage ändert sich nichts: Der Spieler zieht entweder mit den rechtschaffenden Streitkräften UNSC oder den außerirdischen Covenant ins Gefecht. Viele der Einheiten und Vehikel, die man bereits im Shooter bewundern konnte, sollen auch in der RTS-Umsetzung zum Einsatz kommen.

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Keine sterilen Refugien mehr: In den Basen wuselt es wie bei den Siedlern.
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Zeitlich spielt der Titel noch vor dem ersten Halo-FPS - Fans der Original-Reihe werden also viele Elemente wieder erkennen und selbst nachspielen können. In den Gefechten können die Spieler zudem zwischen verschiedenen Heldeneinheiten (so genannten Anführern) wählen, die mit ihren Elite-Fähigkeiten eine Schlacht schnell zu euren Gunsten entscheiden kann. Wie in den meisten RTS-Games gilt jedoch: Nur die richtige Einheiten-Mischung macht's.

Interessanterweise wird Halo Wars exklusiv für die Xbox 360 entwickelt. Die erfahrenen Designer der Ensemble Studios (Age of Empires) versprechen jedoch, dass die Steuerung mit dem Xbox 360-Controller extrem einfach von der Hand gehen wird. Ob's klappt, werden wir frühestens Mitte des nächsten Jahres sehen - dann soll Halo Wars in den Läden stehen.

Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs

Auch die knubbeligen Siedler kehren zurück - wobei knubbelig angesichts des neuen, eher realitätsnahen Looks wohl die falsche Bezeichnung ist. In der sechsten Runde wollen die Entwickler von Blue Byte wieder zu den Ursprüngen zurückkehren - will heißen: Reine Echtzeitstrategie ade. Stattdessen rücken die Verwaltung der Warenkreisläufe, Ressourcenbeschaffung und der Städtebau deutlich in den Vordergrund.

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Solche Städte sind im späten Spiel keine Seltenheit.
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Geblieben sind die aus dem fünften Teil bekannten Helden. Diese unterstützen euch mit Spezialfähigkeiten im Kampf oder bieten Boni für Handwerker. Außerdem dienen diese Recken als Kundschafter. Entdeckt ihr ein neues Gebiet wird es - ähnlich wie in Company of Heroes - nur dann annektiert, wenn ihr an einem vorgegeben Punkt einen Wachtum errichtet.

Expansion ist nun deutlich wichtiger als in den Vorgänger, da der Ressourcenbedarf mit jeder Spielminute ansteigt. Multiplayer-Gefechte spielen sich so deutlich zügiger. Völlig neu sind die übrigens Bedürfnisse, wie man sie zum Beispiel aus den Sims-Titeln kennt. Sind eure Getreuen hungrig, deprimiert oder zu unreinlich sinkt die Produktivität. Mit einer gestandenen Dorfparty könnt ihr die geknickten Gemüter allerdings schnell wieder beruhigen.

Endwar

Der Zweite Weltkrieg ist out. Die neue Versionsnummer lautet Weltkrieg 3.0. So jedenfalls ist der Eindruck, wenn man aktuelle Strategietitel wie »World in Conflict« und nun eben auch »Endwar« betrachtet. Das RTS-Game ist nach »Splinter Cell« und »Ghost Recon« eine weitere Marke aus dem martialischen Fundus von Thriller-Autor Tom Clancy. »Endwar« wird speziell für Next-Gen-Konsolen entwickelt - Pcler bleiben außen vor.

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Totale Vernichtung - aber nur mit Headset.
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Bestechendstes Merkmal: die innovativen Headset-Steuerung. Zwar lässt sich die virtuelle Armee auch über klassische Controller ins Feld bewegen, richtig sinnvoll ist aber nur die Befehlsvergabe per Mikrofon. Sträubt man sich instinktiv zu Anfang noch gegen diese lautstarke Spielsteuerung, geht einem der militärische Befehlston nach kurzer Zeit mit Leichtigkeit über die Zunge: »Reinforce Gunships!«, »White team attack hostile 1« und »Unit 6 capture Alpha«! Nie erlebte man Schlachtfeldatmosphäre so hautnah. Die Spracheingaben werden übrigens in der deutschen Version komplett lokalisiert sein.

Beim Gameplay orientierten sich die Entwickler weniger an konventionellen Strategiespielen als vielmehr actiongeladenen Taktik-Titeln im Stile von »Ghost Recon«. Dennoch steuert der Spieler in Stoßzeiten bis zu Tausend Soldaten gleichzeitig übers Schlachtfeld. Selbstverständlich ist dies nur zu bewerkstelligen, weil mehrere Einheiten zu handlichen Gruppen sortiert sind - ähnlich wie bei der »Schlacht um Mittelerde«.

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Riesiges Einsatzgebiet: Der Krieg führt euch rund um den Globus.
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Während der Präsentation auf der Games Convention führten die Entwickler ihre Truppen auf eine Map nach Spanien. Ähnlich dem aus MP-Shootern bekannten »Capture the Flag«-Modus besteht die Aufgabe im Erobern neuralgischer Punkte. Neben diesem Missionsziel wird es aber auch Beschützer- und klassische Eroberungsaufträge geben. Basenbau hingegen fehlt: »Bei uns gibt es keine Magie, keine Häuser, die sich binnen Sekunden aus dem Boden stampfen. Hier ist alles realistisch«, beteuern die Entwickler.

Codename Panzers: Cold War

In »Cold War«, dem neuestem Sprössling der beliebten »Codename Panzers«-Reihe hat das ausgelutschte Zweite-Weltkriegs-Szenario ausgedient. Stattdessen versetzen uns die Entwickler von Stormregion dieses Mal in die Zeit des Kalten Krieges, genauer gesagt in das Jahr 1949. Im Mittelpunkt steht dabei unsere geliebte Hauptstadt Berlin, die zum Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Alliierten und Sowjets wird.

Die brandneue Gepard Grafik-Engine verspricht ein echtes Highlight zu werden. Licht- und Wärme-Effekte, aber auch Schatten und Wasser sehen einfach fantastisch aus. Interessant ist zudem, dass mit der kompletten Karte interagiert werden kann. Alles lässt sich entweder verwendeen oder zerstören, wodurch sich zahlreiche taktische Variationsmöglichkeiten ergeben.

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Der Kalte Krieg hält Einzug in die Codename Panzers-Reihe.
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Variable zusammensetzbare Squads tragen ihr Übriges bei, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, um eine Mission zu erfüllen. Im ersten Quartal 2008 soll »Codename Panzers - Cold War« auf den Markt kommen und könnte dann ein echter Kracher werden. Bis dahin müsst Ihr euch allerdings noch mit den Vorgängern oder dem vom Setting her ähnlich angesiedelten »World in Conflict« begnügen.