Autor: Thomas Bayer

23.08.2006

Alle Jahre wieder, kommt das, ähm - falscher Text. Tschuldigung. Kann aber schon mal passieren, wenn man den ganzen Tag nur Babes in knappen Weihnachtsmann-Bikinis sieht.

Wer jetzt noch nicht erkannt hat, dass wir von der Games Convention 2006 sprechen: Schön dass ihr da wart - aber geht lieber wieder mit den Puppen spielen. Alle andere lesen in den nächsten Minuten, wie schwer gamona-Redakteure aus dem Bett kommen, warum ohne Babes überhaupt nichts geht, und dass ein Frühstück manchmal 12 Stunden lang reichen muss...

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Mittwoch, 23.8.2006, 4:10, Irgendwo in Berlin Der erste Wecker klingelt. Aufstehen? No way. Ist doch mitten in der Nacht. Oder war da was? Ach ja - wir müssen auf eine Messe. Der Name? Vergessen. Viel zu früh. *Schnarch*

4:15 Was ist das für ein Geräusch? Fängt der Nachbar jetzt schon wieder an, mitten in der Nacht seine neue Registrierkasse zu malträtieren? Ein Schlag gegen die Wand, ja selbst wüstes Gebrüll helfen nicht. Der Krach ist immer noch da. Die Hand schlägt nach rechts, endlich verstummt das nervige Gepiepse.

Games Convention 2006 - Erster Messetrend ausgemacht: Ein Tagebuch über viel nackte Haut und korrekte Physik.

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4:20 Riiiing. Riiiing. Riiiing. Nur noch zehn Minuten. Mehr muss ja gar nicht sein. *Ratz* 4:40 Scheiße! Verschlafen?! Ein Blick auf die Uhr schafft Klarheit: Es kann noch klappen. Raus aus dem Bett, unter die eiskalte Dusche und rein in die Klamotten. Frühstücken ist was für Weicheier - ein Lungenbrötchen muss reichen.

5:30 Kameradenschweine! Da quält man sich aus dem Bett, kommt pünktlich in der Redaktion an - und keiner ist da. Liegen die etwa alle noch in den Federn? Handy raus und die faulen Hunde anrufen - kann ja wohl nicht sein, dass die Säcke auch nur eine Minute mehr Schlaf bekommen.

5:50 Endlich. Kompanie vollständig angetreten. Rääääächts um! Ab in die Karren und nichts wie los...

9:00 Alarm! Kamera raus - da ist das erste Babe. Wir wissen schließlich, was wir unseren Lesern schuldig sind. Wer will schon was über Crysis, Bioshock und Co. lesen, wenn er statt dessen sabbernd vorm Babe-Voting sitzen kann?

9:05 Ersatzbatterien hätte man mitnehmen können. Oder auch nicht. Besser wär's wohl gewesen. Mist. Das gibt Ärger...

Nach einem Tag Games Convention lässt sich so viel bereits festhalten: Es mangelt weder an Babes, noch an Besuchern. Und vor allem nicht an Physik. Was vor Jahren noch undenkbar war, ist spätestens seit Half-Life 2 in aller Munde: Physikalisch korrekte Effekte, mit deren Hilfe Tische realistisch durch die Lufe fliegen, Glasscheiben splitternd zu Bruch gehen, und vieles mehr. Dieses Jahr jedoch präsentieren gleich mehrere Publisher verschiedene Technologien, die alles bisher da gewesene übertreffen sollen. Lucasarts punktet mit "Euphoria", einer biomechanischen KI, die dafür sorgen soll, dass die Wiederholung einer nahezu identischen Situation niemals exakt gleich endet.

Wer im neuen Indiana-Jones-Teil Feinde mit Karacho gegen ein Auto schmeißt, wird verblüfft sein. Anhängig von Wurfkraft, Entfernung und vielen anderen Faktoren verhält sich der unfreiwillige Flugschüler jedes Mal unterschiedlich. Die Euphoria-Engine berechnet das Wechselspiel der Kräfte im Körper eures Gegners (deswegen BIOmechanisch) und lässt diesen realistisch abprallen oder nur leicht auf der Motorhaube aufschlagen. Ergänzt wird das System durch DMM (Digital Molecular Matter). DMM ermöglicht es, im Spiel eingesetzte Materialien mit spezifischen Charakteristika zu versehen. Holz und Eis beispielsweise splittern bei Gewalteinwirkung, Stahl verbiegt sich und gummiartige Materialien schlabbern, dass es eine wahre Freude ist.

Dabei kommen übrigens keine vorgefertigten Animationen (Holztür bricht immer in die gleichen beiden Teile) zum Einsatz, vielmehr wird es dank der ausgefeilten Physik nahezu unmöglich sein, eine Holztür oder ähnliche Hindernisse mehrmals exakt gleich zu zerstören.

Nebenbei bemerkt: Dass Dr. Jones, groß geworden durch legendäre Point&Click-Adventures, mittlerweile zum Held eines Action-Adventures im Tomb-Raider-Stil mutiert ist, dürfte nicht nur uns trotz aller physikalischen Spielereien verdammt sauer aufstoßen. Ähnliche Physikeffekte finden sich haufenweise. Spieler von Alone in the Dark (wie "Indy" ebenfalls der Spross einer legendären Serie) räumen dank in Echtzeit berechneter Physik ebenfalls Tische und Stühle realistischer aus dem Weg, bei John Woo's Stranglehold fallen selbst Flaschen korrekt von der Bartheke, wenn ihr mit einer Hechtrolle über den Tresen springt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Publisher vor lauter Realismus in Zukunft das Gameplay nicht vernachlässigen. Sonst folgt der Generation Gameplay-Rohrkrepierer mit grandioser Grafik nämlich die Generation der physikalisch korrekten, grandios aussehenden Gameplay-Rohrkrepierer.

Und dabei beziehen wir uns NICHT auf einen gewissen Archäologen, der mit Vorliebe seine Peitsche schwingt. Dafür haben wir vom Spiel nämlich bislang viel zu wenig zu sehen bekommen...