Autor: Tobias Wüst

Wir leben noch. Zwar nur noch halb, aber immerhin. Die letzten Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Zigaretten, viel Kaffee und abends viel Bier. Dafür weniger Essen und noch viel weniger Schlaf. Da macht jeder Körper irgendwann schlapp. Diese Symptome treffen aber nicht nur auf uns Journalisten zu.

Bei den Ausstellern und auch bei den knackigen Messe-Babes sieht es nicht viel anders aus. Nach drei Tagen Dauergrinsen, einem Foto hier, einem Video da und dem Beantworten der ständig gleichen Fragen freut sich irgendwie jeder auf die Heimfahrt und sein eigenes Bett.

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Games Convention 2006 - Der Ansturm und erste Erschöpfungserscheinungen - Die GC2006 biegt auf die Zielgerade ein.

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Moment, will der Autor etwa die Games Convention schlecht reden? Nein, keineswegs. Die Messe an sich ist auch im Jahr 2006 wieder eine absolute Attraktion. Zigtausende zufriedene Besucher und viele tolle Spiele sprechen für sich. Apropos Besucher, seit Freitag sind auf der Messe alle Dämme gebrochen. Unzählige Leute drängeln und schubsen sich durch die Hallen, ständig auf der Jagd nach Schlüsselanhängern, T-Shirts, Taschen und anderen Souveniers. Besonders begehrt ist in diesem Jahr übrigens die Wii-Tasche von Nintendo. Spätestens nach dem ersten Regenschauer werden die glücklichen Besitzer allerdings merken, dass sie sich wohl doch besser für ein dunkleres Model entschieden hätten.Bleiche Gestalten, die das Sonnenlicht nur vom Hörensagen kennen, kriechen aus ihren Löchern und Pilgern zu ihren Göttern auf der Games Convention. So oder zumindest so ähnlich stellen sich die Kritiker, wie beispielsweise der bayrische Innenminister Beckstein, das Publikum der Leipziger Messe vor. Dass die Realität ganz anders aussieht, wurde in den letzten Tagen abermals bewiesen. Anstelle dieser Horror-Vision wird die Messe von ganz normalen Personen bevölkert, die durchaus noch andere Hobbies als das Gaminig haben. Die Altersspanne ist dabei überraschenderweise groß. Von 10 bis 60 Jahren sind praktisch alle Generationen vorhanden, wodurch sich ein sehr schönes Gesamtbild ergibt. Während die alten Hasen eher entspannt durch die Hallen schlendern, lassen sich die jüngeren Vertreter dagegen schneller zu Jubelstürmen hinreissen, um eines der begehrten Goodies abzustauben.

Kreischende Besucher gibt es nicht nur auf der Games Convention. Am Freitagabend wurde auf dem Messegelände ebenfalls die RTL2 Musiksendung »The Dome« aufgezeichnet. Bereits in den frühen Nachmittagsstunden drängelten sich hunderte hysterische Teenager um den roten Teppich, nur um einen Blick auf ihre Idole werfen zu können. Der Geräuschpegel war dabei zumeist höher als in den eigentlichen Messehallen und dass soll schon was heißen. Sehr erfreut von diesem Getummel waren unsere Freunde aus Fernost, die Ihre Kameras mit massig Fotos der ausflippenden Masse füttern konnten. Vom eigentlichen Konzert haben wir (glücklicherweise) nichts mitbekommen. Wer interessiert sich schon für die heutige Pop-Kultur? Mit dem heutigen Abend biegt die Games Convention 2006 auf die Zielgerade ein. Am morgigen Sonntag werden zwar wieder unzählige Fans erwartet, ein Großteil der Fachbesucher ist dann allerdings schon auf dem wohlverdienten Weg nach Hause. Während ich diese Zeilen tippe, werden die ersten Boxen des Business Centers sogar schon abgebaut. Bye bye Games Convention! Schön war es, und im nächsten Jahr kommen wir sicherlich wieder.