Messetag 3
von Jörg Pitschmann

"Stell Dir vor, es ist Games Convention, und keiner geht hin"? Wohl kein anderer Slogan wäre derzeit so verfehlt wie dieser. Denn schon am offiziellen Eröffnungstag drängten nach Veranstalterangaben mehr als 28000 begeisterte Besucher in die erwürdigen Leipziger

Messehallen. Dem Bestreben, die Gesamtbesucherzahl der GC im Vergleich zu den Vorjahren noch weiter zu toppen, widersetzte sich auch der Freitag nicht, denn laut Pressemitteilung besuchten in den beiden ersten Tagen bereits mehr als 56000 aufgeregte junge Menschen von überwiegend männlichem Geschlecht die Ausstellungshallen. Und mitten unter ihnen: unsere

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Redakteure, immer auf der Suche nach dem ultimativen Spiel des Jahres 2005.

Um die Wahrheit gleich an den Anfang zu stellen: wir sind auch heute (noch) nicht fündig geworden. Dennoch gab es wieder eine Menge interessanter Software zu bestaunen, die die Herzen junger, motivierter Zocker höherschlagen ließ. Oder lag es doch eher wieder an der immensen Zahl von beunruhigend braungebrannten, gutgebauten weiblichen Körpern, die mit pro Forma angelegten Stoffstückchen der Marke "spät anfangen und früh aufhören" zu begeistern wußten? Nachdem Kollege Hrubasic bereits gestern zahlreiche geifernde Jungs in Richtung Toiletten hatte verschwinden

Games Convention 2005 - Tagesbericht 3: Der will doch nur spielen...

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sehen, dürfte sich dieses Bild auch am Freitag kaum geändert haben. Zwar hat unser Reporter derlei Tendenzen nicht zur Kenntnis genommen, da er selten Jungs bei ihrem Abortbesuch über die Schulter schaut, doch angesichts der Massen von hormonorientierten Jungmannen dürfte sich der Andrang gegenüber dem Vortag nicht geändert haben.

Aber wir schweifen ab. Denn schließlich wollen wir ja bei unserer Berichterstattung den Blick auf das Wesentliche lenken. Und das sind - man mag es kaum glauben - nicht die Messebabes, sondern die gezeigten Spiele. Davon gab es auch an diesem zweiten Tag wieder eine Menge zu sehen, von denen wir Euch exemplarisch ein paar vorstellen

wollen.

Fallobst
Da wäre zunächst einmal »Lumines« zu nennen, ein Reaktions- und Kombinationsspiel aus dem Hause Ubi Soft, das pünktlich zum Launch der PSP am 1. September erscheinen wird. Wer sich mit Glücksgefühlen an die Tage des seligen »Tetris« und seiner zahlreichen Nachahmer und Klone erinnert, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit diesem Titel seine (süchtig machende) Freude haben. Denn was da in einer unscheinbaren Präsentation und grafisch unspektakulär auf die Zockerwelt zukommt, hat das Potential, einer der ersten fetten Hits für Sonys kleinen Liebling zu werden. Es gilt nämlich, fallende

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Quadrate durch Drehen und Verschieben so zu positionieren, daß vier Elemente einer Farbe neben- oder übereinander landen, so daß die Gruppe aufgelöst wird. Erreichen die fallenden Klötze die Obergrenze oder ist ein zuvor eingestelltes Zeitlimit erreicht, endet die Runde. Publisher Ubi Soft war von dem Spiel gar so begeistert, daß jeder Journalist zu Beginn seines Besuchstermins genötigt wurde, an einem internen Wettbewerb teilzunehmen und den Highscore zu knacken. Und da die fleißigen Mitarbeiter der Firma ebenfalls emsig am Zocken waren, fielen so manche Gespräche recht einsilbig aus. Aber wozu viele Worte machen, wenn ein Spiel für sich selbst spricht? Wir reichen Euch pünktlich zum Erscheinen des Spiels

einen ausführlichen Test nach.

Der Ringkampf geht weiter
EA trumpft wie in jedem Jahr mit einer gewaltigen Menge an Menschen und Material auf, um uns Zockern ein für alle Mal klar zu machen, wer in der Spielewelt die dicksten Hosen hat. Zumindest eine prall gefüllte Hose erwartet uns im kommenden Jahr mit dem zweiten Teil von »Kampf um Mittelerde«, einem Strategietitel im »Lord of the Rings«-Universum. Spielerisch bietet das Programm nach erster Inaugenscheinname die bekannten Strategie- und Aufbauelemente, diverse spielbare Völker, Helden und zahlreiche Upgrades. Das besondere: wer will, schafft sich seinen eigenen Helden und verläßt damit die ausgetretenen

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Pfade der Ring-Trilogie. Wenn das Spiel das hält, was die Präsentation durch die Entwickler verspricht, dann erwartet uns ein heißer Ringkampf im kommenden Jahr.

Nach Hause telefonieren
Klammheimlich schleichen sie sich mehr und mehr in unseren Spielealltag: die Handhelds. Auch Telefonhersteller Nokia mischt in diesem Jahr wieder kräftig mit und wartet mit einem üppigen Angebot an exklusiven Titeln für sein N-Gage QD auf. Neben Titeln wie »Die Sims brechen aus« und dem Telefonprügler »Fighting« dürfte dabei auch ein Spiel im »Warhammer 40k«-Universum ein echtes Highlight werden. Zumindest, wenn man auf rundenbasierte Strategie steht und sich nicht an der

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Klötzchengrafik stört. Aber derlei Ungemach dürfte beinharte Fans der Serie sowieso kalt lassen. Denn ab 2006 können sie ihre Chaoslords auch über das Telefon aufeinander hetzen. Und das verspricht Kurzweil bei langen Bahnfahrten.

Und dann war da noch…
…unser täglicher Rundgang im Bad der Menge. Der führte uns einmal mehr zum Nintendo-Stand, an dem sich die Veranstalter neben dem üblichen Krachprogramm mit Nerv-Rap, Moderator und Verlosungsaktionen auch etwas besonderes hatten einfallen lassen. Wer wollte, konnte sich nämlich seinen DS individuell bemalen lassen. Allerdings nicht mit Strichmännchengekritzel oder Augenkrebs verursachenden

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Farbspielen, sondern mit Originalzeichnungen von zwei in der Mangaszene bekannten und äußerst talentierten süßen Zeichnerinnen. Bereits am Donnerstag waren einige handbemalte DS bei Ebay für einen guten Zweck versteigert worden. Am Freitag nun sollten Marie Sann und Anike Hage, die von Big N extra für die Messe aus Berlin und Wolfenbüttel (woher bitte?) eingeflogen worden waren, die Handhelds der Besucher mit Zeichnungen überziehen. Die beiden Künstlerinnen bemühten sich auch redlich, den Andrang zu bewältigen. Das wäre ihnen wahrscheinlich sehr gut gelungen, wenn die Veranstalter nicht aus unerfindlichen Gründen auf die Idee verfallen wären, die jungen Damen am Fuße der

Zuschauertribüne mit dem Rücken zum Geschehen zu plazieren. Anstatt ihnen angemessenen Raum zur Verfügung zu stellen und, was noch wichtiger gewesen wäre, sie nicht zeitgleich während einer großen Bühnenshow signieren zu lassen, verpaßte man ihnen beengte Stühle mit winzigen Klapptischen inmitten des dicksten Gewühls. Damit vergeigte Nintendo zumindest an diesem Tag eine Chance, den DS mit einer originellen Aktion noch mehr in den Fokus der Besucher zu rücken. Die beiden Mangakas signieren übrigens noch bis zum Sonntag. Wer also seine kleine Handkonsole kostenlos verschönern lassen will, sollte dringend noch nach Leipzig kommen. Und vielleicht gönnt man den Zeichnerinnen ja sogar noch

einen eigenen Tisch...

No Angels for the B.o.S.
Nein, Engel sind sie wirklich nicht, die vier attraktiven Ballerprinzessinnen vom frisch aus der Taufe gehobenen Mädchen-Clan zur kommenden Shooterhoffnung »Bet on Soldier« aus dem Hause Pointsoft. Wir trafen die zarten Mädels mit den schweren Wummen am Stand in Halle 4 zu einer ausgiebigen Fotosession. Das die vier nicht nur gut aussehen, sondern auch mit Maus und Tastatur kräftig zulangen können, haben sie am ersten Tag der GC bereits ansehnlich unter Beweis gestellt. Ob sie am Samstag die erfahrenen Mannen vom Clan Okrana ebenfalls von der Platte putzen werden, wissen wir zwar noch nicht, aber im Gespräch

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gaben sie sich siegessicher. Obwohl sich die Mädchen erst vor wenigen Wochen im Zuge der Giga Road Show zu einem Clan zusammengetan haben, erwecken sie schon jetzt den Eindruck, gut zu harmonieren. Wir wünschen ihnen jedenfalls alles gute und toi, toi, toi.

Übrigens: mehr zum B.o.S.-Frauenclan und den Hintergründen der Castingaktion, die Pointsoft in Zusammenarbeit mit Giga Games durchgeführt hat, erfahrt Ihr in Kürze im Rahmen unserer Nachberichte zur GC.