Nachbericht GC, Teil 1
von Jörg Pitschmann

Die GC 2005 ist schon wieder jüngere Geschichte, doch ihre Nachwirkungen werden uns noch länger beschäftigen. Denn wie in den Vorjahren überschlugen sich auch diesmal die Firmen wieder mit Attraktionen an ihren jeweiligen Messeständen.

Und wer bei den Spielen nicht fündig wurde, der ergötzte sich an den Anblicken diverser mehr oder weniger bekleideter junger Damen, die allein durch ihre Anwesenheit suggerieren sollten, dass ihre jeweiligen Arbeitgeber die dicksten Dinger am Start hatten.

Games Convention 2005 - GC Video 2005 - ESL Award Show4 weitere Videos

Und der Erfolg gab den Veranstaltern Recht. Mit mehr als 134000 Besuchern übertraf die GC 2005 deutlich die Erwartungen der Messebetreiber, die auf 110000 Besucher gehofft hatten. Das ist mehr als erfreulich, zeigt es doch die immer weiter zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz unseres liebsten Hobbys.

Und das, obwohl einsame Rufer in der Wüste vom Schlage eines »Frontal 21« vermutlich niemals damit aufhören werden, Gamer pauschal in die Nähe von Gewaltverbrechen zu rücken. Aber gut, mit irgendwelchen Berichten müssen die Kollegen ihre Magazine füllen, und da bietet es sich natürlich an, professionell über Themen zu spekulieren, die nachhaltig Zuschauer binden können.

Doch wir wollen uns an dieser Stelle nicht weiter mit verzichtbarer Berichterstattung beschäftigen, sondern richten unser Augenmerk auf die gerade zu Ende gegangene Veranstaltung. Dass die GC auch wirtschaftlich immer stärker an Bedeutung gewinnt, konnte man auch an der immer größer werdenden

Fraktion beanzugter Jungmanager sehen, die im besonderen das Bild im Businessteil der Messe prägten. Waren dort noch vor wenigen Jahren bevorzugt freakige Pressevertreter anzutreffen, so gibt sich zunehmend auch der Handel auf der Messe die Klinke in die Hand. Und wo man früher zumeist nur mit Gleichgesinnten über die neuesten Entwicklungen im Grafikbereich fachsimpeln konnte, ergaben sich in diesem Jahr auch interessante Gespräche mit Vertretern großer Handelskonzerne.

Und natürlich gab es wieder jede Menge Parties. Die GC feierte sich selbst und eine Branche, die trotz erstaunlich weniger Neuheiten doch mit einigen feinen Highlights aufwarten konnte. Welche Spiele dabei in der Gunst des Publikums und der Presse ganz weit vorne lagen, haben wir Euch ja schon in unseren News mitgeteilt.

Der folgende Rückblick beschäftigt sich deshalb nicht nur mit den ohnehin schon bekannten Abräumern, sondern widmet sich im

Games Convention 2005 - Ausgespielt und angezockt! Der große Nachbericht! Teil 1

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 466/4721/472
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Besonderen einigen Titeln, die abseits der großen Publikumsrenner vorgestellt wurden. Er erhebt natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt nur einige Beobachtungen wieder, die Schreiberling Pitschmann im Laufe seiner zahlreichen Begegnungen der Dritten Art mit Spielen gemacht hat. Beschwerden und Meinungsäußerungen hierzu nimmt Chef Bayer wie immer wohlwollend entgegen.

Invasionstruppen
Mit »Great Invasions« schickt Publisher Dreamcatcher einen komplexen und auf Anhieb altmodisch wirkenden Strategiewälzer an den Start, der das Genre mit

Games Convention 2005 - Ausgespielt und angezockt! Der große Nachbericht! Teil 1

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 466/4721/472
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

einigen interessanten Elementen aufmischen soll. Historisch in der Zeit der Völkerwanderung angesiedelt, begleitet der Spieler bis zu zehn (!) historisch verbürgte Völkchen auf ihren Schicksalswegen durch die Jahrhunderte. Der Clou: durch geschicktes Taktieren, Diplomatie oder schlichtweg rohe Gewalt kann man die Geschichte nach eigenem Gutdünken umschreiben.

Oder man kann es zumindest versuchen. Die grafische Präsentation des Spiels bewegt sich dabei eher auf Brettspiel-Niveau als auf High-End-Budenzauber. So verschiebt man in bester »Risiko«-Manier abstrakte Armeesymbole auf historischen Länderkarten und
bekommt in kleinen Zwischensequenzen die Ergebnisse seines Tuns eingeblendet. Dass das Spiel unserer Meinung nach dennoch über ein großes Potential verfügt, liegt an seiner spannenden Geschichtsaufarbeitung. Ein mainstreamiger Massenabräumer wird »Great Invasions«, das am 30. Oktober erscheint, freilich nicht werden. Aber schließlich haben wir ja auch ein Herz für Minderheiten.

Mit der Xbox gegen die Schmerzen
Zwar hatte Microsoft seine gesamte Messepräsenz schon auf die kommende Xbox 360 ausgelegt, doch viele Publisher zeigten davon unbeirrt tapfer Spiele, die noch für die »gute alte« Xbox erscheinen werden.

Games Convention 2005 - Ausgespielt und angezockt! Der große Nachbericht! Teil 1

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 466/4721/472
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Eines davon ist die lang erwartete Konsolenversion des PC-Abräumers »Painkiller«, dessen Release für den 15. November 2005 angekündigt ist. Zu sehen gab es auf der GC allerdings nur eine Alpha-Version, die technisch noch deutlich unter den technischen Möglichkeiten der Box lag. So ruckelte das Bild an einigen Stellen, die Farben - ohnehin nie eine der Stärken des Spiels - wirkten noch matschiger als in der PC-Ausgabe des Spiels.

Die Steuerung biesterte ebenfalls noch ein wenig herum, und manche Treffer waren schlichtweg Glückssache. Dennoch sind wir frohen Mutes, dass alles noch gut wird. Immerhin haben die Entwickler noch mehr als zwei Monate Zeit, aus der Alpha- eine finale Version zu zaubern. Spätestens, wenn Daniel Garner offiziell die Dämonenjagd auf Microsofts »guter alter« Konsole eröffnet, werden wir mehr wissen.

Bauen für den Krieg
Schon mal was von »Warfront« gehört? Nein? Aber der Zweite Weltkrieg dürfte den meisten von Euch aus den Geschichtsbüchern etwas sagen. Und wenn nicht von dort, dann mit Sicherheit aus Spielen wie »Medal of Honor« oder »Codename Panzers«. Die Jungs und Mädels von Publisher CDV jedenfalls kennen sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs bestens aus und nehmen die damaligen

Games Convention 2005 - Ausgespielt und angezockt! Der große Nachbericht! Teil 1

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 466/4721/472
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Geschehnisse einmal mehr zum Anlass, ein Echtzeitstrategiespiel unters Volk zu streuen. Das besondere an »Warfront«: es handelt sich um das erste Aufbaustrategiespiel in diesem historischen Kontext. Nach eigenem Bekunden versucht man bei CDV, mit dem neuen Titel EAs »Command & Conquer«-Reihe Konkurrenz zu machen.

Hier wie dort steht nämlich vor der großen Schlachtplatte erst einmal gewaltiges Aufbauwerk im Vordergrund. Und wer dabei grobe Fehler macht, wird vom Gegner gnadenlos überrollt. Technisch präsentiert sich der Titel auf der Höhe der Zeit, besonders die sehr gelungene Grafik soll mit bombastischen Effekten und detailverliebten Gimmicks sowie stufenlosem Zoom bis zum First-Person-Look uns Zocker von den Socken hauen. Doch angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Strategiespiel handelt, dürfte die ebenfalls mögliche Bedienung einzelner Fahrzeuge oder Geschütze eher Gehabe und dem eigentlichen Spielverlauf hinderlich sein.

Entscheidend ist, ob der Strategiepart mit dem hauseigenen Kracher »Codename Panzers« konkurrieren kann oder sich das Spiel in optischem Blendwerk verlieren wird. Im ersten Halbjahr 2006 werden wir schlauer sein…Ein echtes Hundeleben
Auch wenn man zunächst glauben mag, diese Zwischenüberschrift beziehe sich auf den Alltag eines typischen gamona-Schreiberlings, soll es im Folgenden um Nintendos neuen Knüller »Nintendogs« für den DS gehen.

Der rosa Riese aus dem Land der aufgehenden Sonne hatte seinen Messeauftritt nämlich in weiten Teilen ganz im Zeichen der virtuellen Hundepflege gestaltet. Und so konnte man nicht nur charmanten PR-Damen bei der virtuellen Hundehaltung über die Schulter schauen, sondern sich am Messestand neben anderen Games auch schon mal ausgiebig mit derKöterei befassen. Dazu hatte Big N zahlreiche seiner kleinen DS-Handhelds zur Verfügung gestellt, auf denen die Interessenten sich in der digitalen Flohbeseitigung bei ihren kleinen Lieblingen versuchen konnten.

In Japan bereits seit einiger Zeit auf dem Markt, erfreut sich die erstaunlich komplexe Hundesimulation im Land des ewigen Lächelns großer Beliebtheit. Ob auch wir in Deutschland endgültig auf den Hund kommen werden, erleben wir am 18. September. Jedenfalls dann, wenn Big Angie von der Leine gelassen werden sollte. Was das Spiel betrifft, müssen wir uns allerdings noch bis zum 7. Oktober gedulden.

Games Convention 2005 - Ausgespielt und angezockt! Der große Nachbericht! Teil 1

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 466/4721/472
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Außerdem gab es am Stand neben vielen anderen Titeln auch das sehnsüchtig erwartete »Mario Kart« für den DS zum Probespielen. Wenn man den Ansturm des probierwilligen Publikums auf den Titel zum Maßstab für dessen künftigen Erfolg nimmt, können sich die Nintendos schon jetzt erwartungsvoll die Hände reiben. Wir jedenfalls träumen schon mal von einem siegreichen Mario, der in Schumis Fußstapfen tritt.

Wer es besonders putzig mochte, der konnte sich schon mal vorab mit dem Gameboy Micro vertraut machen, der ab Herbst diesen Jahres für zusätzlichen Elan auf dem Handheld-Markt sorgen soll. Der Winzling spielt alle Module des GBA auf einem armbanduhrgroßen Display ab.Der besondere Gag: für die Ameisenkonsole bekommt man verschiedene Frontblenden. Nintendo richtet sich so gezielt an die Sammlerfraktion unter den Handheldzockern. Ob das Ding allerdings ein echter Verkaufsschlager wird, sei einmal dahingestellt.

Und wem das alles noch nicht genug war, der konnte sich an einem üppigen Showprogramm erfreuen, das von lauten Rappern über kreischende Moderatoren bis hin zu echten Manga-Zeichnerinnen alles zu bieten hatte. Wer genaueres wissen will, sollte noch einmal unsere Berichterstattung vom dritten Messetag lesen. Hurra, ich bin im Fernsehen Medienriese RTL setzt ganz auf Familienkompatibilität. So auch bei »Prime Time Fernsehmanager«, dem neuesten Produkt des Hauses. In der komplexen Wirtschaftssimulation darf der Spieler in bester Kirch-Manier sein eigenes Fernseh-Imperium aufbauen. So gilt es, möglichst preisgünstig Filmlizenzen aufzukaufen, Mitbewerber durch unfaire Mittel vom Markt zu fegen und eigene Serien zu produzieren. Erlaubt ist dabei, was gefällt, vorausgesetzt, das fernsehdurstige Publikum schluckt die vom Spieler zubereitete Kost.

Grafisch eher unspektakulär bietet das Spiel sowohl eine Aufbau- alsauch eine Managersimulation. Daneben gibt es Gadgets wie Medienforschung, Ranking und vieles andere. Allerdings hat das Programm einen echten Knackpunkt: die fehlende Multiplayerunterstützung, die das an sich interessante Thema gewaltig ausbremst. Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler dies als Patch zeitnah zum Release im kommenden Jahr nachreichen. Ansonsten bleiben die digitalen Flimmerkisten vermutlich schon nach kurzer Zeit dunkel.

Laß einen fahren!
Ganz im Zeichen der neuen Xbox 360 stand das Line-up von Microsoft. Besonders im Rahmen der Pressevorführungen überschlugen sich die fleißigen Mitarbeiter des Redmonder Riesen mit vollmundigen Versprechungen bezüglich der Leistungsfähigkeit ihres neuen, schicken Babys. Neben anderem konnten wir dabei auch einen Blick auf »Project Gotham Racing III« werfen, einen der Launchtitel zum Verkaufsstart der weißen Edelbox Ende November 2005. In feinste Grafik mit großzügigen Effekten und

nahezu fotorealistische Reflexionen gehüllt, präsentiert sich das Spiel dabei in altbekannter Manier. Rasen ist somit wie gehabt nur in Großstadtszenarien ohne Individualverkehr, dafür aber mit heftig jubelndem Publikum möglich. Die lizensierten PS-Protze sind aus den unterschiedlichsten Kameraeinstellungen heraus steuerbar, darunter auch einigen verschiedenen Cockpitperspektiven. Ein Schadensmodell wurde integriert, wirkt sich allerdings nach Angaben des Entwicklers nicht auf das Fahrverhalten der Boliden aus. Da wir keine Möglichkeit hatten, den Titel selbst anzuspielen, können wir in Bezug auf Steuerung und Handling der Wagen nur Mutmaßungen anstellen. Es hat jedoch den Anschein, dass es sich in »Project Gotham Racing III« ähnlich gut, allerdings auch unspektakulär, rasen läßt, wie in den Vorgängern. Wir sind gespannt.

Ja, ich will!
Marc Rein höchstselbst gab sich die Ehre, um auf der GC Informationen über den neuesten Titel aus der

Games Convention 2005 - Ausgespielt und angezockt! Der große Nachbericht! Teil 1

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 466/4721/472
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

»Unreal«-Reihe unters willige Volk zu streuen. »Unreal Tournament 2007« wird im Sommer 2006 erscheinen, und wenn die gezeigten Features und bewegten Bilder auch nur annähernd der Realität entsprechen werden, dann steht uns im kommenden Jahr ein wirklich heißer Sommer ins Haus - egal wie das Wetter wird. Denn was die Jungs von Epic Games der neuen Unreal-Engine entlocken, ließ bei uns kein Auge trocken. Derart wuchtige Explosionen und knallige Effekte suchen in der Videospielgeschichte ihresgleichen.

Wir wünschen uns eigentlich nur zwei Dinge: erstens, dass die Endfassung so geil aussehen wird wie die gezeigten Szenen und zweitens, dass morgen endlich Sommer 2006 ist und wir das Teil endlich selbst spielen können.

Inhaltlich greift der Titel natürlich auf altbewährtes zurück: UT 2007 wird nach Herstellerangaben überarbeitete Versionen der bekannten Spielmodi aus den Vorgängern enthalten. Natürlich wird es auch deutlich modernisierte Fassungen der digitalen Mordwerkzeuge und endgeile Fahrzeuge geben. Und, wie Marc Rein betonte, durch die neue KI sollen sich die Bots noch lebensechter verhalten als bisher. Nun ja, vielleicht ist der gute Marc nicht unbedingt ein

Paradebeispiel für künstliche Intelligenz, aber wir wollen dem Mann jetzt einfach mal glauben. Denn wer sein Maul so weit aufreißt wie Epics Vorzeige-Mitarbeiter, sollte schon dafür Sorge tragen, dass die vollmundigen Versprechungen nicht in einer ähnlichen Rauchwolke aufgehen wie die vom neuen Raketenwerfer getroffenen Buggys.Was denn, schon Schluß?

Das waren alle Titel, die uns aufgefallen sind? Aber nein! Dies war nur der erste Teil unseres Nachberichts von der Games Convention 2005. Was uns sonst noch an First-Look-Highlights über den Weg gelaufen ist, erfahrt Ihr im zweiten Teil unserer Berichterstattung.

Darin berichten wir unter anderem über folgende Titel: Titan Quest, In 80 Tagen um die Welt, Ufo: Aftershock, Paraworld, Lumines und vieles mehr.

Stay tuned!