Games Convention 3.0 - mit Volldampf weiter auf Erfolgskurs(von Jörg Pitschmann)

Bereits zum dritten Mal war es am vergangenen Wochenende soweit: die Games Convention 2004 öffnete vom 19. bis 22.8. der Zockergemeinde ihre Türen. Das wichtigste vorweg: der

Aufwärtstrend der Messe war auch diesmal ungebremst. Mehr als 270 Aussteller und rund 105000 Besucher ließen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß sich Computerspiele in Deutschland einer wachsenden Begeisterung erfreuen. Auch in den Medien gewinnt die Messe an Bedeutung.

Neben mir waren noch etwa 1700 weitere Journalisten akkredetiert, was laut Angaben der Veranstalter einen Zuwachs von 30 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet, denn 2003 waren etwa 1300 Vertreter der schreibenden und redenden Zunft anwesend. Soviel zu den nackten Zahlen.

Natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Hightlights und Flops zu bestaunen, die mich wahlweise zu Tränen der Rührung oder des Mitleids rührten. Welches meine persönlichen Tops sind, könnt Ihr im zweiten Teil des GC-Specials lesen. Hier gibt es hier erst einmal die offiziellen Gewinner der diesjährigen Games Convention. Und was mir sonst noch auffiel, das könnt Ihr weiter unten lesen.

And the winner is...Wie schon in den Vorjahren wurden auch diesmal wieder die besten Spiele der Messe ausgezeichnet. Die GC vergibt dabei in Kooperation mit NBC Giga die Auszeichnung in zehn verschiedenen Kategorien.

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Überraschungen bei den Preisträgern gab es allerdings kaum.Gleich zweifach räumten die Jungs von Konami ab, die in der Kategorie "Best Gameplay" mit »Pro Evolution Soccer 4« und mit »Metal Gear Solid 3« in der Kategorie "Best PS2-Game" die Nase vorn hatten.

Damit setzten sich die Japaner an die Spitze des heiß umkämpften Dreiergestirns der Fußball-Simulationen, und auch beim Schleichen hat Solid Snake ganz klar die Nase vor Sam Fisher. Vielleicht hätten die Jungs nackt gegeneinander antreten sollen...Das "Best Gameboy-Game" konnte Nintendo mit »The Legend of Zelda: The Minish Cap« für sich verbuchen,
womit sich einmal mehr gezeigt hat, daß die Hersteller des kleinen Spieljungen gleichzeitig auch die besten Titel für ihre Spaßkonsole auf den Markt bringen.»Halo 2« sackte den Preis in der Sparte "Best Xbox-Game" ein. Microsoft freut sich, und ich freue mich auf den 11.11., wenn der Masterchief endlich wieder auf Alienjagd geht.

Wer dachte, daß Blue Bytes Siedler-Reihe ein Ende gefunden hätte, sah sich getäuscht. Der fünfte Teil der Reihe »Die Siedler - Das Erbe der Könige« sahnte die Auszeichnung für das "Best PC-Game" ab. In gewohnter Wuselmanier, allerdings ohne den bisherigen Knuddelfaktor, wird wieder heftigst gesiedelt und dem Bösewicht auf die Finger gehauen. Ich amüsierte mich bei der Pressevorführung prächtig, und Publisher Ubi Soft sagte artig "Danke".

Sieger in der Kategorie "Best Nintendo GameCube-Game" wurde das bekannte Horroradventure »Resident Evil 4« von Capcom.Angesichts der mageren Liste von Neuerscheinungen für den Würfel sollte sich Nintendo vielleicht über die mangelnde Bestückung seines Spaßcubes mit Software Gedanken machen. Ansonsten könnte es sein, daß zumindest diese Kategorie im Auszeichnungsreigen demnächst der jüngeren Geschichte angehören wird.

Den Award für das "Best Mobile Game" griff »Port Royale 2« von Elkware / T-mobile ab. Gerne hätte ich mich von der Qualität des Spiels selbst überzeugt, doch leider ließ mich Elkware zum verabredeten Zeitpunkt im Regen stehen. Man hatte unseren Termin leider vergessen. Ruf doch mal an!In der Kategorie "Best online Game"konnte es nur einen geben: »World of Warcraft« von Vivendi Universal schoß hier den Vogel ab. Geduldig beantworteten die freundlichen WoW-Betreuer im dicksten Getümmel in Halle 5 alle anfallenden Fragen zum genialen Spiel. Nur auf eine Frage verweigerten sie beharrlich die Antwort: wann werden die Europäischen WoW-Server online gehen?

Den Award für die beste Grafik konnte sich Sony mit seinem »Gran Tourismo 4« sichern. Nie machten Unfälle mehr Spaß, und nie zuvor hatte ich das massive Bedürfnis, mir ein Lenkrad samt Fahrersitz für mein Wohnzimmer anzuschaffen. Tolles Spiel!Als "innovativstes Produkt" wurde Ataris »Gametrak« ausgezeichnet, ein neuer Controller für die PS 2. Der Clou: an einer Steuerkonsole auf dem Fußboden sind zwei unkaputtbare Nylonfäden befestigt, die über Handschuhe mit den Händen des Spielers verbunden werden. Jede Bewegung der Arme wird auf diese Weise in Echtzeit auf das jeweilige Spiel übertragen. So macht das Verprügeln der Gegner noch viel mehr Spaß als mit einem normalen Controller. Und wenn ich auf die Fresse kriege, tut's trotzdem nicht weh.

HerdentriebSoweit also die Preisträger der diesjährigen Games Convention.

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Darüber hinaus hatte die Messe aber noch einiges mehr zu bieten. Wie eingangs schon erwähnt, stapelten sich laut Veranstalterangaben diesmal rund 105000, meist jugendliche, männliche Besucher in den Hallen und Gängen des Messegeländes.

Obwohl es sich hierbei um die Gesamtzahl der Besucher handelt, hatte ich zumindest Samstag den Eindruck, von all diesen 105000 jungen Menschen zugleich umgeben zu sein. Jedenfalls hatte ich arge Mühe, meine jeweiligen Gesprächspartner zu erreichen, ohne diverse Ellenbogen oder Videokameras ins Gesicht gedrückt zu kriegen.Einige unbelehrbare Firmen hatten nämlich aus dem Andrang und der Lautstärke der vergangenen Jahre offenbar nicht gelernt. Sie empfingen mich, zumeist mit verzweifelt aufgeschraubtem Grinsen, im Ausstellungsbereich der Messe. Umgeben von heftig pubertierenden und kreischenden Jungen gestalte-ten sich die nachfolgenden Gesprä-che meist ein wenig anstrengend.

Besonders wenn es um die Darstellung äußerst wichtiger und spielentscheidender Details ging, hatte ich mitunter Schwierigkeiten, den Ausführungen meines Gegenübers adäquat zu folgen. Und so war der von mir am häufigsten herausgebrüllte Satz denn auch"Das finde ich doch bestimmt alles in Deinen Pressematerialien, oder?"Doch glücklicherweise waren solche Gespräche in diesem Jahr eher die Ausnahme. Die meisten Publisher hatten von vornherein ihre Zelte im Business-Center aufgeschlagen, wo es neben ein wenig frischer Luft auch mehrere Quadratzentimeter Platz und zumeist frischen Kaffee gab. Aufgrund des stark gestiegenen Platzbedarfs der Aussteller hatten die Messeverantwortlichen zudem die Hälfte der Halle 2 kurzerhand ebenfalls in einen Business-Bereich umgewandelt. Dort ließen sich bei häßlichem Neonlicht und Aircondition in den kleinen, weißen Kaninchenverschlägen die Spiele ebenfalls akzeptabel präsentieren.MausialarmWas wäre die Games Convention ohne eine Vielzahl von schönen jungen Frauen, die mit prophylaktisch angedachter Bekleidung und verführerischem Lächeln für die neuesten Spiele werben? Genau, nichts! Dieser Tatsache eingedenk, überschlugen sich auch diesmal die Firmen mit Großaufgeboten von Messemiezen, deren Job ausschließlich darin zu bestehen schien, möglichst gut auszusehen.

Ach ja, meist drückten die Schönen einem auch noch irgendwelche Zettel in die Hand. Fraglich allerdings, ob die Mehrzahl der überwiegend minderjährigen Besucher die Vorzüge der gutgebauten Messehostessen zu schätzen wußte. Vermutlich waren es deshalb auch eher die gestreß-ten Väter, die den netten Messeda-men an den Lippen hingen und mit wachsender Begeisterung Informa-tionsmaterial entgegennahmen.

Welche Firma allerdings in diesem Jahr den größten T-Faktor für sich in

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Anspruch nehmen konnte, ließ sich für Kollege Heiko und mich nicht ermitteln. Und entsprechende Anfragen an die Messeleitung blieben bislang leider unbeantwortet...

Ich sehe was, was Du nicht siehstWie eingangs schon erwähnt, konnte die Games Convention auch imdritten Jahr ihres Bestehens ein wachsendes Interesse bei der Branche und den Besucherzahlen verzeichnen. Und der Erfolg gibt den Veranstaltern recht. Je größer die Bedeutung der Leipziger Spielemesse für die Zockergemeinde wird, desto größer wird auch der Platzbedarf der Aussteller und desto mehr Spiele werden gezeigt. So war es nur logisch, daß die Veranstalter die Ausstellungsfläche gegenüber dem Vorjahr abermals vergrößert hatten. Nicht nur der Business-Bereich wurde ausgebaut, sondern auch erheblich mehr Fläche für die Spielefirmen zur Verfügung gestellt.

Mehr noch: Giga Games und der e-Sports-Bereich konnten sich diesmal nahezu ungestört in Halle 4 breitmachen. Schade nur, daß ich diesmal keine Zeit hatte, den Jungs einen Besuch abzustatten...Doch die zunehmende Anzahl der Aussteller bedeutet für das Fachpublikum in zunehmendem Maße, sich immer stärker nur noch auf ausgesuchte Spiele und Publisher zu stürzen. Ich selbst hatte

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am Ende der Messe das Gefühl, kaum mehr als 30 Prozent der dargebotenen Spiele gesehen zu haben - verbunden mit dem Gefühl, daß einige wirklich wichtige Titel an mir vorbeigegangen sind.

Doch ich will mich nicht beklagen. Schließlich hat man ja Kollegen, die den einen oder anderen Titel angezockt haben, für den man selbst keine Zeit hatte. Und entscheidend ist am Ende nur eins: daß die Messe ein voller Erfolg war und ich mich schon jetzt auf die Games Convention 2005 freue. Leipzig, ich komme wieder!

Teil 2 coming soon!!!