Der Bundesverband G.A.M.E. kritisert das Gameforge-Urteil bezüglich Runes of Magic, nachdem im vergangenen Jahr der Bundesgerichtshof an Kinder gerichtete Werbung in Onlinespielen verboten hat.

So ist das Gericht etwa der Annahme, dass das Dutzen im Slogan eine gezielte Ansprache junger Konsumenten sei.

Das Urteil würde zeigen, dass dem Gericht die nötige Sachkompetenz fehle: "Diese Argumentation des BGH ist nicht allein wegen ihrer konkreten rechtlichen Folgen bemerkenswert, sondern vor allem auch deshalb, weil sie deutlich macht, wie wenig Bezug Richter, die über diese Materie in letzter Instanz zu entscheiden haben, mitunter zu Computerspielen haben. Jedem, der Computerspiele nicht nur vom Hörensagen kennt, ist klar, dass der beschriebene Sprachstil für dieses Medium generell kennzeichnend ist."

Weiter heißt es: "Man muss schon recht unbedarft an das Thema herangehen, um anzunehmen, dass Computerspiele ihre Kernzielgruppe allgemein bei Kindern unter 14 Jahren fänden. Studien belegen nämlich etwas vollkommen anderes: Rund 85 Prozent aller Spieler von Computerspielen sind keine Kinder, und das Durchschnittsalter liegt bei circa 32 Jahren."

Zudem müsse das beworbene Produkt in der Werbung direkt benannt sein - es genüge also nicht, wenn nur ein allgemeiner Kaufappell ausgesprochen werde. In der Werbung von Runes of Magic war nur von "Etwas" die Rede: "Worin dieses 'Etwas' besteht, geht aus der Aussage nicht hervor. Ein konkretes Produkt wird also gerade nicht beworben. Vielmehr handelt es sich um eine allgemeine Einladung, den Item-Shop - also ein 'virtuelles Ladenlokal' - aufzusuchen und dort erst nach dem passenden 'Etwas' zu stöbern."

Letztendlich sei die Entscheidung des BGH aus mehreren Gründen kritikwürdig. Es bleibe jedoch noch Hoffnung, dass der Richterspruch in dieser Form nicht Bestand haben werde, da Einspruch eingelegt wurde.