Heute fiel der Startschuss zur Games Developer Conference Europe 2010 und eine der bereits abgehaltenen Podiumsdiskussion beschäftigte sich unter anderem mit Verbot und Zensur von Videospielen. Anwesend waren Avni Yerli (Crytek), Stephan Reichart (G.A.M.E.), Matias Myllyrinne (Remedy Entertainment) und Richard Taylor (ESA).

Reichart und Myllyrinne stimmten überein, dass viele der Probleme in Europa aus Brüssel kommen und dort wohl auch zukünftig die wichtigsten Entscheidungen für die Industrie getroffen werden. Myllyrinne glaubt sogar, dass die Zensur von Videospielen wohl bald nicht mehr ein Problem einzelner Länder sein wird, sondern ganz Europa betreffen könnte.

Obwohl in Deutschland das geplante Verbot von gewalttätigen Spielen vom Tisch ist, glaubt Reichart, dass die Politiker sich dem Medium noch immer entziehen. „Mehr als 70.000 Menschen haben sich in einer Petition gegen das Verbot ausgesprochen – die Größte die wir in Deutschland jemals hatten. Trotzdem haben viele Politiker zu mir gesagt 'Ja, aber es ist nur online. Es ist nicht real.'“

Wenn Leute auf die Straßen gehen, dann horchen die Politiker auf, doch die modernen Kommunikationswege akzeptieren sie nicht, meint Reichart weiter.

Auch Crytek versucht die deutschen Politker aufzuklären, etwa durch Studio-Besuche. „Das Wichtigste ist ihnen zu zeigen, über was sie überhaupt reden und nicht einfach einen Screenshot aus dem Zusammenhang zu reißen“, erklärt Avni Yerli.

„Was in Deutschland passiert, betrifft alle europäischen Entwickler“, so Myllyrinne. „Wenn man einen wichtigen Markt einfach wegnimmt, hat das sehr große Auswirkungen.“