Gerade Konsolen eignen sich ja besonders gut für den Spielspaß mit mehreren Leuten, gemeinhin als Partyspiele bekannt. Hudson Soft hat sich mit der Mario Party-Serie für den Gamecube einen Namen gemacht und will nun auch die Xbox 360 Party-tauglich machen, wo es bisher nur sehr wenige Spiele für solche Gelegenheiten gibt.

Mit Fuzion Frenzy 2 erscheint nun für Microsofts Next-Gen-Konsole ein Spiel, das vornehmlich aus Minispielen besteht. Dass es im Vergleich zu der MP-Reihe aber jede Menge Spielspaß zu vermissen gibt, mussten wir bei unserem Test leidvoll erfahren.

Endlich: Die 360 wird zur Partykonsole - oder doch nicht?
Das Spielprinzip von Fuzion Frenzy 2 gleicht seinem Vorgänger, der 2002 noch für die Xbox erschienen war: Vier Spieler treten in über 40 Minispielen gegeneinander an und bestimmen so den Turniersieger. Denkbar simpel, allerdings gibt es noch einige Gameplay-Kniffe, die für die nötige Würze und Spannung sorgen sollen. Doch der Reihe nach. Die Moderation des Turniermodus übernimmt ein gewisser DJ Varcanno, der von Beginn an mit nervigen, gestelzten Ansagen das Publikum bzw. die Mitspieler zur Weißglut bringt. Glücklicherweise lassen sich die immer wiederkehrenden Ansagen per Knopfdruck überspringen - alles andere wäre auf Dauer auch unzumutbar.

Fuzion Frenzy 2 - Mehr Partyspiele braucht die 360 - dieses aber bestimmt nicht!

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Wer, wie, was - wieso, weshalb, warum, wer nichts rafft bleibt dumm...
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Im Turniermodus tretet ihr entweder gegen drei computergesteuerte Gegner (drei einstellbare Schwierigkeitslevel) oder Mitspieler aus Fleisch und Blut an. Abhängig davon, welche Einstellung ihr wählt, finden die Minispiel-Wettbewerbe auf bis zu fünf der insgesamt sieben Planeten statt. Vergleichbar mit Gewinnsätzen beim Tennis gewinnt derjenige das Turnier, der die meisten Siege erzielt und dann die Herrschaft über die meisten Planeten an sich reißt. Dabei absolviert ihr immer die gleiche Anzahl an Wettbewerben. Zudem verdient ihr in speziellen "Königsdisziplinen" Power-Ups, mit denen ihr Vorteile wie mehr Angriffsstärke, Verteidigungsboni und eine Verdopplung der Lebenspunkte erhaltet.

Zusätzlich nehmt ihr noch mit so genannten Frenzy-Karten Einfluss auf den Ausgang des Spiels, nicht aber der Mini-Games selbst. Damit wettet ihr quasi vor jeder Runde auf euer eigenes Abschneiden und setzt Karten mit Werten wie x4 oder x6, die eure Punktezahl um diesen Wert erhöhen. Allerdings kann es euch passieren, dass eure Kontrahenten Karten einsetzen, mit denen sie eure Boni klauen oder sich eure Punktzahl durch einen bestimmten Wert teilt. Nur wer nach der abschließenden Ergebnisrunde ganz oben steht, gewinnt. Aufgrund dieses Systems kann es sogar passieren, dass ihr vor der letzten Spiel-Runde scheinbar uneinholbar im Rückstand liegt, mit einem sechsfachen Bonus dann aber doch noch alle anderen einholt und den Planeten für euch gewinnt.

Fuzion Frenzy 2 - Mehr Partyspiele braucht die 360 - dieses aber bestimmt nicht!

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Bei diesem Spiel steht man des Öfteren am Abgrund - nervlich!
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An diese Karten kommt ihr entweder durch das Erreichen bestimmter Spielziele (vom verrückten DJ vorgegeben) oder in Extraspielrunden, in denen ihr vom Himmel regnende Karten aufsammelt. Allerdings dürft ihr immer nur drei Karten gleichzeitig besitzen, überschüssige Karten müssen abgelegt werden. Mit einigen Spielkarten könnt ihr sogar Einfluss auf den Ablauf des Turniers nehmen und auf diese Weise Planeten erobern, die eigentlich schon an einen Konkurrenten gefallen sind. Oder ihr sichert euch die Auswahl über das nächste Minispiel.

Mögen die Spiele beginnen...
Kommen wir zum zentralen Teil des Spiels, den Minispielen. Nicht alle sind von Anfang an zugänglich, einige müssen erst durch Siege freigeschaltet werden. Abhängig davon, welcher der sieben Planeten auf dem "Menü" steht, gestalten sich die auf euch wartenden Aufgaben. Befindet ihr euch auf einem Eisplaneten, haben die Wettkämpfe beispielsweise etwas mit Eis zu tun. Äquivalent verhält es sich beim Feuerplaneten Blazer oder dem Wasserplaneten Feuchtun usw.

Leider machen die Entwickler viel zu wenig aus den unterschiedlichen Szenarien, und die Minispiele ähneln sich mehr oder weniger oder leiden an konzeptionellen Schwächen. Nur eine Handvoll Spiele kann überhaupt überzeugen, andere nerven schlicht, sind fast unspielbar oder lediglich total öde. Von der Vielseitigkeit der Mario Party-Spiele ist man bei Fuzion Frenzy 2 meilenweit entfernt.

Völlig nervig sind beispielsweise Spiele wie "Amöbengitter", bei denen ihr mit kleinen Bomben Jagd auf Schleim und eure Kontrahenten macht. Dummerweise ist das Gameplay furchtbar chaotisch, sodass man schon schnell das Handtuch wirft, weil man eigentlich ständig am Boden liegt und kaum dazu kommt, Punkte zu sammeln. Ähnlich misslungen ist das Monsterhüpfen, bei dem man von Säulen im Wasser auf Monster springen soll, um zu punkten. Auch hier ist die Steuerung ziemlich hakelig und das Timing nur schwer zu durchschauen.

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Eins der wenigen Spiele, das wirklich Spaß macht: Sumo.
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Oft kommt das Gefühl auf, dass die computergesteuerten Widersacher aufs Gewinnen gepolt sind (oder cheaten...). Egal wie gut man sich anstellt, sie holen häufig knapp mehr Punkte als man selbst. Andererseits gibt es einige Minispiele, in denen ihr kaum verlieren könnt. Beim "Schiffe versenken" beispielsweise ist es selbst mit wenig Mühe möglich, jedes Mal als Gewinner aus der Partie hervorzugehen. Ebenso verhält es sich bei "Schnelllader", wo sich die KI-Kontrahenten lieber gegenseitig bekämpfen, während ihr bequem die herab fallenden Münzen aufsammelt.

So schwankt das Niveau der Spiele sehr stark und unterm Strich frustriert das eher, als dass es Spaß macht. Wenigstens ist es möglich, vor jeder Partie den Übungsmodus zu aktivieren und sich erstmal mit den Spielregeln und der Steuerung vertraut zu machen. Trotzdem scheitern einige Spiele schon allein deshalb, weil die Perspektive völlig unzureichend auf das Spielgeschehen ausgerichtet ist, so z.B. bei "Super-Slamdunk", wo die Action ständig am Spieler vorbei geht oder bei "Turbinenhüpfer", wo man die Höhe der Laserstrahlen, über die man springen soll bzw. unter denen man sich ducken soll, gar nicht richtig erkennen kann.

Next-Gen? Fehlanzeige.
Optisch ist das Spiel eher enttäuschend. Von den Fähigkeiten der Xbox 360 macht das Spiel, wenn überhaupt, nur in Ansätzen Gebrauch. Next-Gen-Spiele sehen anders aus. Da reicht es nicht, die Spielumgebung in die Zukunft zu versetzen und die Spielfiguren dementsprechend einzukleiden.

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Rette sich wer kann!
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Auch soundtechnisch bewegt sich Fuzion Frenzy 2 auf ziemlich dünnem Eis und kann weder was die Soundeffekte noch die Hintergrundmusik betrifft, überzeugen. Dafür können Gamer, die nicht über genügend Mitspieler verfügen, ihre Turniere auch im Online-Modus absolvieren - wenn sie denn welche finden. Wahlweise können zudem auch alle (freigeschalteten) Minispiele einzeln gegen drei Gegner gezockt werden, was aber nicht wirklich motivierend ist.