Charly Two Delta an Command, wir werden überrannt. Hier sind jede Menge „Iron Men“ und sie haben Jetpacks. Und goldene Visiere. Irgendwie sind diese Jungs ziemlich clever, nutzen ihre Ressourcen, zwingen uns mit gewaltigen Gatlings in Deckung und sind uns durch ihre Jetpacks ständig einen Schritt voraus.

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Wie, wir sollen unsere FUSE-Waffen einsetzen? Das tun wir doch: Wir schützen mit Dalton unser Team per Magshield, setzen mit einer brünetten Lady schwarze Löcher in die Gegend und saugen damit jede Menge Feindgesocks auf. Aber das hilft nur gegen die Standard-Soldaten, das Kanonenfutter, die Statisten. Die Raven-Iron-Men sind wirklich verdammt stark und... oh shit, die haben ja sogar Mechs. Ich muss weg.

FUSE hieß früher Overstrike und war ein Comic-Stealth-Shooter

Eigentlich war alles anders geplant, als Insomniac Games auf der E3 2011 ihr neues Baby enthüllen. Es heißt „Overstrike“, erinnert von seinem überzeichneten Comic-Stil ein bisschen an „Team Fortress 2“, will mit launigen Gags punkten und als Koop-Titel funktionieren, in dem Schleichen angesagt ist. Wer jetzt mit einem wohligen Grinsen an „Splinter Cell: Double Agent“ und seinen „Spy vs. Merc “-Modus denkt, der hat vermutlich Erinnerungen an brillant ausgetüftelte Multiplayer-Arenen, in denen zwei schwer bewaffnete Securitys mit Taschenlampe und Sturmgewehr zwei Agenten gejagt haben. Die hatten zwar nur schallgedämpfte Pistolen, dafür aber jede Menge Hightech-Spielzeug.

„Wir wollten einen Stealth-Shooter schaffen, aber das hat einfach nicht funktioniert“, gibt Insomniacs CEO Ted Price zu, als wir ihn auf einem EA Showcase in München treffen. Price ist eine Rarität in diesem Geschäft, denn er sagt, was er denkt: „Wir saßen im Meeting, einer unserer Designer hatte alle möglichen Concept Arts für Waffen angefertigt und wir mussten immer sagen: Ne, geht nicht. Wir sind ein Stealth-Shooter. Wir brauchen schallgedämpfte Waffen, keine schwarzen Löcher. Und irgendwann dachte ich: Bullshit, warum tun wir das eigentlich? Warum entwickeln wir ein Spiel, worauf eigentlich keiner im Studio Lust hat?“

Das war die Initialzündung für den Koop-Shooter „FUSE“, der sich um die namensgebende Alienenergie dreht, aus der sich die abgefahrensten Waffen seit G.I. Joe basteln lassen.

Fuse - Der abgefahrenste Koop-Spaß seit langem: FUSE hat das Zeug zum Überraschungs-Hit

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Boom: Die Fuse-Energie hat richtig Power, deshalb klauen sie Terroristen aus einem CIA-Labor.
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Fuse, die Energiequelle aus dem All

Wer an „Resistance 3“ denkt, der denkt an starke Emotionen und eine wirklich dramatische Story. Das wird „FUSE“ eher nicht liefern. Vielmehr fühlt sich die Geschichte nach Slapstick-Sci-Fi im Stil von „Men in Black“ an. Alles dreht sich um eine geheimnisvolle Energiequelle, die sich im Inneren eines abgestürzten Alien-Raumschiffes befindet. Bereits im Jahr 1940 wird das Wrack geborgen und zu einer Art Area 51 in der Wüste New Mexicos gebracht. Die CIA-Einrichtung wird jedoch von der Terrororganisation Raven angegriffen und die Fuse-Technologie gestohlen.

Packshot zu FuseFuseErschienen für PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Die Central Intelligence Agency will den Vorfall geheim halten, verzichtet auf den Einsatz regulärer US-Spezialeinheiten und ruft stattdessen bei Lyndon Burgess an. Der war mal bei der CIA, hat sich jetzt selbstständig gemacht und sich auf Problemlösung und aggressive Verhandlungen spezialisiert. Sein Team, Overstrike 9 ist das einzige Überbleibsel des ursprünglichen „Overstrike“-Konzepts und besteht aus Anführer Dalton, Scharfschütze Jacob Kimble, Hackerin Isabelle Sinclair und Naya Deveraux, die mit ihrer Waffe schwarze Löcher in die Gegend setzt.

Agenten und ihre Frauengeschichten

Laut Ted Price will Insomniac keine austauschbaren 08/15-„Yes, Sir, ich sterbe gerne für mein Land“-Typen ins Spiel einbauen, sondern echte Charaktere. Das können wir zwar noch nicht bestätigen, aber zumindest hat jedes Teammitglied schon mal einen Hintergrund, der sie in irgendeiner Form mit dem Feind verbindet. So ist die Anführerin der Raven, Mei Lin Mao, sicher nicht ganz zufällig die Ex-Freundin von Dalton. Als Dalton gerade mit seinem Team in der eigentlich geheimen Forschungseinrichtung der CIA eintrifft, ist Mei Lin gerade dabei, Geiseln zu nehmen.

Clevere Action mit viel Taktik-Potential. Die Waffen machen Laune, die Multiplayer-Modi fordern und mit unserem Johansson-Double hatten wir viel Spaß. Die Technik ist zwar eher so lala, aber der Rest steuert auf Überraschungshit-Kurs.Ausblick lesen

Zwischen den beiden entfaltet sich ein kleines Wortgefecht, Sprüche wie „Warum hast du eigentlich nie angerufen“ werden hin und her geworfen und wir hoffen auf eine ähnlich witzige Partnerschafts-Dynamik wie zwischen Elena und Nathan in der „Uncharted“-Reihe. Schauen wir mal, ansonsten ist Dalton immer für einen Spruch gut. Als seine Ex droht, einen Senator zu töten, wirft er ihr nur ein „Och, mach ruhig, ich hätte ihn eh nicht gewählt“ vor die Füße.

Interessant dürfte auch die Verbandelung von Naya Deveraux werden, denn die hat mal als Profikiller für die Raven gearbeitet und muss jetzt gegen ihren Vater kämpfen. Der ist mittlerweile Chefingenieur der Terroristen und nutzt die Fuse-Energie, um eine ganze Raven-Armee mit Hightech-Waffen auszustatten. Insomniac sorgt also für ein emotionales Pulverfass, doch jetzt wollt ihr sicher wissen, welche experimentellen Waffen die kalifornischen Köche so servieren.

GI-Joe-Style: Waffen mit Wumms

„FUSE“ könnte vom Grundprinzip auch ein Marvel-Spiel sein, eben ein spielbares „G.I. Joe“. Terroristen und Heldentruppe kämpfen hier mit absurd durchschlagskräftigen Waffen und rüsten jede Stunde immer mehr und mehr auf. So startet jeder unserer Agenten mit einer speziellen Fuse-Waffe, die sich später upgraden lässt.

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Das Wettrüsten beginnt: Team Overstrike kämpft mit Fuse-Waffen gegen die Jetpack-Trooper der Raven.
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Dalton schnappt sich das Magshield, welches aus Ferrofluiden besteht. Die sorgen dafür, dass Kugeln von außen abprallen, das Team also geschützt ist, gleichzeitig aber von innen feuern kann. Das Schild absorbiert feindliche Kugeln, Dalton katapultiert Schrapnell und Blei auf Knopfdruck wieder zurück. Naya kämpft mit einem Warp-Gewehr, das Antimaterie verschießt und so Schwarze Löcher erschafft. Die setzen sich gemütlich in die Gegend, kommt ein Opfer vorbei, wird es reingezogen wie in einen Strudel und platzt schließlich wie eine Melone in „Fruit Ninja“. Drücken wir den Feuerknopf länger, laden wir die Waffe auf und machen so mehr Schaden, müssen aber darauf achten, dass unser Baby nicht überhitzt.

Isabelle Sinclair ist die Sanitäterin des Teams, heilt mit einer Art Kristallgranate die gesamte Crew und kämpft mit der Shattergun. Das ist die wohl abgedrehteste Waffe, „weil es das Mineral Melanit mit Fusionskraft anreichert. So werden Gegner kristallin“, sagt Ted Price. Abgerundet wird die Truppe durch Sniper Jacob Kimble, dessen Armbrust Gegner durch flüssiges Quecksilber in Brand setzt. Eine brutale, aber sehr effiziente und nützliche Waffe gegen die Massen an Raven-Einheiten.

Vier Spieler, vier Hirne, viel Taktik-Potential

Die ersten Missionen geben uns genug Zeit, die neue Wunderwaffen auszuprobieren. Wir müssen eine Festung der Raven auf Shang Island stürmen und solange halten, bis Verstärkung eintrifft. Unsere Gegner sind das übliche Tutorial-Kanonenfutter, die allerdings schnell lernen, dass so ein Frontalangriff gegen technisch weit überlegene Eliteeinheiten keine gute Idee ist, und anfangen, ihre vorderen Reihen mit Schilden zu schützen. Sie werfen Granaten, die wir als Dalton mit unserem Schild abblocken. Klingt nach klassischer Koop-Ballerei, allerdings ergänzen sich hier die Waffensysteme.

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Charakterwechsel auf Knopfdruck: Hier retten wir als Naya blitzschnell unserem Boss Dalton den Hintern.
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Und das funktioniert so: Die Kollegin, die gerade Isabelle spielt, feuert mit ihrer Shattergun durch mein Schild. Dadurch wird ein Multiplikator aktiviert, der die Schüsse so verstärkt, dass nicht nur zwei Soldaten wie sonst von ihr kristallisiert werden, sondern gleich vier. Außerdem gibt es natürlich deutlich mehr Punkte, dazu gleich mehr. Die Raven-Einheiten hängen jetzt bewegungsunfähig und versteinert in der Luft, ergo kann Jaboc sie mit seiner Armbrust leicht abservieren und so ebenfalls von dem Multiplikator profitieren.

Die Punkte laden nicht nur Fuse-Energie für die Waffen auf, sondern lassen sich auch in bessere Rüstung, allerlei Laser-Zielvisiere für klassische Sturmgewehre, sowie Upgrades für die Fuse-Waffen nutzen. Jede Spezialwumme hat drei Ausbaustufen. Investieren wir beispielsweise in Jacobs Quecksilberpfeile, lassen sich drei der Geschosse zu einer Kette verbinden.

In einer Situation feuern wir drei Pfeile in den Bereich über einer Tür, kommt der Feind rein, bringen wir die Dinger durch Beschuss zur Explosion und entfachen so eine Art Flammenwand. Nicht die feine englische Art, aber durchaus effektiv.

Das Anti-Online-Deppen-Feature: The Leap

All die Taktik-Kniffe sind zwar machbar, allerdings in den chaotischen Feuergefechten gegen ganze Armeen von Ravens sehr schwer zu koordinieren. Das Timing muss stimmen, die Waffen müssen zur richtigen Zeit aufgeladen sein und es erfordert eine Menge Disziplin, nicht einfach wild drauf los zu ballern. Da allerdings auch heute schon in „Battlefield 3“ und „Black Ops 2“ mehr Egoisten und Ballermänner rumrennen als taktisch eingestellte Teamspieler, hat sich Insomniac einen Kniff überlegt: The Leap.

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Nano-Style: Wer schleichen will, aktiviert die Unsichtbarkeitsfunktion von Nayas Anzug und schaltet lautlos Wachen aus.
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Das System erinnert an das Waffenrad aus „Resistance 3“, nur wechseln ihr hier keine Argumentationsverstärker durch, sondern Charaktere. Eine nette Idee, so können wir aus einem Shooter mit coolen Waffen einen Taktik-Shooter mit coolen Waffen machen. Wer zudem Snake vermisst und gerne ein bisschen schleichen möchte, setzt auf Naya, die die Fusionsenergie in ihren Anzug umleitet und sich so ganz Crysis-like unsichtbar macht. Die Lady hat zudem den ein oder anderen Karate-Trick im Gepäck, wirbelt durch die Gegnerreihen wie Hollywood-Beauty Scarlett Johansson alias Black Widow und entwaffnet nebenbei noch ein paar Soldaten.

Mit der Nahkampf-Amazone in den „Echolon“-Multiplayer

Unser Scarlett-Double erweist sich auch im knackig schweren Koop-Multiplayer-Modus „Echolon“ als geeignete Waffe. Im Grunde müsst ihr hier zwölf Wellen überstehen, also ganz wie in „Gears of War“. Während die Locust allerdings gerne in die Kettensäge rennen, hängen die Raven an ihrem Leben und gehen ziemlich clever vor: Drei Einheiten mit Schilden vorne, dahinter Truppenteile mit Granatwerfer und dahinter wiederum ein paar Schildträger, die die Formation nach hinten absichern.

Ziemlich clever die Jungs, so sind die Grenadiere von allen Seiten gut geschützt. Allerdings haben sie nicht mit unserer Naya gerechnet. Wir machen uns unsichtbar, schleichen uns nah an die Formation ran und hey, wir haben ja noch die „Black Hole Gun“. Ergo setzen wir ein großes schwarzes Loch in die Menge und durchbrechen so die Verteidigung. Sieg? Ha, vergiss es! Das war erst die zweite Welle. Es folgen Kampfhubschrauber, Spezialeinheiten in Exoskeletten, die ziemlich hoch springen können und durch ihre zwei Gatlings ordentlich Feuerpower haben, Panzer, eine Kombination aus all dem und letztlich noch drei verschiedene Mech-Bosse: Lead Foot, Lead Fire und Lead Shot.

Der erste ballert noch recht harmlos mit Raketen um sich und versucht uns mit einem Energie-Lasso einzufangen. Der Lead Fire ist ein Feuerteufel, der auf kurze Distanz seinen 360-Grad-Flammenwerfer auspackt und ansonsten eine Art Napalm-Bombe abschießt. Und der Lead Shot – „der ist ein Geheimnis, wir können hier ja nicht alles verraten“. Recht hat er, Ted Price muss noch ja noch seinen Flieger nach Hause erwischen.