From Dust ist eines jener Spiele, das vom ersten Moment an bezaubert. Durch seine Farben, seine Landschaft, seine Musik. Den ganz eigenen Stil. Weil man spürt, dass es anders ist. Im Aussehen. Im Anfühlen. Im Spielprinzip. From Dust ist aber auch eines jener Spiele, das man den finanziellen Erfolg nicht so ganz zutraut. Eben weil es so anders ist, könnte es zwischen den Gewehrsalven all der Call of Dutys und Battlefields aus der Retorte untergehen. Und das wäre schade…

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Für Götterspiele war bislang vor allem einer zuständig: Populous-Schöpfer Peter Molyneux. Der wohl ebenso große wie umstrittene Spielevisionär scheiterte jedoch grandios an seinem Allmachtssandkasten Black & White. Seitdem sind einige Jahre ins Land gegangen, Technik und Spielelandschaft haben sich weiterentwickelt. Und womöglich ist genug Zeit vergangen für den zündenden Gedanken, um das Genre wie Phoenix aus der Asche zu beflügeln. Wie der Name schon sagt: From Dust…

From Dust - Göttersimulation: Zu schön, um nicht daran zu glauben

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Herr der Elemente: In From Dust gebietet ihr als göttlicher Odem über ein Volk.
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Der französische Spieleentwickler Eric Chahi, der hinter From Dust steht, gilt vielen heute als Spielelegende. Dabei ist er abgesehen vom famosen Action-Adventure Another World auf dem Amiga kaum in Erscheinung getreten. Doch der fein animierte Sci-Fi-Kintopp hatte eben das gewisse bisschen Etwas, das ihm bis heute seinen Platz im kollektiven Gedächtnis sichert. Ein gewisses Etwas ist es möglicherweise auch, das From Dust für die nächsten Jahre dort festsetzen könnte.

Black & White scheiterte daran, zu viel zu wollen: Der Spieler war Gott, Herrchen, Stammesführer, Zauberer und Feldherr in einem. From Dust übt sich in Reduktion. Auch hier sorgt ihr für das Wohlergehen eines jungen Naturvolkes als dessen väterlich Allmächtiger, bzw. dessen Odem, wie es das Spiel nennt, also seinen weltlichen Vollstrecker, so etwas wie der Heilige Geist gewissermaßen.

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From Dust entwirft mit seiner Farbgebung eine einzigartige Atmosphäre.
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Als Odem seid ihr in der Lage, die Welt zu manipulieren: Erde aufzunehmen und woanders abzuladen, den Lauf von Flüssen zu ändern, mit Vulkanasche neues Land zu erschaffen und Bergmassive einzureißen. Ihr seid eine große schützende Hand im Sandkasten der Elemente und als solche dazu berufen, euer hilfloses Volk vor den Widrigkeiten der Natur zu schützen.

Von Göttern und Menschen

Als uns Eric Chahi letzte Woche in einem Hamburger Hotelzimmer From Dust präsentierte, war folgende Szene noch unbelastet. Heute würde sie angesichts der aktuellen Ereignisse vermutlich jedem Zuschauer einen dicken Kloß in den Hals schnüren. Ohne Erinnerung an den Gestaden eines fernen Eilandes angekommen, muss unser wehrloses Volk mit ansehen, wie sich auf dem Meer das Wasser zu einer riesigen Welle auftürmt. Ein Tsunami mit all seiner zerstörerischen Kraft braust auf die Küste zu.

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Als göttlicher Odem manipulieren wir die Elemente. Hier haben wir uns mit Erde vollgesaugt.
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Glücklicherweise gibt es in dieser Welt der Götter und Wunder ein Mittel gegen derlei Naturgewalt: Ein altes Ritual, das wir unser Volk lehren müssen. Doch: Der Götze, der zur Beschwörung des nassen Elements nötig ist, befindet sich auf der anderen Seite eines reißenden Wassers. Kein Problem für unsere göttliche Allmacht: Mit dem Odem rauschen wir über den Sandstrand und saugen Landmasse zu einem schwebenden Klumpen ein, werfen dieses über dem Fluss ab und schaffen so einen Hügelkamm, über den sich unsere Untertanen in Sicherheit bringen können.

Im Grunde ist damit das Spielprinzip von From Dust in seiner Gänze mehr oder weniger erfasst: Als göttlicher Atem nehmen wir die Natur in uns auf und lassen sie an anderer Stelle ab – und sehen zu, was passiert. Lassen wir glühende Lava auf einen Wald herniederprasseln, steht dieser kurz darauf in Flammen. Schütten wir etwas Meerwasser nach, löscht dies das Feuer wieder. Tröpfeln wir die Lava hingegen auf festes Felsgestein, erkaltet sie sofort und bildet neues Land, wo vorher keines war.

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Exodus: Wir geben unserem Volk göttlichen Beistand auf ihrem Weg durch die Wüste.
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„Das alles wird komplett simuliert“, erklärt Eric Chahi stolz. Nichts in From Dust ist geskriptet. Die Welt wird auf Basis einprogrammierter Naturgesetze berechnet und verhält sich entsprechend. Rinnsäle aus Lava fließen in realistischen Verästelungen den Berg hinab und bilden neues Land, sobald sie ins kühlende Meer treffen, Wellen brechen und teilen sich an Hindernissen oder sprudeln als Fontänen durch Risse im Mauerwerk.

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Traumhaft schön: Die Landschaft wird komplett simuliert.
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Zudem habt ihr die Möglichkeit, kurzzeitig göttlich wunderhaften Einfluss auf die Elemente zu nehmen. So ist es beispielsweise möglich, Wasser für einen Augenblick dem Einfluss der Schwerkraft zu entziehen und so eine Passage durch Flüsse zu kreieren, indem wir einfach die Wassermassen teilen wie Moses einst das Rote Meer.