Bluten oder nicht bluten, das ist hier die Frage. Denn Jason Voorhees schlägt mit Friday the 13th: The Game euren Screen ein, greift durch den Bildschirm und packt eure von Bugs und 20-Minuten-Ladezeiten geplagten Augen, um sie in einer grandiosen Exekution zerquetschen zu können. Ob Gewalt über Frustration siegt, erfahrt ihr in unserem Test (gespielt wurde mit der PS4).

Keine Lust zu lesen? Die blutige Bildergalerie mit den widerwärtigsten Exekutionen und Kills von Jason Voorhees im Spiel findet ihr hier. Viel Spaß!

Inhaltsverzeichnis

Friday the 13th: The Game - Killer Trailer (PAX 2017)4 weitere Videos

Friday the 13th: The Game - Blutiges Gefecht mit dem Ladebalken

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Friday the 13th: The Game im Test: Jason ist da!
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Kill them all!

Jason... Jason... töte sie alle!, flüstert euch die rauchige Stimme eurer Mutter ins Ohr; ihr umgreift die Machete fester und stampft schwerfällig ins grimmige Dickicht. Eine leise, grausige Melodie setzt ein und begleitet euch, ihr presst die Augen zusammen und erspäht euer erstes Opfer: Von einer roten Aura umgeben hockt es wenige Meter entfernt unter dem Mantel der pechschwarzen Dunkelheit; ihr grinst. Adrenalin flutet eure Brust, während ihr Anlauf nehmt – ein Schrei, das Mädchen rennt davon, bugt am gegenüberliegenden Baum und ihr langt nach ihrem Hals, drückt sie mit eurem Gewicht zu Boden und reißt ihr nach einem sauberen Schnitt mit dem Schlachtermesser das Bein aus. Blut, Bugs und noch mehr Blut!

Friday the 13th: The Game ist ein sadistisches Metzelfest, das neben Dead by Daylight euer Verlangen nach abgetrennten Körperteilen vollends befriedigen wird. Wie auch in anderen asymmetrischen Killer-Perlen übernehmt ihr entweder die Rolle des berüchtigten Schlächters oder schlüpft in die Haut eines Opfers: Teamwork oder blutiges Gemetzel im Alleingang? Beide Varianten warten mit einem eigenen Gameplay auf, das unterschiedlicher nicht sein könnte.

Packshot zu Friday the 13th: The GameFriday the 13th: The GameRelease: PC, PS4, Xbox One: 26.5.2017 kaufen: Jetzt kaufen:

Ein Jason steht im Walde

Das vor Angst verzerrte Gesicht eines blonden Jünglings beendet das Intro, ehe ihr die blutunterlaufenen Augen Jasons öffnet und in der Ego-Perspektive eure Machete mustert: Es bleiben euch 20 Minuten, um dem sadistischen Verlangen in eurer Brust zu huldigen – werdet ihr es schaffen, alle Teenager abzuschlachten? Das Spiel als Jason ist einsam, kann jedoch sehr befriedigend sein. Mit mehreren übernatürlichen Fähigkeiten, den besten Waffen und einer Handvoll filmreifer Kills seid ihr absolut overpowered und müsst es auch sein: Im Spiel tretet ihr gegen bis zu sieben andere Mitspieler an, die zwar alle schwache Teenager steuern, aber über die magische Macht des Teamworks verfügen.

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Mithilfe der besonderen Sicht leuchten Überlebende in der Nähe rot auf
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Lämmer auf der Schlachtbank

Ähnlich eines Ausdauerbalkens lädt eure verfügbare Kraft mit der Zeit auf, ehe ihr die Energie in verschiedene, zeitlich begrenzte Talente investieren könnt: Eine spezielle Sicht etwa ermöglicht es euch, alle Opfer in der Nähe aufleuchten zu lassen und auch besetzte Gebäude erstrahlen in roter Pracht. Wenigstens, solange die Teenager sich nicht verstecken, denn einmal im Schrank oder unter dem Bett bleiben sie euch verborgen. Weiterhin könnt ihr einem Geist gleich über die Karte fliegen, direkt neben eurem Opfer aufploppen und zuschlagen. Drei Hiebe mit der Machete reichen meist aus oder aber ihr ergreift das Menschlein bei der Kehle, erstickt es halb und führt einen der vielen Kill-Moves aus: Ein Programm geschaffen für Sadisten, die ihre Opfer stalken, erschrecken und auf kreative Art und Weise abschlachten möchten.

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Kreative Exekutionen sorgen für Horror-Feeling
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Übrigens: Jason ist nicht gleich Jason. Im Spiel gibt es bis jetzt sechs verschiedene Versionen des Killers, die ihr nach und nach über steigende Level freischaltet. Dazu werden Exekutionen über Punkte gekauft, wobei einem Voorhees-Charakter vier verschiedene Slots für die Tötungs-Sequenzen offenstehen: Wollt ihr dem Opfer die Augen ausquetschen oder doch lieber ein Bein ausreißen? Eine Wahl, die euren blutigen Händen überlassen bleibt.

Da ihr auch im Privat-Modus Punkte sammelt, wird euer Charakter – ob nun Killer oder (hoffentlich) Überlebender – nicht stärker mit steigendem Level; allein die bereits genannten Kill-Moves, Fähigkeiten und die Kleidung können nach und nach freigegeben werden.

Blut, Bugs und noch mehr Blut – Friday the 13th: The Game ist ein spielgewordener Horrorfilm, dessen Ladebalken euch in den Wahnsinn treiben wird.Fazit lesen

Alles muss versteckt sein

Ihr möchtet Jason nicht spielen und steht eher darauf, euch in dunklen Ecken zu verstecken? Dann habt ihr Glück, denn zumeist werdet ihr im Spiel einen der gejagten Teenager verkörpern. Unglücklicherweise wird eure Rolle nämlich trotz einer Präferenz, die ihr im Vorfeld wählen könnt, ausgewürfelt: Sind in einem Match also acht Spieler, die allesamt gerne ein Killer wären, müssen sieben darauf verzichten.

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Überlebende würfeln für 500 CP Fähigkeiten aus, deren Farbe anzeigt, wie selten sie sind
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Als Teenager könnt ihr vor allen Dingen eines gut: Rennen. Denn ihr besitzt keine magischen Fähigkeiten, sondern werdet allein darauf skillen, auf schnellstem und bestem Wege dem Geschehen zu entkommen. Wie auch bei Jason sammelt ihr über die Runden und aufsteigende Level Punkte, die ihr in Fähigkeiten, wie etwa lautloses Schleichen oder Reparieren, investieren könnt. Diese werden ebenfalls zufällig ausgewürfelt – anders, als beim Killer. Auf bis zu drei Slots könnt ihr eure Sammlung an Verbesserungen schließlich aufteilen und so immer neue Strategien ausprobieren.

Die Lämmer schlagen zurück

Neben Rennen und Verstecken gibt es verschiedene Taktiken, die der Gruppe gegen Jason zum Sieg verhelfen: Ruft etwa die Polizei, repariert ein Auto oder macht ein Boot klar. Klingt einfach, ist es aber nicht. Für jeden dieser Vorgänge müssen verschiedene Schritte durchgeführt werden. Um den Wagen zu starten, sollt ihr zum Beispiel Benzin, eine Autobatterie und Schlüssel auf der großen Karte finden, was nur klappt, wenn alle oder wenigstens die meisten der Spieler zusammenarbeiten.

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Ja, es geht: Schlagt Jason die Maske vom Gesicht!
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Dazu dürft auch ihr Blut vergießen: Im Gegensatz zum Genre-Bruder Dead By Daylight könnt ihr euch nämlich gegen den Killer wehren und ihn sogar töten. Wie das geht, verraten wir euch in unserem Guide: Jason töten leicht gemacht.

Teamwork ist das A und U in Unfair

Wenngleich noch ein Singleplayer-Modus folgen soll, ist Friday the 13th: The Game bis jetzt ein reines Multiplayer-Spiel, dessen Stärke auch genau darin liegt: Als Teenager steigen eure Chancen zu überleben rapide an, wenn ihr euch mit den anderen Mitspielern absprecht. Dafür gibt es einen integrierten InGame-Chat, über den ihr euch mit Personen in der Nähe (oder in der Ferne über ein Walkie-Talkie) unterhalten könnt.

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Vorausgesetzt, eure Mitspieler sind nett. Bei sechs weiteren Kumpanen plus Killer ist die Chance jedoch extrem hoch, einem Troll zu begegnen. Die entzückende MMO-Kultur des Killer-Spiels belohnt euch mit Personen, die im Chat stänkern, schreien, singen; die euch als Mitstreiter angreifen (was tatsächlich möglich ist), die mit dem Killer zusammenarbeiten oder gleich ganz das Spiel verlassen, sodass an so manchem Abend von sieben Anwärtern letztendlich zwei übrig bleiben. Spaß macht das nicht mehr, besonders, da gegen diese Troll-Kultur nichts unternommen wird. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Entwickler von Gun Media dazu noch eine Lösung überlegen.

Mit dem Ladebalken ins Gesicht

Oh, vergessen! Es gibt ja noch einen siebten Killer im Game: Der Ladebalken. Denn der Ladebalken ist mächtiger als alle sechs Jasons zusammen; der Ladebalken kann nicht getötet werden und der Ladebalken ist schmerzhafter als jedes Schlachtermesser auf der Welt. Mit einem Langeweile-Hammer wird der Ladebalken 20 Minuten in eure Brust gehämmert und das jedes Mal, wenn ihr eine neue Runde sucht.

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Session wird gesucht ... seit 20 Minuten
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Aller Spaß beiseite: Ich persönlich war schon nach zwei Minuten angeödet, doch auch auf geduldige Menschen warten in Friday the 13th: The Game sportliche Ladezeiten. Wenngleich 20 Minuten bis jetzt die Spitze sind, haben wir in der Redaktion im Allgemeinen 10-20 Minuten auf eine Runde hoffen müssen. Dabei ist uns aufgefallen, dass insbesondere diejenigen sich in Geduld üben sollten, die allein ins Spiel gelangen wollen. Ab einer Party von vier Personen waren annehmbare fünf Minuten an der Tagesordnung. Einziger Trost: Sobald schließlich eine Runde startet, dürft ihr ebenso lang wie der Host in ihr verweilen. Der wird jedoch zufällig gewählt und im schlimmsten Fall werdet ihr noch vor dem ersten Match gekickt und dürft dem Ladebalken wieder die Hand geben.

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Vorsicht: Versteckt ihr euch im Schrank & öffnet gleichzeitig die Karte, könnt ihr aus dem Spiel fliegen
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Kickfest anstatt Bugfest

Obwohl Dead by Daylight abgesehen vom asymmetrischen Killer-Prinzip und dem Gore nicht viel mit Friday the 13th: The Game zu tun hat, gibt es doch eine Gemeinsamkeit: Beide Games baden in Bugs, wobei Jason nicht nur liebevoll mit der Machete zuhaut, sondern euch auch gern kickt. Habt ihr es ins Spiel geschafft, bugt ihr hin und wieder an Häuserwänden, Gegenständen oder in Schränken fest, doch das größte Problem bleiben die Verbindungsfehler. Immer wieder werdet ihr aus Spielen geworfen und das selbst in privaten Matches, was gemeinsam mit den langen Ladezeiten irgendwann den Spielspaß minimiert. Was bleibt? Die Hoffnung auf weitere Patches seitens der Entwickler, die sich zumindest seit Release um derartige Probleme kümmern. Trotzdem schade!