Wir schreiben das Jahr 2161 und nichts ist, wie es einmal war. Amerika wurde infolge einer Klimakatastrophe teilweise überflutet und dadurch geteilt. Diese geografische Spaltung wirkt sich jedoch auch auf die gesellschaftliche Struktur aus, und so kommt es zu dem Konflikt, den ihr in Fracture hautnah erlebt.

Ein Actionspiel aus dem Hause LucasArts, das mit dem innovativen Feature der Geländeverformung völlig neue Wege beschreiten will. Ob dies auch gelungen ist, haben wir bei unserem Fronteinsatz herausgefunden.

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Ost-West-Konflikt in den USA

Im Kern dreht sich der 3rd-Person-Shooter um den Konflikt zwischen der Altantischen Allianz der Ostküstenregion (inklusive der Unterstützung Europas!) und den Pazifikanern. Diese wollen den Unbillen der Klimakatastrophe mit genetischen Mitteln begegnen, während der Widerpart auf Kybernetik setzt und Genmanipulationen gesetzlich verbietet. Dies nimmt ein wild gewordener pazifikanischer General zum Anlass, einen Krieg anzuzetteln, und somit gibt es jede Menge Arbeit für euch (bzw. einen gewissen Jet Brody). So weit so gut.

Fracture - Trotz Geländeverformung nur oberflächlich

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Dank Geländeverfomrung habt ihr gewissen Einfluss auf eure Umgebung.
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Im Grunde ist Fracture ein stinknormaler Shooter. Ihr ballert euch durch eine Handvoll 08/15-Gegner, dürft eine obligatorische Fahrzeugmission absolvieren, greift auf ein recht übersichtliches und normales Waffenarsenal zurück und lasst es damit recht gut krachen. Dass wir uns 150 Jahre in der Zukunft befinden, merkt man nur bedingt.

Das einzige wirklich herausstechende Feature ist die Geländeverformung. Hiermit wird euch die Möglichkeit gegeben, bestimmte Teile des Schlachtfeldes zu modifizieren. All jene Regionen, die nicht asphaltiert oder anderweitig bebaut sind und aus mehr oder weniger natürlicher Erde bestehen, lassen sich von euch anheben oder absenken.

Packshot zu FractureFractureErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Geländeverformung

Das hört sich zunächst einmal interessant an und macht auch durchaus Spaß. Wenn euch gerade eine Deckung fehlt, erschafft ihr per Knopfdruck einen kleinen Hügel, der euch vor direktem Beschuss schützt. Steht euch dagegen ein Hindernis im Weg, grabt ihr euch unter Umständen darunter hindurch. Mit den Mini-Hügeln gelangt ihr außerdem an Orte, die sonst unerreichbar wären. Auf diese Weise sammelt ihr beispielsweise die im Spiel verteilten Datencubes, mit denen ihr nicht nur Achievements, sondern auch spezielle Extras freischaltet.

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Bastelt euch eure Deckung selbst!
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Trotz der Möglichkeiten der Geländeverformung bietet Fracture jedoch einen absolut linearen Spielablauf und lotst euch wie an einer Schnur gezogen durch die Schlauchlevels. Ihr hetzt von Checkpoint zu Checkpoint und werdet mit Feinden konfrontiert, die teilweise in wahren Massen über euch herfallen.

Das Problem bei diesen Gefechten ist nicht die KI, denn die Gegner sind eher ziemlich dumm und lassen sich leicht übertölpeln. Das beste Mittel ist häufig einfach in den Nahkampf zu gehen, zwei bis drei Gegner auszuschalten und dann einige Sekunden zu regenerieren. Oft kommt es aber zu Situationen, in denen aus allen Himmelsrichtungen Raketen, normale Geschosse und auch Granaten auf euch herabregnen und ihr dem Beschuss nur mit Mühe entgehen könnt.

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Dies ist der wohl unangenehmste Widersacher und bereitet euch einiges Kopfzerbrechen.
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Diese frustrierenden Momente enden häufig in einem Respawn am Speicherpunkt - und das bereits auf Schwierigkeit "normal". Nur selten entledigt ihr euch gleich im halben Dutzend eurer Feinde, beispielsweise wenn ihr eine der seltenen Vortex-Granaten einsetzt, die alle im Wirkungskreis befindlichen Widersacher in einen magnetischen Strudel ziehen und vernichten. Eure anderen drei Granatentypen sind zudem an die Geländeverformungstechnologie angelehnt und erschaffen ebenfalls kleine Mulden oder Hügel - inklusive schädigender Explosion.

Nullachtfuffzehn- Inhalte

Zwar gibt euch die "Terrain Deformation" die Möglichkeit, das Gelände auf andere Weise zu nutzen, als in anderen herkömmlichen Shootern. Ab und zu dürft ihr sogar kleine Rätsel lösen, die ein wenig an Half-Life erinnern. Davon abgesehen unterscheidet sich Fracture aber kaum von gewöhnlichen Action-Titeln. Die Story ist z.B. eher langweilig präsentiert und auch mit den wenigen Protagonisten kann man sich weder identifizieren, noch entwickelt man wirkliche Antipathie.

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Zuviele Bildschirmtode vermiesen den Spielspaß.
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Während das noch als bodenständig in einem Shooter durchgeht, ärgert man sich gelegentlich über seltsame Bildschirmtode. In einem Level stiefeln wir beispielsweise mehrere Male hintereinander vom gleichen Speicherpunkt los, weil wir mehrmals an derselben Stelle abkratzen. Der Grund: Eine vorbeifahrende Lore hat uns vermutlich gestreift. Solch kleine Berührungen mit Objekten führen gelegentlich zum sofortigen, unvorhergesehenen Tod.

Trotz Geländeverformung versinkt Fracture in jeglicher Hinsicht im Mittelmaß.Fazit lesen

Nervig ist auch die Fahrzeugmission. Im Einsatz mit dem TDV-1 rattert ihr über Hügel oder erschafft euch durch "Grinding" Mulden, mit denen ihr Hindernisse passiert. Doch die Steuerung erweist sich als eine mittlere Katastrophe. An einigen Passagen lässt sich das Fahrzeug überhaupt nicht mehr steuern. Dadurch ist man gezwungen, auszusteigen und das Gelände so lange zu verformen, bis es wieder in Fahrtrichtung steht.

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Wer braucht bei solchen Wummen schon ein Geschütz am Fahrzeug?
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Ziemlich umständlich ist zudem, dass man das am Gefährt befestigte Geschütz vom Fahrersitz aus nicht bedienen kann. Wer ballern will, muss das Gefährt verlassen und auf die Beifahrerseite klettern, bevor er loslegen darf. Zwar feuert das Geschütz auch automatisch auf eure Feinde, doch macht das nur den halben Spaß.

Optisches Mittelmaß

Optisch passt sich Fracture dem mittelmäßigen Inhalt an. Man hat das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Es herrscht eine eher triste Grundstimmung vor, die sich im gesamten Spiel kaum einmal ändert. Lediglich im letzten der drei Kapitel werden eure Augen mit dichtem Schneefall beglückt, der durchaus sehenswert ist. Doch nicht nur hier kommt die Gameengine an ihre Grenzen. Regelmäßig bemerkten wir Ruckler und FPS-Einbrüche - und das nicht nur, wenn sich die hübsch anzusehenden Explosionen häuften.

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Die Grundstimmung von Fracture ist eher trist.
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Ein ähnlich "vertrautes" Bild bietet der Multiplayer-Modus, in dem bis zu zwölf Spieler antreten dürfen. Auch hier wurde zu wenig aus dem Geländeverformungsfeature gemacht, lediglich "Ausgrabung" bietet Abwechslung vom Capture the Flag-, King of the Hill- oder Deathmatch-Einerlei. Hier bekommt der Aspekt der Geländeverformung einen wirklich wichtigen Unterton, wenn nämlich unterirdische Signalpfosten ausgegraben und aktiviert werden müssen, um die sich die Teams dann heftige Gefechte liefern. Schade, dass es nur für diesen einen speziellen Modus gereicht hat.