Turn 10 hat einige Änderungen angekündigt, die den Spielern zugute kommen sollen und als direkte Reaktion auf das negative Fan-Feedback gelten soll.

Forza Motorsport 5 - Entwickler lenkt ein und gibt nach negativem Fan-Feedback ein Update bekannt

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Viele Fans sind unzufrieden mit dem Token-System und den Mikrotransaktionen
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Forza Motorsport 5 ist an sich ein wahres Next-Gen-Ereignis. 1080p-Auflösung, 60 Frames per Second und eine Simulation, die ihresgleichen sucht. An sich ein tolles Spiel, wie Denis Brown in seinem Review befindet. Doch Umfang und allgemeine Fortentwicklung würden negativ auffallen, vor allem die zweifelhafte DLC-Politik.

Auch Forza-Fans konnten bereits Hand anlegen und monieren ebenfalls Turn 10s Entscheidung, Forza Motorsport 5 quasi zu einem Free-To-Play-Rennspiel mit kostspieligen DLC umzuwandeln, nur eben als Vollpreistitel getarnt.

Besonders gut fasste es NeoGAF-Mitglied Seanspeed zusammen:

"Nachdem ich etwas mehr darüber erfahren habe, wie Forza funktioniert, muss ich sagen, dass sie definitiv einige Änderungen vorgenommen haben, die ohne Zweifel dazu designt wurden, um die Leute dazu zu ermutigen, Autos mit echtem Geld zu kaufen, und das zum Nachteil des Spielerlebnisses."

  • Beim Aufleveln werden keine Autos mehr freigeschalten, und SeanSpeed sehe keinen Grund darin, ein derart logisches Feature aus dem Spiel zu entfernen. Schließlich sei es eines der Features gewesen, die man als Fan besonders gemocht habe.
  • Marken-Affinität sei ganz abgeschafft. Vorher konnte man die Affinität für eine bestimmte Automarke erhöhen, indem man Rennen für eben eine Marke fuhr. Je höher der Affinitätslevel, desto höher die Rabatte auf Upgrades. Dies ging so weit, dass man Upgrades irgendwann sogar kostenlos bekam. Dieses Feature sei nun ebenfalls nicht mehr an Bord. Nun müsse man sich die Upgrades durch Tokens erkaufen, was SeanSpeeds Ansicht nach ein guter Hinweis auf die Intention hinter der Entfernung sein könnte.
  • In Free Play kann man nun nur noch wenige Autos zum Fahren mieten. Zuvor konnte man mit jedem Wagen auf die Strecke, nur eben ohne Möglichkeit der Konfiguration oder der Nutzung des Wagens im Karriere-Modus.
  • Auktionshaus und Storefront sind nun ebenfalls verschwunden. Somit fehlen weitere Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

Allgemein bemängeln die Fans, dass es nun unverhältnismässig lange dauern würde, bis man genügend Credits für bestimmte Wagen beisammen habe. So kostet allein der Lotus E21 satte sechs Millionen Credits, für die man ca. 50 bis 60 Spielstunden einberechnen muss. Will man sich die Arbeit sparen und sich den Wagen mithilfe von Tokens kaufen, kostet der Lotus E21, je nachdem, für welche Token-Pakete man sich entscheidet, bis zu 70 Euro.

Der geduldige Spieler, der Spaß am Fahren hat, den man in Forza Motorsport 5 auch durchaus haben kann, hätte sich nun einfach in den Rivals-Modus begeben und darin genügend Credits verdient. Doch Turn 10 hat die Beträge, die man verdienen kann, drastisch gekürzt, so dass es sich kaum mehr lohnt.

Dann leistete sich Turn 10 auch einen Fauxpas in der Beschreibung der Limited Edition. Käufer dieser Limited Edition erhielten bekanntlich rund 1250 Tokens als Beigabe. Turn 10 erklärte, dass man sich mit diesem Betrag jeden Wagen leisten könne, den man in Forza Motorsport 5 erstehen könne. So steht es auch auf der Verpackung. Dies ist so aber nicht richtig, denn die teuersten Wagen kosten bis zu 10.000 Tokens.

In einem Interview mit Shacknews rechtfertigte Turn 10s Creative Director Dan Greenawalt diesen Weg noch damit, dass unterschiedliche Wagen nun mal teurer und damit auch seltener sind. Auch wolle man verhindern, dass die Rarität eines Wagens durch simple Freischaltmechanismen bestimmt wird. Stattdessen gebe der Ingame-Preis die Rarität vor. Spielern würden noch immer viele Möglichkeiten offenstehen, viele Credits zu verdienen. So zum Beispiel, indem man gegen schwierigere Drivatare fahre und / oder Fahrhilfen deaktiviere. Markentreue würde noch mehr Bonus geben.

Doch die zahlreichen Beschwerden und der allgemeine Unmut der Fans haben Turn 10 anscheinend zum Umdenken gezwungen. So veröffentlichte Turn 10s Community Manager Brian Ekberg ein Update auf Forza Motorsport und kündigte umfangreiche Änderungen an.

  • An diesem Wochenende gibt es einen Rabatt von 50 Prozent auf jeden Wagen in Forza Motorsport 5 (Credits & Tokens inbegriffen).
  • Forza Fotorsport 5 VIP-Mitglieder erhalten den 2013 Lotus E21 Grand Prix Wagen als kostenloses Dankeschön.
  • Alle Spieler, die sich den 2013 Lotus E21 bis zum 27. November bereits gekauft haben, erhalten zusätzlich als Dankeschön den 1962er Ferrari 250 GTO.
  • Die Spieler, die sich das LaFerrari Car Pack oder den Forza Motorsport 5 Car Pass gekauft haben, erhalten den 2013 LaFerrari.
  • Die Höhe der Credits-Auszahlung über Forza Rewards [Franchise-basierte Belohnungen für Loyalität] wird im Dezember "dramatisch erhöht".
  • Als Entschädigung für die irreführende Beschreibung in Bezug auf die 1250 Tokens, werde Turn 10 Besitzern der Limited Edition zu einem baldigen Zeitpunkt einen Wagen ihrer Wahl schenken.

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, welche Lehren Turn 10 und vor allem Microsoft daraus ziehen wird. Denn Microsofts Corporate Vice President Phil Spencer teilte erst vor kurzem noch mit, dass man aus den Mikrotransaktions-Systemen der Launch-Titeln lernen und mehr darüber erfahren wolle, was die Spieler wirklich wollen. Und das dürfte im Fall von Forza Motorsport 5 recht eindeutig ausfallen.

Neben Forza Motosport 5 haben unter anderem auch Killer Instinct und Ryse - Son of Rome Mikrotransaktionen. Bereits bei Killer Instinct wurde Kritik laut, denn hier hat man zu Beginn lediglich einen Charakter zur Verfügung. Jeder weitere Charakter kostet zusätzliches Geld.

Forza Motorsport 5 ist für Xbox One erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.