Die Unterhaltungselektronik, mit der wir uns umgeben und die wir benutzen, entwickelt sich immer weiter. Sie wird technisch ausgereifter, bekommt immer mehr Sensoren, die Beschleunigung, Lage, Umgebungsbeleuchtung und sogar Infrarotabstrahlung messen können. Mit so viel Messtechnik, ist es kein Wunder, dass die Wissenschaft die Geräte für sich entdeckt und ganz eigene Möglichkeiten entwickelt, die Technologie einzusetzen. Denn sie ist günstiger als große, komplexe Messgeräte.

Forschung - Wissenschaftler messen Wasserverdunstung mit der Wiimote

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Die Wiimote - mehr als nur ein Bewegungscontroller. Ihre Sensoren lassen sich auch Wissenschaftlich nutzen.
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In einem kürzlich von der „Water Resources Research“-Gruppe veröffentlichtem Papier, wurde berichtet, dass sie Wiimote einsetzen, um die Verdunstung von Wasser zu messen. Natürliche Wasserverdunstungsraten stellen dabei eine wichtige Grundlage für den Wasserkreislauf dar. Sie werden unter anderem für die Wettervorhersage, Überflutungswarnungen und die Planung von Wasserressourcen benötigt.

Eine der üblichsten Methoden, die Wasserverdunstung zu messen ist recht einfach: Man nimmt einen Behälter mit Wasser und misst die Veränderung des Wasserstands über die Zeit hinweg. Leider benötigen automatisierte Messeinrichtungen Druckfühler um den Wasserstand akkurat feststellen zu können - und diese Geräte kosten hunderte von Euro. Die Benutzung einer Wiimote hat das Potenzial diese Kosten substanziell zu senken.

Die Funktionsweise dieser Messmethode ist ebenfalls sehr einfach. Die Wiimote verfolgt die vier hellsten Punkte auf einem nahen Infraotbild. Gewöhnlich sind diese vier Punkte die vier Wii-IR-LEDs, die dazu benutzt werden, um zu bestimmen, wohin die Wiimote gerade zeigt. Durch das Fixieren von Infrarot-Reflektoren, die auf der Wasseroberfläche schwimmend in einer Wasserwanne angebracht werden, waren Forscher nun in der Lage die Veränderungen des Wasserstands zu verfolgen. Das Problem ist nur, dass diese Wannen oft selbst in einem natürlichen Gewässer schwimmen, sodass die Kombination aus Wanne und Gewässer nicht selten Wellen erzeugt.

Um nun herauszufinden, wie empfindliche die Messmethode auf Wellen reagiert, hat das Forscherteam einen kleinen Wellengenerator installiert und mit einer schwachen, langsam arbeitenden Pumpe, den Wasserstand in der Test-Wanne reduziert. Dabei fanden sie heraus, dass sogar mit einer relativ starken Wellenaktivität, die Veränderungen des durchschnittlichen Wasserstands von nur einem Millimeter gemessen werden konnte.

Es wurde allerdings eine leichte Messabweichung bei der Messung des absoluten Wasserstandes während der Wellenaktivität festgestellt. Vermutlich liegt diese in der kurzen Verzögerung, die durch Anstieg und Fall des Wasserstandes, während einer Welle, ausgelöst wird, begründet. Eine kleine Modifikation und die Nutzung der Beschleunigungssensoren in der Wiimote könnten auch dieses Problem lösen.

Aber nicht nur die Wissenschaft entdeckt all die Sensoren, die wir mit uns herumtragen oder mit denen wir täglich umgehen. IBM sagt voraus, dass mit den Sensoren, die in Handys und Laptops eingebaut sind, beispielsweise Sensornetzwerke aufgebaut werden könnten, um Umweltereignisse schneller aufzuzeichnen. Das amerikanische Umweltministerium kam sogar auf die Idee, die Sensoren in Autos dazu zu benutzen, die Umweltbedingungen aufzuzeichnen und auszuwerten. Die Fahrzeuge würden damit wie kleine, mobile Messstationen funktionieren und damit ein großes Netzwerk zu Überwachung der Wetterverhältnisse darstellen.