Videospiele könnten ein nützliches und effektives Training für die Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit in Situationen des echten Lebens darstellen. Das zumindest geht aus einer Studie hervor die im Magazin Current Biology veröffentlicht wurde.

Forschung - Actionspiele helfen dabei, die richtigen Entscheidungen schneller zu treffen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 4/151/15
Train your Brain - mit Call of Duty
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Autoren Daphe Bavelier, Alexandre Puget und C. Shawn Green berichten, dass Spiele die Sensibilität für unsere Umgebung erhöhen. Eine Erungenschaft die ein breites Spektrum an Fähigkeiten im Leben verbessert. Dazu zählen z. B. Auto fahren, Multitasking, das Lesen von Karten, die Fähigkeit Freunde in einer großen Menge Menschen im Auge zu behalten und sogar das Lesen kleiner Schrift.

Die Forscher der Rorchesteruniversität testeten ein paar Duzend Personen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren, die für gewöhnlich keine Spieler waren. Die Testpersonen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe spielte 50 Stunden lang schnell bewegende Ego-Shooter wie Call of Duty 2 und Unreal Tournament. Die zweite Gruppe bekam zum Vergleich das eher auf langsamen Bewegungen basierende Sims 2 vorgesetzt.

Nach diesen Trainingssitzungen wurde jede Testperson dazu aufgefordert, schnelle Entscheidungen zu treffen, wobei die Aufgaben sowohl visuelle als auch auditiv waren. Zum Beispiel, ob sich ein Haufen, sich ziellos bewegender Punkte, sich durchschnittlich eher links oder rechts auf dem Bildschirm zusammensetzen würde.

Dabei schnitten die Spieler der Gruppe mit den Actionspielen um 25% schneller dabei ab, eine Schlussfolgerung zu finden und beantworteten dabei genauso viele Fragen richtig, wie die Vergleichsgruppe mit den Strategiespielen.

„Es ist nicht der Fall, dass die Spieler von Actionspielen schneller am Abzug sind aber dafür nicht genauer. Sie sind genauso genau aber dafür schneller‟, sagte Bavelier. „Spieler von Actionspielen machen mehr richtige Entscheidungen pro Zeiteinheit. Wenn man ein Arzt mitten auf dem Schlachtfeld ist, dann kann das der entscheidende Unterschied sein.‟

Wie auch immer, es scheint, dass diese Leistungen primär von Actionspielen erzeugt werden, was meistens bedeutet „Shooter in dene man durch ein Labyrinth läuft und nicht weiß, wann ein Gegner auftaucht‟, fügte Bavelier hinzu. „Es ist nicht genau das, was unter geistiger Verbesserung versteht. Bei Strategie- und Rollenspielen konnte nicht der gleiche Effekt festgestellt werden.‟

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Grund für solch breit angelegten Verbesserungen darin bestehen könnte, dass Actionspiele keine klaren „Antworten‟ geben, aber dafür von Natur aus unvorhersehbar sind.

„Im Gegensatz zu den üblichen Lernparadigmen, die ein hochspezifizierte Lösung haben, gibt es in Actionspielen keine spezifische Lösung, weil die Situationen selten, wenn überhaupt, wiederholt werden‟, schlussfolgert die Studie.