Pünktlich zum Europastart der PS3 darf natürlich ein Genre nicht fehlen, bei dem die sündteure neue Hardware zeigen kann, was sie technisch drauf hat: Rennspiele. Mit dem hauseigenen »Formula One Championship Edition« bringt Sony denn auch einen waschechten Formel-Eins-Racer in die Spur, der die Herzen der stolzesten Playstationbesitzer im Sturm erobern soll.

Doch wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das Spiel bringt zwar eine Menge Fun auf den Fernsehschirm, einen ultimativen Kaufgrund für Sonys neues Technikjuwel stellt es aber nicht dar.

Gib Gummi!
Das Wichtigste vorweg: »Formula One Championship Edition« ist kein schlechtes Spiel. Aber gemessen an den Erwartungen an die PS3 und deren technischen Möglichkeiten hängt das Programm ein wenig zurück. Und dass spielerisch auch nicht alles vom Feinsten ist, kommt leider noch strafverschärfend hinzu. Aber der Reihe nach.

Formula One Championship Edition - Wie viele PS hat die PS3? Und nutzt F1 sie alle? Gas geben und das Review lesen!

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Gib Gummi? Das nehmen wir wörtlich...
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Wer den Vorgänger für die PS2 gespielt hat, wird sich auch im neuen Teil schnell zurechtfinden. Es gilt erneut, sich in der internationalen Weltelite der Formel Eins bis an die Spitze hochzuarbeiten. Dabei trifft man unter anderem auf so illustre Fahrer wie David Coulthard und Michael Schumacher. Letzterer hat übrigens im Spiel noch nicht die rote Ferrarikutte an den Nagel gehängt, denn obwohl »Formula One Championship Edition« kurz vor dem Start der aktuellen 2007er Saison erschienen ist, hat es nur die Daten der vergangenen Rennsaison zu bieten. Das tut zwar dem virtuellen Renngeschehen keinen Abbruch, Hardcorefans hingegen ärgern sich darüber trotzdem.

Kleiner Trostpreis am Rande: Es sind alle Fahrer und Rennstrecken des vergangenen Jahres vertreten. Wer also den guten Fernando Alonso noch einmal auf Renault über das Rund scheuchen will, hat hierzu ausgiebig Gelegenheit.

Das Spiel selbst bietet ordentliche, allerdings innovationsfreie und aus dem Vorgänger bekannte Kost. Je nachdem, ob man sich als Einzelspieler für ein schnelles Rennen, Zeitfahren, ein WM-Wochenende oder den Karrieremodus entscheidet, dauert es unterschiedlich lange, bis man sich hinter dem virtuellen Lenkrad wiederfindet.

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Bei Regen ist es schwer, den Durchblick zu behalten...
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Wer es gerne schnell und dreckig mag, der wählt im Quickrace einen Fahrer, eine Strecke, legt die KI der Gegner sowie die Rundenanzahl fest und brettert los. Anspruchsvoller gestaltet sich das Grand-Prix-Wochenende, bei dem man eine komplette Veranstaltung vom freitäglichen Training über das Qualifying bis hin zur eigentlichen Sonntagsraserei nachspielt.

Am spannendsten ist es jedoch, seine eigene Karriere vom drittklassigen No-Name-Fahrer (oder Fahrerin! Es lebe die Emanzipation) zum weltbesten Steuermann eines Hightech-Boliden aufzubauen. Hierbei kommt, je nach eigenem Talent, echtes Formel-Eins-Gefühl auf.

Auch Anfänger kommen hierbei zum Zuge, denn neben diversen zuschaltbaren Fahrhilfen läßt sich auf Wunsch auch die jeweilige Ideallinie einblenden, auf der man die besten Rundenresultate erzielt - sofern man ihr exakt folgt. Sogar das Schadensmodell kann abgeschaltet werden, so dass man nach Herzenslust herumrüpeln kann.

Das senkt jedoch den Spielspaß ungemein. Denn schließlich ist »Formula One Championship Edition« eine ernst gemeinte Formel-Eins-Rennerei. Und die bringt nun einmal am meisten Fun, wenn man sie auch dementsprechend spielt. Wer es gerne auf die harte Tour mag, der tobt sich auf der PS3 besser mit »Motorstorm« aus.

Wirklich spannend wird das Gerase denn auch, wenn man alle Fahrhilfen abschaltet und sich ganz auf sein fahrerisches Können verlässt. Das erfordert allerdings viel Konzentration und Geduld, denn die bunten Blechkisten landen schneller im Kiesbett als Britney Spears bei ihrer nächsten Entziehungskur.

Bastelstunde
Davon einmal abgesehen bietet das Programm eine Menge für routinierte Zocker. Besonders im Karrieremodus hat man ordentlich zu tun, bis man in den Olymp des Schumacherschen Fahrerhimmels aufsteigen kann. So heuert man anfangs bei einem unbekannten Rennstall an und darf sich erst durch diverse Qualifikationen siegen, bis es ans Eingemachte geht.

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Ein Ausflug ins Grüne...
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Besonders von Vorteil ist es, wenn man beim Tuning seiner Kiste selbst Hand anlegt. Dabei hält man sich wohlweislich an die Ratschläge des Rennteams und ermittelt vor einem Rennen in diversen Proberunden, den so genannten Sessions, zunächst einmal Daten für die ideale Radaufhängung, den Reifendruck und ähnliche nicht ganz unwichtige Dinge.

Je nachdem, wie gut oder schlecht man während der Sessions seine Runden zieht, wird das Tuning des Boliden entsprechend angepasst. Die langwierigen Probefahrten sind zwar auf Dauer ein wenig öde, machen aber im WM- oder Karrieremodus durchaus Sinn. Insofern sollte man sich die umfassende volle Tuningpackung geben. Schumi ist schließlich auch nicht von einem Tag auf den anderen Weltmeister geworden.

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Verkehrsrowdy: Da will einer rechts überholen!
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Die eigene Beteiligung an Wohl oder Wehe der Rennkiste ist sicherlich eine der spannendsten Aufgaben im ganzen Spiel - und das, obwohl sie grafisch und spielerisch eher langweilig daherkommt und die technischen Möglichkeiten der PS3 nicht wirklich nutzt. Actionorientierte Rasezocker werden wohl deshalb oft die zahlreichen Einstellungs- und Tuningmöglichkeiten links liegen lassen und eher auf die Instantrennen zurückgreifen.

Spaßbremse
Wie eingangs schon erwähnt ist »Formula One Championship Edition« kein schlechtes Spiel. Wer sich für das Renngeschehen der Formel Eins interessiert und sich nicht daran stört, dass die aktuelle Saison nicht abgebildet ist, den erwartet ein ernstzunehmendes, technisch sauber programmiertes Spiel mit allem, was zum bunten Zirkus der Rennbananen dazugehört.

Der technische Überflieger, der die PS3 bereits vom Start weg in den Zockerhimmel katapultiert, ist der Titel freilich nicht. Die Grafik ist ordentlich und mit allen nur erdenklichen Effekten ausgestattet - Regentropfen auf dem Visier führen beispielsweise zu Sichtbehinderungen - doch ein echtes Geschwindigkeitsgefühl mag nicht wirklich aufkommen. Manche Texturen erscheinen arg künstlich, und die Rennarenen sind menschenleer. Die Kommentare der Sprecher sind zwar professionell, wirken aber lustlos heruntergerattert. Auch die Anweisungen des eigenen Teams sind zum Teil nur sehr schwer zu verstehen.

Dafür stimmt wenigstens die Soundkulisse. Der Motorenklang kommt auf einer Surroundanlage fett rüber, und falsches Bremsen führt zu infernalischem Kreischen der Reifen. Berührt man in der Kurve die gestreiften Begrenzungslinien, so wechselt das Fahrgeräusch in ein warnendes Brummen. Das trägt ungemein zur Atmosphäre bei und würde diese durch ein entsprechendes Rütteln des Controllers sogar noch steigern. Da Sony jedoch auf eine Rumblefunktion bei den Sixaxis-Controllern verzichtet hat, bleibt dem verwöhnten Hardcorezocker keine andere Wahl, als das zu tun, was er sowieso am besten kann: ihn selbst zu schütteln.

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Standard Bildunterschrift: Die Lichteffekte sind besonders gelungen.
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Leider verleitet auch der Multiplayer-Modus nicht gerade zu einem geselligen Miteinander, denn auf einen Offline-Splitscreen-Spielpart hat Sony komplett verzichtet. Wer sich mit anderen virtuellen Rasemännern messen möchte, kann dies nur über das weltweite Playstation-Netzwerk tun. Immerhin ist die Anmeldung hierfür kostenlos, so dass man für sein Online-Multiplayervergnügen nicht auch noch bezahlen muss. Dennoch wäre eine sympathische Raserei zusammen mit Kumpels auf dem heimischen Sofa fraglos eine sinnvolle Ergänzung gewesen.

Wer sich an den genannten Unzulänglichkeiten nicht stört, den erwartet mit Sonys neuestem Rennspielstreich solides Futter für die gerade erst mühsam erworbene PS3. Wer nicht unbedingt sofort ins digitale Renngeschehen einsteigen will, der harrt besser der Dinge, die da noch kommen mögen. Schließlich hat die PS3 gerade erst das Licht der europäischen Welt erblickt. Und das lässt noch auf so manches Highlight hoffen.