Fire Emblem on Mars?!

Umso größer war die Motivation für Projektleiter Hitoshi Yamagami und sein Team, den drohenden Untergang der Spielserie abzuwenden. Frische Ideen mussten also her. Während diverser Krisensitzungen wurde sogar in Erwägung gezogen, den neuesten Teil in einen modernen Schauplatz zu verlegen. Sogar über einen Krieg in naher Zukunft auf einem anderen Planeten wie beispielsweise auf dem Mars wurde nachgedacht. Es war für die Beteiligten klar, dass für das nächste Fire Emblem neue Ansätze hermussten, um potenzielle neuen Käufer zu gewinnen. Doch dabei durften die traditionellen Werte, die ein Fire Emblem auszeichnen, nicht verworfen werden. Jede Möglichkeit wurde heiß diskutiert und vielen entgegnete man aus ebenjenen Gründen mit Skepsis. Dazu gehörte auch das besagte Mars-Konzept, bei dem die Entwickler befürchteten, dass sie vor allem alte Fans damit vom Kopf stoßen. Kleiner Fun Fact am Rande: Die verworfene Idee eines Fire Emblems auf dem Mars griff der Character Designer von Awakening für eine Scherz-Ankündigung am 1. April auf, die wiederum von Intelligent Systems abgesegnet wurde.

Da es voraussichtlich der letzte Teil der Serie werden könnte, stand früh fest, dass beliebte Versatzstücke aus allen vorigen Teilen zusammengebracht und weiter ausgebaut werden sollten. Letzten Endes bewiesen die kreativen Köpfe von Intelligent Systems ein gutes Gespür bei diversen Designentscheidungen und Neuerungen.

Parallel zur stetig wachsenden Popularität vermehrten sich auch die Auftritte der Fire-Emblem-Charaktere in den Smash-Spielen. Am Ende waren es fast schon zu viele...

Neben den integralen Support-Konversationen wurde auch das Heirats- und Nachwuchs-System aus dem vierten FE-Teil wieder aufgegriffen, nur mit dem Unterschied, dass die Paare und ihre Kinder direkt interagieren und die Nachkömmlinge untereinander ebenfalls heiraten konnten. Auch das Bereisen einer Weltkarte und das erneute Betreten bereits besuchter Gebiete zum Trainieren wie in Fire Emblem: The Sacred Stones kamen hinzu. Zudem gab es ähnlich wie in Teil 7 einen Strategen, der als Avatar für den Spieler dient. Anders als vorher konnte nun sein Geschlecht und sein Aussehen beliebig angepasst werden. Jene Ergänzung und die stärkere Integration des Spielers innerhalb der Geschichte wurden von den Fans und Kritikern als sehr positiv empfunden.

Fire Emblem goes Casual

Die wohl wichtigste und im Team meistdiskutierte Neuheit war die Etablierung des Casual-Modus, bei dem es nicht zum dauerhaften Verlust eines verstorbenen Charakters kam. Stattdessen stand die Einheit nach einem verlorenen Kampf in der nächsten Mission wieder zur Verfügung. Intelligent Systems war sich der Kritik dieses Features seitens der Hardcore-Veteranen wohlbewusst, sah darin aber auch eine Notwendigkeit, um eine bessere Zugänglichkeit für die breite Masse zu erzielen.

Hinterher betrachtet war es ja auch nicht so, als ob dadurch die Kämpfe an sich einfacher wurden. Dank der Variationen an Schwierigkeitsstufen und Modi hatten Spieler weitaus mehr Optionen, die Messlatte der Herausforderung nach eigenen Ansprüchen zu verstellen. Das Konzept ging auf; der Erfolg gab den Designern die Bestätigung. Awakening schaffte es bereits in der ersten Verkaufswoche zum Releasestart die Erwartungen von Nintendo und Intelligent Systems zu übertreffen. Mit fast 2 Millionen verkauften Exemplaren ist Awakening der kommerziell erfolgreichste Teil der Reihe geworden und markiert somit angesichts der schweren Phase davor einen Wendepunkt.

In Fire Emblem: Fates steht der Spieler zwischen den Fronten der zwei rivalisierenden Clans Hoshido und Nohr.

Das künftige Kronjuwel Nintendos?

Kaum zu glauben, dass sich Nintendos einstiges Problemkind mittlerweile zu einer der kommerziellen Säulen des Konzerns gemausert hat. Es ist die ausgeglichene Mischung aus Altbewährtem und neuen Komponenten, die gefunden werden muss, um den richtigen Nerv von Fans und Neulingen gleichermaßen zu treffen - und das ist den kreativen Köpfen von Intelligent Systems sichtlich gelungen. Keine Reihe könnte beispielhafter dafür sein, wie man sich stets weiter entwickeln muss und sich vor neuen Experimenten nicht scheuen darf.

Die weltweite Vorfreude und die Vorbestellerzahlen des neuen Teils Fire Emblem: Fates haben nochmal eindeutig gezeigt, wie die Serie inzwischen zu einem regelrechten Massenphänomen geworden ist. Bleibt nur für uns Fans zu hoffen, dass die Reihe ihren Kultstatus über die nächsten Jahre aufrechthalten kann. Bis zum nächsten Teil ist es ja zum Glück auch nicht mehr weit und das Ärgern und Frusten über verlorene Einheiten und flöten gehende Spielstunden kann dann erneut beginnen.

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