"Fire Emblem Fates bleibt seinen Wurzeln treu und bringt die Serie doch entscheidend voran – viel mehr kann man von einer Fortsetzung nicht erwarten." - Gregor Thomanek

Nur Anerkennung und Respekt, wo vor zwei Jahren noch skeptische Fragen umherschwirrten; Höchstwertungen dort, wo zuvor noch „Abzocke!“-Schreihälse umherliefen. Die Aufteilung des neuen Fire Emblems in drei Spiele war eine gefährliche Gratwanderung und sicher nie eine, die aus reiner Nächstenliebe geschehen ist – natürlich reibt sich Nintendo die Hände, wenn ihr diesmal zweieinhalb statt ein einziges Spiel kauft. Doch ist diese Freude eben auch verdient.

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Das Problem der Entwickler mag ein luxuriöses sein, doch wie soll sich eine langjährige Reihe und erst recht eine kontinuierlich weiterentwickelte wie diese nach über einem Dutzend Ableger noch sinnvoll verbessern? Am besten, indem sie alte Wehwehchen gezielt hinter sich lässt – und genau das war der entscheidende Ansatz hinter der Aufteilung in drei eigenständige Spiele.

Bereits der GameCube- und Wii-Teil bauten aufeinander auf, doch nicht in der Konsequenz, wie es hier der Fall ist. Fire Emblem Fates erzählt eine Geschichte aus drei Perspektiven, durchbricht damit endlich seine Gut-und-Böse-Litanei. Nicht in der letzten Konsequenz: Erwartet kein tiefschürfendes Geflecht aus Intrigen und doppelten Böden; auch das Ausbauen des eigenen Schlosses auf spielerischer Ebene bleibt stets eine Spur zu oberflächlich. Der gesamte Rest ist es nicht. Fire Emblem Fates ist ein brillantes Spiel, das Spaß an seinen eigenen Mechaniken hat und diese auf verschiedenste Weise nutzt.

Fire Emblem Fates ist für 3DS erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Endlich vielseitigere Geschichte als in Vorgängern
  • Sympathische Charaktere
  • Nach wie vor sehr intensive Perma-Death-Mechanik (die optional auch deaktivierbar ist)
  • Verschiedene Schwierigkeitsgrade
  • Cleveres wie sinnvolles Drei-Spiele-Konzept
  • Starkes Balancing
  • Vielseitige Klassen
  • Hoher, aber fairer Schwierigkeitsgrad
  • Großartige, abwechslungsreiche Karten
  • Fette Zwischensequenzen

Contra

  • Vertonung nur sehr sporadisch
  • Maulfaule Hilfestellungen – viel learning by doing
  • Gelegentlich Trial-and-Error-Passagen (Gegner erhalten unvorhergesehen Verstärkung usw.)
  • Möglichkeiten im eigenen Schloss sehr überschaubar
  • Kamera lässt sich gelegentlich nicht weit genug rauszoomen

Grafik

Wer unbedingt meckern will, kann sich vorzüglich über die Stagnation seit Awakening echauffieren (wenn wir von den Füßen mal absehen) oder über die nicht übermäßíg anspruchsvolle Technik aufregen. Klüger wäre es allerdings, ein Auge für das große Ganze zu haben: für die toll gezeichneten Charakterportraits, die Kulisse, die großartigen Zwischensequenzen – eben mehr als die bloßen Zahlen. Hier macht Fire Emblem nämlich einen hervorragenden Eindruck.

Sound

Englische und japanische Sprachausgabe sind schon dabei, werden allerdings im überschaubarem Rahmen genutzt, da meist nur wenige Wortfetzen vertont wurden. Alles andere ist hingegen üppig vorhanden und bisweilen von großartiger Qualität, auch und gerade der feine Soundtrack.

Gameplay

Runde um Runde zieht ihr eure Einheiten zaghaft über die Karte, immer in möglichst alle Himmelsrichtungen gleichzeitig schielen, um auch ja keinen Gegner zu übersehen – ein Fehler könnte dank Perma-Death der letzte für den armen Tropf sein, der den Schlag abbekommt. Das Kampfsystem wurde über die Jahre immer weiter verfeinert, steht spätestens seit Awakening im Zenit und zählt auch heute noch zum Besten, das ihr finden könnt. Auch fernab der Schlachtfelder finden sich reichlich Beschäftigungsfelder.

Multiplayer

Kämpfe, StreetPass-Spielereien sowie das damit verbundene stolze Herumreichen des eigenen Schlosses sind möglich und tatsächlich ein netter Zeitvertreib, aber nichts, für das man mal eben 40 Euro locker macht. Ein netter Bonus aber allemal.