Befragt man Konsolen-Fans nach dem beliebtesten Rollenspiel aller Zeit, kommt wahrscheinlich in 90 Prozent aller Fälle dieselbe Antwort: Final Fantasy. Seit nunmehr gut zwei Jahrzehnten erfolgreich, hielt die Serie bereits im Kino Einzug, wurde auf mehrere Plattformen portiert und vereint seit 2004 die Spieler weltweit auch im angesagten Massively Multiplayer-Format.

Doch damit nicht genug. Im Jahr 2007 ist die Technik weit genug gediehen, um auch alte Titel der Reihe neu zu präsentieren. Auf dem Nintendo DS flimmert demnächst Final Fantasy 3 in neuem Gewand über gleich zwei Bildschirme, um obendrein von der spaßigen DS-Steuerung zu profitieren. Ob die Reanimation des Klassikers gelungen ist oder ob man lieber bei der SNES-Version geblieben wäre, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Final Fantasy III - Trailer

Aus drei mach sechs
Zunächst ein kleiner Exkurs in die Spielegeschichte. 1994 erschien Final Fantasy 3 in den Staaten erstmals für SNES. Und obwohl viele Spieler dachten, sie kämen gerade tatsächlich in den Genuss des dritten Teils - war er es gar nicht. Grund dafür war die unterschiedliche Veröffentlichungspolitik von Square Enix. Während Final Fantasy 1 noch in Japan und den USA veröffentlicht wurde, erschienen die Teile zwei und drei nicht in den Staaten. Als man jedoch Final Fantasy 4 auf beiden Kontinenten auf den Markt brachte, benannte man die amerikanische Version schlicht in Final Fantasy 2 um.

Final Fantasy III - Von wegen antik: Auf dem DS erwacht der Klassiker zu neuem Leben!

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Wie in (fast) jedem Final Fantasy-Spiel erneut dabei: Die putzigen Chokobo-Reitvögel
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Wer bis hierhin noch nicht die Übersicht verloren hat, gibt spätestens jetzt auf: Das japanische Final Fantasy 5 wurde in den USA ebenfalls nicht veröffentlicht. Sehr wohl aber Final Fantasy 6. Und um nun nicht endgültig den Faden bezüglich der chronologischen Bennennung zu verlieren, taufte man diesen Teil in den Staaten in Final Fantasy 3. In Europa kam man hingegen gar nicht erst dazu, sich mit derlei Problemen zu belasten: Die Teile eins bis sechs wurden hier komplett übergangen und erst auf der Playstation als Klassik-Edition nachgereicht.

Nur um die Verwirrung aufzulösen. Das hier vorliegende Remake für den Nintendo DS basiert auf dem eigentlichen Final Fantasy 3 - für viele Spieler also vielleicht erstmals die Möglichkeit, die Anfänge der Serie mitzuerleben. Obwohl Puristen dennoch unzufrieden sein dürften: Die grafisch komplett überarbeitet Fassung wirkt dank schicker 3D-Optik zwar zeitgemäßer, der Retro-Charme geht jedoch weitestgehend verloren.

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Obenrum schwarz
Der ursprüngliche Look wurde komplett überarbeitet. Statt der 2D Sprite-Grafik präsentiert sich Final Fantasy 3 im Jahr 2007 in quietschbunten Farben, schicken Animationen und glasklarer Soundkulisse. Die putzige Knuddeloptik der Charaktere dürfte vielleicht nicht jedermanns Sache sein, strotzt aber vor liebevollen Details. Und das Renderintro zu Beginn des Spiels lässt sogar so manche Zwischensequenz der PS2 alt aussehen. Darüber hinaus läuft der Rollenspiel-Spaß erstaunlich ruckelfrei, lediglich bei manchen Kämpfen kommt Nintendos Handheld ab und an ins Stocken.

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Der technisch perfekte Intro-Film kann sogar mit einigen PC-Zwischensequenzen mithalten
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Die zweite große Neuerung betrifft den Dual Screen sowie die Touchpad-Funktion des Nintendo DS. Leider wurde gerade erstere Option reichlich stiefmütterlich behandelt. Während man sich auf dem unteren Bildschirm durch die Weiten der sagenhaften Fantasywelt schlägt, bleibt der Topscreen weitestgehend ungenutzt. Zu großen Teilen des Spiels zeigt euch eine schnöde Karte eure derzeitige Position an, in Kämpfen bleibt der Bildschirm stattdessen einfach schwarz. Mit dem Stylus lässt sich Final Fantasy 3 übrigens komplett per Touchscreen-Funktion steuern. Wer also keine Bedenken hat, über die geschätzte Spielzeit von etwa 40 Stunden einen kleinen Stift in den Händen zu halten, hat hier erstmals die Gelegenheit dazu.

Don't worry about the Story
Die Story ist, typisch für die Final Fantasy-Reihe, zwar etwas Klischee beladen und teils arg vertrackt, bietet aber wieder allerlei herzerweichende Momente und punktet mit der gewohnten Final Fantasy-Atmosphäre. Die Geschichte erzählt vom ewigen Kampf des Lichts gegen die Dunkelheit. Luneth, ein Waisenjunge aus dem beschaulichen Dörfchen Ur, kommt in Kontakt mit einem der magischen Kristalle des Lichts, die seit Urzeiten über die Welt wachen. Fortan macht er sich mit seinen Freunden Arc, Refia und dem Soldaten Ingus auf, die sagenumwobenen "Krieger des Lichts" zu finden und - natürlich - um die Welt zu retten.

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In Kämpfen verdient ihr neben Erfahrungspunkten auch Gil, die Währung im Final Fantasy-Universum
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Wem das nun etwas zu altbacken klingt, sollte sich ins Gedächtnis rufen, dass Final Fantasy 3 bereits über 15 Jahre auf dem Buckel hat. Dass sich die Story dennoch ziemlich abwechslungsreich gestaltet und bis zum Ende spannend bleibt, spricht für die Zeitlosigkeit der Reihe. Immer wieder lockern unerwartete Wendungen den Spielverlauf auf. Außerdem haben selbst unwichtige Nebencharaktere und NPC's eine eigene Hintergrundgeschichte. So wird die Welt stimmig zum Leben erweckt.

Neu im Jobcenter: Arbeitsplatz für Schwarzmagier
Von Final Fantasy-Fans der späten Stunde dürfte das Kampfsystem etwas Umstellung erfordern. Im Gegensatz den aktuellen Titeln der Reihe gibt es keine Zeitleiste, von der euer Handeln abhängt, sondern das "alte" rundenbasierte System. Zu Beginn des Kampfes gebt ihr euren Partymitgliedern verschiedene Order, die dann einzeln abgehandelt werden. Dabei führt nur die geschickte Kombination aus Waffenangriffen, Zaubersprüchen, heilender Magie, Gegenständen und Spezialfähigkeiten zum Sieg. Nervig sind jedoch die zufallsbasierten Kämpfe, gerade weil die Möglichkeit zu speichern nicht zu jedem Zeitpunkt gegeben ist. Läuft es ganz schlecht, wird man tatsächlich alle fünf Schritte in eine Schlacht verwickelt.

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Die Kämpfe sind rundenbasiert. Zunächst legt ihr Aktionen fest, die dann von den Charakteren ausgeführt werden
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Das beliebte Jobsystem des Originals hat man übrigens nicht nur beibehalten, sondern weiter ausgebaut. In der DS Variante könnt ihr nun zwischen 22 verschiedenen Jobs wählen, die für euren Charakter einzigartige Fähigkeiten und Attribute frei schalten. Hat man zu Beginn den Status eines Freiberuflers inne, der nur unterdurchschnittliche Fähigkeiten besitzt, kann man sich später zum mächtigen Schwarzmagier aufschwingen oder als Mönch seine Kampfkünste an den Gegnern erproben.

In Kämpfen gilt es Erfahrungspunkte für das Charakterlevel und die Jobstufe zu sammeln, um zum Beispiel den verursachten Schaden zu erhöhen oder die Präzision der Zauber. Die Jobklasse lässt sich übrigens jederzeit ändern, allerdings muss in dieser Umstellungsphase eine bestimmte Anzahl an Kämpfen absolviert werden, um die neuen Fähigkeiten voll zu entfalten. So lässt sich die Gruppe vor besonders schwierigen Bosskämpfen der Situation anpassen - eine nette taktische Komponente mit viel Raum zum Ausprobieren.