Final Fantasy: Crystal Chronicles (Cube-Test)
(von Robert Häusler | CubeMagazin)

Lang, lang ist's her, seitdem Rollenspieler das letzte Mal auf einer Nintendo-Konsole in die Welt der "Final Fantasy" abtauchen konnten. Nach "Final Fantasy VI" und dem anschließenden Streit zwischen Nintendo und "Final Fantasy"- Erfinder Square macht

sich die legendäre Serie vor allem auf Sonys Playstation einen Namen.Dort hat sich die Reihe zuletzt Episoden von ihren Ursprüngen entfernt; weg vom Knuddellook hin zu realistischen Figuren und ernst zu nehmenden Szenarien. In "Final Fantasy X" und "Final Fantasy X-2" kommt mit den sexy Heldinnen sogar eine Prise Erotik ins Spiel.

Wie dem auch sie, der Streit zwischen Nintendo und Square bzw. Square-Enix ist beigelegt und wir kommen endlich wieder in den Genuß eines Ablegers aus der "Final Fantasy"-Serie, exklusiv für den Gamecube. Programmiert wurde "Crystal Chronicles" von den Machern eines "Saga Frontier" und "Final Fantasy I + II". Wer das Spiel einlegt, wird zunächst zur einer Entscheidung gezwungen.

Will man das Abenteuer allein oder mit Kampfgenossen bestreiten? Wenn sich vier Abenteurer komplett mit Game Boy Advance und Linkkabel versammeln, können sie die Welt von "Crystal Chronicles" als Gruppe erfroschen. Man kann aber auch alleine beginnen und später menschliche Mitstreiter zu den Waffen rufen oder sich komplett auf die eigenen Stärken verlassen. Kameradschaftliche Hilfe ist schon bitter nötig, denn die Welt von "Crystal Chronicles" ist kein Paradies, wie uns das stimmungsvolle Intro vorgaukeln will. Die idyllischen Dörfer sind von einem dunklen Nebel bedroht, der in regelmäßigen Abständen Höllenkreaturen auswirft.

Um ihre Lieben zu schützen, haben die Bewohner einen Kristall in jeder Ortschaft aufgestellt. Dieser muss jedes Jahr mit frischem magischem Wasser gefüllt werden, sonst überrennen die Schergen das Dorf.

Nun habt Ihr die Ehre diese Aufgabe für Euer Dorf Tipa zu übernehmen. Dabei wählt ihr Euren Charakter aus vier verschiedenen Klassen, jede mit ihren individuellen Stärken und Schwächen. Die Clavats sind die menschenähnlichsten unter ihnen, mit guter Verteidigung aber wenig magischen Fähigkeiten ausgestattet. Ihre Waffe ist das Schwert, wie es sich für ehrenhafte Krieger gehört.

Die Yukes können dagegen mit ihrem Zauberstab Feuersbrünste und Eisstürme heraufbeschwören, da kann selbst Gandalf einpacken. Sogar der Beruf eurer Eltern ist zu bestimmen.

Wozu? Weil, wer zum Beispiel in einer Familie der Schmiede geboren wird, sich anschließend eigene Waffen basteln kann. Darauf baut eine der vielen netten Ideen im Spiel auf.
Man kann Prunkschwerter, Partisanen, Goblin-Hämmer und vergleichbare Prügel-Instrumente nicht einfach kaufen, sondern sucht und findet deren Bauanleitungen und lässt sie dann vom Stahlschmied fertigen. Diese kleinen Unterschiede zu den gängigen Rollenspielen sind es, die Interesse wecken und einen verzaubern.

Ein Trainingsabschnitt zu Beginn erläutert die Feinheiten der Steuerung und des Kampfsystem. Eine prima Sache, denn dadurch gelingt auch unerfahrenen Abenteuer ein leichter Einstieg. Immerhin findet man sich gleich zu Beginn mitten in einer ausgewachsenen Schlacht wieder. Bösewichter stürzen von allen Seiten heran, das Kampfsystem steht auf seiner ersten Probe. Die Echtzeit-Action begeistert durch optische Knalleffekte und zahlreiche Eingriffsmöglichkeiten. Mit den Schultertasten wird zwischen Verteidigung, Angriff, Magie und Itembenutzung durchgeschaltet, der A-Knopf löst die Aktion dann aus. Hat man erst ein bis zwei Eigenheiten inder Handhabung überwunden und sich mit der Tatsache angefreundet, dass speziell das umschalten zwischen Verteidigung und Angriff manchmal etwas hakt, geht die Steuerung schnell in Fleisch und Blut über. Der Schlüssel zum Erfolg ist, die Angriffsmuster der Gegner auswendig zu lernen; dann sind auch die dicksten Obermotze bald Geschichte, und die Raffinessen des Kampfsystem können sich voll entfalten. So besitzt jede Rasse eine Spezialattacke. Auch Fernattacken sind möglich, indem man den Aktionsknopf gedrückt hält und den Zielbereich via Controlstick bestimmt. Sind die ersten Angriffswellen abgewehrt, fällt der katzenähnliche Mogry, euer ständiger Begleiter im Einzielspielermodus, ins Auge. Der fellige Wonneproppen trägt auf Wunsch die Mog-Tasche mit dem kleinen Kristallkäfig, die außerhalb der Dörfer dringend benötigt wird. Begebt ihr Euch aus der Schützenden Aura des magischen Beutels nimmt Eure in Herzen angezeigte Gesundheit rapide ab.Ihr könnt die Tasche auch selbst tragen, kämpfen ist dann jedoch nicht mehr möglich. Wenn keine Gegner in Sicht sind, ist die aber dennoch zu empfehlen, denn der kleine Mogry ist etwas lahm unterwegs und hält euch so in Eurem Fortkommen auf. Im Gegenzug ist Mogry aber für so manche Knalleffekte zu haben.

Er sorgt an bestimmten Stellen im Spiel für besonders durchschlagende Magieeffekte und die Kreativen unter Euch können Ihn nach Lust und Laune bemalen. Es ist diese Liebe zum Detail und dieses gewisses Flair der lebendigen Welt, das "Crystal Chronicles" von anderen Rollenspielen unterscheidet. Diesen hoch willkommenen Feinheiten steht allerdings die Tatsache gegenüber, dass sich die Kämpfe ein bisschen zu linear durch das Spiel ziehen. Man reist von Dungeon zu Dungeon und trifft dauernd auf allerlei Getier, aber nur selten auf gänzlich unvorhersehbare Ereignisse. Wo sind die Überraschungen? Klar stellt sich ein gewisse Prickeln ein, aber nicht in der Stärke wie man es sich

Final Fantasy Crystal Chronicles - Kampfbetontes Märchen mit einer Grafik, die euch schlichtweg umhaut

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von einem Square-Enix-Titel erhofft. Der Grund dafür ist sicher auch im Mangel an erzählerischen Momenten zu suchen. Dialoge mit den Figuren in der Umgebung sind eher selten, die Rahmenhandlung spielt eine untergeordnete Rolle. Die Gliederung des Abenteuers in überschaubare Etappen hat zwar den Vorteil, dass man immer ein Ziel vor Augen hat. Trotzdem würde das Abenteuer einen sicher sehr viel mehr vereinnahmen, wären die 13 Stationen durch einen ausgeprägten Handlungsfaden verbunden. Außerdem, wer würde sich nach Lösung kniffliger Rätsel nicht gern selbst auf die Schulter klopfen? Dazu ist hier nur ganz selten Gelegenheit. Die simplen Aktivier-den-Schalter- und Finde-den-Schlüssel-Puzzles hauen niemanden wirklich um. Zudem stehen die Kopfnüsse meistens in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Handlung, sondern wirken künstlich aufgesetzt und sollen offenbar nur die Spieldauer künstlich verlängern. Wie das besser geht, zeigt "Beyond Good & Evil". Das ist Welt der Magie schon wesentlich besser entwickelt. Allein die vielseitigen Kombinations-Möglichkeiten verschiedener Standardsprüchen sind eine Wucht; das Ergebnis kann mal diesen, mal jenen Effekt haben. Was grafisch geboten wird, insbesondere wenn im Multiplayer-Modus mehrere Spieler ihre Zauber vom Stapel lassen, gleicht einem Feuerwerk der Fantasie. Es nervt allerdings zu Beginn, dass man nach jedem Dungeon die hart erarbeiteten Sprüche verliert und sie in den Resten getöteter Gegner suchen muss. Mit der Zeit lernt man jedoch den Umgang mit dieser vermeintlichen Tücke und findet Wege drumrum.Wenn dann noch offenbar wird, auf welche raffinierte Weise magische Sprüche geheime Kammern und Wege öffnen, dann brennt das Feuer in einem - man will unbedingt die ganze Welt vollständig kennenlernen. Aber muss das eigentlich sein, dass sich einige der Bossgegner mit so richtig lästigen, weil immer wieder neu auferstehenden Angreifern umgeben? Das bremst ein bisschen das Vergnügen an den temporeichen und interessanten Duellen mit den dicken Biestern, die das Ende jeder Etappe bewachen. Solche Erfahrungen, die Ihr auf Eurer Reise macht, werden automatisch im Tagebuch abgespeichert und sind jederzeit abrufbar. Das Spiel ist in Jahre unterteilt - klar, schließlich müsst ihr jedes Jahr den Energievorrat des Kristalls auffüllen.

Packshot zu Final Fantasy Crystal ChroniclesFinal Fantasy Crystal ChroniclesErschienen für GameCube kaufen: Jetzt kaufen:

Eine Begrenzung der Spieldauer ergibt sich dadurch aber nicht. Es bleibt genug Zeit und Raum, um die Umgebung zu erforschen und zu genießen. Auf dem Weg wird man von der grafischen Pracht regelrecht umgehauen. "Crystal Chronicles"stell klar die grafische Referenz auf dem Cube dar, noch vor Schwergewichtern wie "Metroid Prime". Jede Gefühlsregung der Protagonisten spiegelt sich wunderbar auf deren Gesichtern wieder. Man leidet förmlich mit, wenn der eigene Held weint und freut sich über jedes Lächeln auf seinem Gesicht. Den aus "Starfox Adventures" bekannten "Fell-Effekt" werdet Ihr auch hier wieder finden. Die Landschaften tun ihr übriges, besonders das Wasser sieht sehr lebensecht aus. Dabei wird schon in den ersten Spielstunden ordentlich Abwechslung geboten. In den Dörfern tobt das Leben, die Landschaften sind detailgespickt.

Da stehen auch die Effekte um nichts nach. Der Sanktus-Spruch entlockte unseren Lippen nur ein "Heiliger Bimbamm!". Etwas vermisst haben wir jedoch bombastische Zwischen-sequenzen á la "Final Fantasy X". Außerdem ist es fast ein bisschen schade, dass die Kamera häufig so weit oben über dem Grund schwebt. Denn erst in Bodennähe kommt die Pracht formvollendet zur Geltung.Fantastische Musik
In gleichem Maße zu loben ist die akustische Untermalung. Die Lieder sind wunderschön und schreien nach einer separaten Soundtrack-CD.

Leider spricht nur der Erzähler aus dem Off, die sparsamen Dialoge finden allesamt in Textblöcken statt. Nicht nur aufgrund der Präsentation ist das Spiel ein Musskauf. Das gilt auch für Nicht-Rollenspieler, denn das simple Kampfsystem wird reizt auch "Herr der Ringe"-erprobte Krieger. Eine keine Anmerkung zur Wertung: Diese bezieht sich nur auf den Singleplayer-Modus, Falls Ihr mindestens einen menschlichen Mitstreiter findet, könnt ihr die Wertung getrost um fünf Punkt nach oben schrauben.

Rund um die Welt in 80 Tagen
Die Welt von Crystal Chronicles ist in vier Kontinente aufgeteilt. Viele Wege lassen sich zu Fuß oder per Kutsche bewältigen. Wenn sich aber ein See oder das Meer vor den Helden auftut, wird es Zeit auf andere Verkehrsmittel.

Für solchen Situation stehen Schiffe bereit. Sie können zwar nicht wie in "Zelda" gesteuert werden. Dafür sind die die Überfahrten in wunderschönen Filmszenen eingebunden, die in Echtzeitgrafik berechnet werden.

Pro
+ Innovative Mehrspieler-Abenteuer + Bilderbuch-Grafik + Begeisternde Musik-Symphonie + Handliches Kampfsystem

Contra
- Etwas lahme Story - Für Einzelspieler wenig AbwechslungFantastische Musik
In gleichem Maße zu loben ist die akustische Untermalung. Die Lieder sind wunderschön und schreien nach einer separaten Soundtrack-CD.

Leider spricht nur der Erzähler aus dem Off, die sparsamen Dialoge finden allesamt in Textblöcken statt. Nicht nur aufgrund der Präsentation ist das Spiel ein Musskauf. Das gilt auch für Nicht-Rollenspieler, denn das simple Kampfsystem wird reizt auch "Herr der Ringe"-erprobte Krieger. Eine keine Anmerkung zur Wertung: Diese bezieht sich nur auf den Singleplayer-Modus, Falls Ihr mindestens einen menschlichen Mitstreiter findet, könnt ihr die Wertung getrost um fünf Punkt nach oben schrauben.

Rund um die Welt in 80 Tagen
Die Welt von Crystal Chronicles ist in vier Kontinente aufgeteilt. Viele Wege lassen sich zu Fuß oder per Kutsche bewältigen. Wenn sich aber ein See oder das Meer vor den Helden auftut, wird es Zeit auf andere Verkehrsmittel.

Für solchen Situation stehen Schiffe bereit. Sie können zwar nicht wie in "Zelda" gesteuert werden. Dafür sind die die Überfahrten in wunderschönen Filmszenen eingebunden, die in Echtzeitgrafik berechnet werden.

Pro
+ Innovative Mehrspieler-Abenteuer + Bilderbuch-Grafik + Begeisternde Musik-Symphonie + Handliches Kampfsystem

Contra
- Etwas lahme Story - Für Einzelspieler wenig AbwechslungFantastische Musik
In gleichem Maße zu loben ist die akustische Untermalung. Die Lieder sind wunderschön und schreien nach einer separaten Soundtrack-CD.

Leider spricht nur der Erzähler aus dem Off, die sparsamen Dialoge finden allesamt in Textblöcken statt. Nicht nur aufgrund der Präsentation ist das Spiel ein Musskauf. Das gilt auch für Nicht-Rollenspieler, denn das simple Kampfsystem wird reizt auch "Herr der Ringe"-erprobte Krieger. Eine keine Anmerkung zur Wertung: Diese bezieht sich nur auf den Singleplayer-Modus, Falls Ihr mindestens einen menschlichen Mitstreiter findet, könnt ihr die Wertung getrost um fünf Punkt nach oben schrauben.

Rund um die Welt in 80 Tagen
Die Welt von Crystal Chronicles ist in vier Kontinente aufgeteilt. Viele Wege lassen sich zu Fuß oder per Kutsche bewältigen. Wenn sich aber ein See oder das Meer vor den Helden auftut, wird es Zeit auf andere Verkehrsmittel.

Für solchen Situation stehen Schiffe bereit. Sie können zwar nicht wie in "Zelda" gesteuert werden. Dafür sind die die Überfahrten in wunderschönen Filmszenen eingebunden, die in Echtzeitgrafik berechnet werden.

Pro
+ Innovative Mehrspieler-Abenteuer + Bilderbuch-Grafik + Begeisternde Musik-Symphonie + Handliches Kampfsystem

Contra
- Etwas lahme Story - Für Einzelspieler wenig Abwechslung