Gong frei zur dritten Runde! Mit Fight Night Round 3 steht bereits die dritte Ausgabe der Boxsportsimulation im Videospiel-Ring. Nach den Versionen für PS2 und Xbox 360 wurde nun anlässlich der PlayStation 3-Veröffentlichung auch dieser Titel ins Launch-Lineup gehievt.

In den bisherigen Fassungen machte das Spiel einen guten bis sehr guten Eindruck. Weniger darf daher auch von dieser Umsetzung nicht erwartet werden. Die Frage ist nur, ob sich das PS3-Spiel von den anderen Versionen unterscheidet und den Spielern neue Inhalte bieten kann...

Nur wenig Neues
Um es vorweg zu nehmen: Allzu viele Veränderungen hat es (leider) nicht gegeben. Abgesehen vom neuen "Get in the Ring"-Modus, bei dem man seinen Kämpfer aus der Ego-Perspektive steuert, sind nur äußert geringe Unterschiede festzustellen. Ohne euch jetzt wieder mit allen Details zu langweilen (die könnt ihr in unseren beiden anderen Tests nachlesen), sei an dieser Stelle nur das Wichtigste erläutert: Im Mittelpunkt des Spiels steht nach wie vor der Karrieremodus, in dem ihr entweder einen selbst erstellten Boxer zu Weltruhm führt oder eine Legende wie Muhammad Ali, Joe Frazier oder auch Evander Holyfield vom Noname zum Weltmeister macht.

Fight Night Round 3 - Prügeln wie in Wirklichkeit: FN3 macht auch auf der PS3 eine gute Figur.

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Immer mitten in die Fresse rein!
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Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, und deshalb beginnt ihr die Karriere als kleiner Amateur in einem Hinterhof-Gym, der sich über Dutzende Faustkämpfe seinen Weg nach oben boxen muss. Vor dem Ruhm steht bekanntlich der Schweiß, sodass auch in der PS3-Version eure Boxer vor jedem Kampf ein Training absolvieren, womit sich die Charakterwerte, abhängig von der gewählten Disziplin, manipulieren lassen. Dadurch werdet ihr stärker, beweglicher oder habt mehr Ausdauer, blahblah... Durch Siege steigert sich das Ansehen, ihr erhaltet bessere Kampfbörsen, stattet euren Fighter weiter aus und so weiter und sofort.

Richtig ernst wird's natürlich erst in den Fights, die schon ab Schwierigkeit "normal" ziemlich fordernd sein können. Entscheidend für eure Spielerfahrung ist vor allem die Wahl der Steuerung: Entscheidet ihr euch für die "Total Punch Control", führt ihr Schläge mit dem rechten Analogstick aus, was ziemlich gewöhnungsbedürftig ist und selbst mit einiger Übung Präzision vermissen lässt. Da es bei der Ausführung meist um wenige Millimeter geht, ob nun eine rechte Gerade geschlagen wird oder ein Haken, kann es in der Hektik der Kämpfe schon ziemlich schwierig werden, mit dem richtigen Schlag zu kontern.

Fight Night Round 3 - Prügeln wie in Wirklichkeit: FN3 macht auch auf der PS3 eine gute Figur.

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Ali - The Greatest!
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Wer lieber auf Nummer sicher gehen will, wählt daher die althergebrachte Steuerung per Tasten, was auch sehr gut funktioniert. Völlig neu für die PS3-Fassung wurde ein kleines Schmankerl für den Sixaxis-Controller implementiert: Wer sein Pad ruckartig von sich wegbewegt, kann auf diese Weise unerlaubte Schläge ausführen und dem Kontrahenten damit gehörig eins auswischen (z.B. mit einem Kopfstoß). Das funktioniert zwar recht gut, lässt sich aber genauso gut mit einem Knopfdruck aktivieren. Mehr als ein nettes Gimmick lässt sich daher leider nicht attestieren.

Get in the Ring!
Das ist bei dem PS3-Exklusivmodus "Get in the Ring" allerdings ganz anders. Hier haben sich die Entwickler wirklich Mühe gegeben, etwas völlig Neues zu erschaffen und ein frisches Box-Erlebnis zu bieten: Aus der Ego-Perspektive stapfen wir auf die Widersacher zu und sehen vom eigenen Körper lediglich die beiden Arme mit den Boxhandschuhen. Anfänglich macht es große Probleme, sich in dieser Ansicht zurechtzufinden und das richtige Timing für Schläge und Defensivarbeit zu finden. Erst nach einigen Runden, in denen man selbst gehörig einstecken muss, gelingt es, den Gegner zu vermöbeln.

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Der Ego-Modus ist gewöhnungsbedürftig, zeigt aber gute Ansätze.
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Doch die neue Perspektive ist nicht das Einzige, was den Modus interessant macht. Das Ego-Erlebnis wird beispielsweise dadurch angereichert, dass kassierte Schläge die Sicht verschwimmen lassen. Auch sind beim Kontrahenten Blutspritzer zu sehen, wenn die eigenen Augen zuschwellen, wird das Sichtfeld kleiner und beim K.O. gehen die Lichter sogar ganz aus. Zudem sind deutlich die schwere Atmung und das Schnaufen der Kämpfer hörbar. Das Boxen ist auf diese Weise sehr viel intensiver, allerdings auch schwerer und viel gewöhnungsbedürftiger.

Davon abgesehen sind die Fight Night Round 3-Versionen praktisch identisch. Das zeigt sich auch an der technischen "Front", wo es dieselben Vor- und Nachteile gibt. So fallen auch diesmal die lahmarschigen Menüs und nervig-langen Ladezeiten negativ auf. Die Präsentation ist darüber hinaus zwar ziemlich gut gelungen, die Animationen sind flüssig und nett anzusehen, dafür sind aber die Darstellungen in den Zeitlupen bei Niederschlägen ziemlich schwach und verzerren die Körper der Kämpfer teilweise unglaubhaft. Dafür ist die Mucke nach wie vor sehr stylisch und passt, ähm, wie die Faust aufs Auge. Nervig ist dagegen, dass man fürs Onlinespielen neben dem obligatorischen PlayStation-Account auch bei EA Sports registriert sein muss. Ohne geht diesbezüglich nämlich gar nichts.