Die größte Neuheit der voraussichtlich am 24. September erscheinenden Rasenschach-Neuauflage hat EA mit der Einführung von Frauen-Nationalmannschaften bereits bekannt gegeben. Sogar Leo und Gregor hatten dazu ihre eigenen Gedanken. Auch in den Top Ten der Amazon-Vorbestellercharts hat sich FIFA 16 bereits eingenistet. Für einen genaueren Blick auf weitere Neuerungen lud EA ins Kölner Quartier und präsentierte erste Eindrücke der kommenden Version.

Die drei großen Baustellen

Senior Producer Nick Channon warf die drei großen Baustellen der kommenden FIFA-Ausgabe auf die Leinwand: Confidence in Defending, Control the midfield und Moments of magic. Die Quintessenz der Erläuterung dieser drei markigen Titel klingt verheißungsvoll, orientiert sie sich zumindest auf dem Papier an den Kritiken der Community. Und da steht auch der Punkt Torwartverhalten ganz oben auf der To-Do-Liste. Den Torhütern wurden nicht nur neue Animationen spendiert, die bisher vor allem bei hohen Bällen für Paralyse der Schlussmänner gesorgt haben. Allgemein wurden die Fehler merklich minimiert, bewahren die Torhüter aber aktuell immer noch nicht vor scheinbar unmöglich zu haltenen Bällen – vornehmlich Kullerbällen.

FIFA 16 - 10 Millionen sind heute kein Geld mehr - dafür kaufen die Engländer den Platzwart

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 54/571/57
Die Ankündigung von Frauenteams hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, ist aber bei weitem nicht die einzige Änderung.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Aber damit haben ja auch PES-Fans in diesem Jahr noch zu kämpfen. Davon abgesehen machen die Handschuhmänner aber einen abgeklärteren Eindruck im Gegensatz zu ihren Vertretern in FIFA 15. Doch auch an die Verteidiger wurde gedacht. So wurde das Defensiverhalten jetzt dahingehend überarbeitet, dass verteidigende Spieler nach Ballverlust nicht mehr kurzzeitig wie paralysiert stehenbleiben, sondern schneller in die Verteidigung umschalten.

Neue Animationen bieten dem Verteidiger nun auch bei einem Richtungswechsel des ballführenden Spielers die Möglichkeit, das Tempo besser beizubehalten, ohne sich wie noch im aktuellen Teil mitunter ziemlich umständlich um die eigene Achse zu drehen und somit die wertvollen Meter herzuschenken, die die im aktuellen Teil eh zu schnellen Angreifer nutzen, um uneinholbar davonzuziehen.

E3 2015

- Wählt jetzt: Welches ist das beste Spiel der E3?
Voting startenKlicken, um Voting zu starten (71 Bilder)

Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären: der Anpassung der Geschwindigkeit. Wo ein Christiano Ronaldo sich im aktuellen Teil von eigentlich keinem Gegenspieler einholen lässt und Sololäufe um Verteidiger so souverän wie das Umkurven von Pylonen aus den Fingern fließt, lässt FIFA 16 mehr Gerechtigkeit walten und hat die Geschwindigkeiten der Spieler mit und ohne Ball grundsätzlich überarbeitet. Beim Anspielen funktionierte das schon sehr gut und wenn man nicht unbedingt einen Mertesacker mit der Manndeckung eines Messis beauftragt, fällt das Überlaufen des gegnerischen Verteidigers merklich schwerer und somit fairer aus.

FIFA 16 - E3 2015 - Gameplay Trailer: Physics, Bewegungen, Dribbling und mehr4 weitere Videos

Die Tacklings greifen konsequenter und Grätschen funktionieren nun variabler. So rappelt sich der grätschende Spieler schneller auf, wenn er merkt, dass seine Attacke ins Leere läuft, um so wieder schnellstmöglich zum Angreifer aufzuschließen. Allerdings war auch in der jetzigen Version immer noch mitunter konfuses Zusammenrammeln von gemeinsam verteidigenden Spielern zu beobachten – dafür sind die bekannten und verhassten „Ping-Pong-Momente“ des Balls zwischen den Spielern eines Zweikampfs deutlich seltener aufgetreten, als es in der aktuellen Version noch der Fall ist.

Das Mittelfeld – Wenn das Spielgeschehen in die Mitte fällt

Auch bei EA ist die Erkenntnis gereift, dass das Mittelfeld bis dato nicht nur vernachlässigt, sondern von den Spielern auch bewusst übergangen wurde. Lange Bälle in die Spitze – nicht selten sogar aus der eigenen Abwehrreihe hinaus – waren keine Seltenheit und so wirkt man dem jetzt entgegen, indem die KI der eigenen Mitspieler dahingehend optimiert wurde, dass sich öffnende Räume nun deutlich effektiver von den Mitspielern geschlossen werden.

FIFA 16 - 10 Millionen sind heute kein Geld mehr - dafür kaufen die Engländer den Platzwart

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Der Ball ist rund - und auch die Mechaniken werden immer weiter abgerundet.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auch beim Anspielen gegen die Kollegen hat man sich dabei ertappt, wie die typischen FIFA-Automatismen dazu verleitet haben, das Mittelfeld schnell zu überspielen. Leider mit mäßigem Erfolg, da die KI nun nicht mehr blind auf den ballführenden Spieler zuläuft oder sich aus unerklärlichen Gründen in alle Himmelsrichtungen verstreut und somit große Räume aufreißt, sondern potenzielle Zuspielwege gut antizipiert und nicht dem menschlichen Akteur allein diese defensive Komponente überlässt.

Bei Balleroberung schalten die Mitspieler jetzt schneller um, um das Tempo aufrechtzuerhalten und den Gegner mit schnellem Umschaltspiel in die Bredouille zu bringen. Wo die KI jetzt im Defensiverhalten dazugelernt hat, hat sich in Sachen Angriffsunterstützung bisher noch recht wenig getan. Auch im Offensivspiel würde Antizipation dem Spiel gut tun – ohne die ganze Zeit die Taste zum Schicken der Spieler im Dauerbetrieb zu haben.

Gute Ansätze, die sich verstärkt dem Teamplay annähern und Sprint-Solisten den Kampf ansagen.Ausblick lesen

Ein weiteres neues Feature ist nun auch der neue präzise Pass. Dieser ließ sich in den vergangenen Teilen mit R1/RB nutzen und hat Pässen mehr Präzision verliehen. Die Neuinterpretation dieser Passweise lässt den ballführenden Spieler nun einen im Vergleich zum normalen Pass deutlich schnelleren Ball spielen, der dazu dient, kurzzeitig freiwerdende Räume schneller bespielen zu können. Aktuell fühlt sich diese neue Passart so effektiv und schnell an, dass dieser in der jetzigen Phase etwas overpowert wirkt und deshalb schnell zu einem dauerhaften Stilmittel werden könnte.

Was die Pässe im Allgemeinen betrifft, ließ sich jedoch erfreulicherweise feststellen, dass die Quote an Fehlpässen, bzw. die Wahl des Spielers bezüglich des Passempfängers und der Genauigkeit weniger zufällig wirkt und simple Pässe jetzt nicht schon die erste Hürde beim Aufbauspiel darstellen, bei der man sich alle Nase lang ärgert, dass man den Ball da doch gar nicht hinspielen wollte.

Magic „Off the Ball“-Moments und mehr

Einige erinnern sich vielleicht noch an das Championsleague-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona. Die Szene, in der Messi gen bayerischen Strafraum marschierte und Innenverteidiger Jerome Boateng nicht nur wie einen Leuchtturm aussehen ließ, sondern auch fällte. Das bemerkenswerte ist nicht, dass Messi Boateng mit zehn Körpertäuschungen aussteigen ließ, sondern den Ball während seiner Finten nicht einmal berührte und den Ball eigentlich nur unberührt weiterlaufen ließ, während er Boatengs Aufmerksamkeit auf sich lenkte, um ihn damit aus dem Konzept und aus dem Tritt zu bringen.

FIFA 16 - 10 Millionen sind heute kein Geld mehr - dafür kaufen die Engländer den Platzwart

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 54/571/57
Sinnvolle Neuerungen sind zu erkennen, doch an manchen Baustellen bleiben Fragen offen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Und genau diese Möglichkeit hat der Spieler nun auch in FIFA 16. Mit der L1/LB-Taste lässt sich der ballführende Spieler nun vom Ball „lösen“, um durch gekonnte Körpertäuschungen den gegnerischen Verteidiger mit unendlichen Richtungsantäuschungen ohne jegliche Ballberührung über die Marschrichtung im Dunkeln tappen zu lassen. Das funktionierte in der Praxis schon ganz gut – die Meinung dazu unter den Pressevertretern war verhalten. Die Einen halten das für ein weiteres Mittel für Hardcoregamer, wenige geübte Gegenspieler nasszumachen, andere sehen darin mehr „Schein als Sein“, da der Ball ja in dem Moment nicht wirklich aktiv seine Richtung ändert und dementsprechend vorhersehbar zu verteidigen ist.

Abgesehen von diesem neuen Spielzeug ließ EA abseits des Rasen nichts durchblicken. Sowohl zum Karrieremodus als auch auf Details von FUT wurde in irgendeiner Form eingegangen – spätestens zur E3 sollte da aber einiges an Infos nachgeschoben werden. So bleibt bis dato zusätzlich festzuhalten, dass optisch ein wenig an den Spielergesichtern gearbeitet wurde, so dass diese nun mehr „Tiefe“ - wie schon bei PES 2015 sehr gut umgesetzt – erhalten und weniger leb- und ausdruckslos wirken. Auch die Fußstellung des schießenden Spielers wurde überarbeitet. So soll sich diese nun optisch glaubwürdiger zur Flugbahn des Schusses verhalten. Durch die nun verfügbaren Frauen-Nationalmannschaften wurden auch die Haare erstmals vollkommen animiert – was bei der hohen Zahl an Pferdeschwänzen bei den Damen letztlich wohl unvermeidlich war. Die Stadien bekommen Tages- und Stadionabhängige authentischere Beleuchtung.