Es war einmal ein kleiner Ned. Das ist ganz lange her, aber schon damals hat er sich für Fußball interessiert. Er fand den Kalle Rummenigge so toll, dass er auch Fan von Bayern München wurde. In jener Zeit lautete sein Rufname noch nicht "Killer-Kalle", sondern "Rummelfliege".

Der heute erfolgreichste Fußballverein Deutschlands spielte noch für Dekaden im altehrwürdigen Münchner Olympiastadion - seit sechs Jahren jedoch in der prachtvollen Allianz-Arena. Electronic Arts lud nun zur Präsentation von FIFA 12 in diesen modernen Fußballtempel und wir drangen dabei in Bereiche vor, die man sonst nur selten zu sehen bekommt.

FIFA 12 - gamona zu Besuch beim FC Bayern

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FIFA 12 - gamona zu Besuch beim FC Bayern

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Für jemanden, der mit diesem Sport nichts anfangen kann, mag sich die Faszination eines Besuchs der heiligen Katakomben kaum erschließen. Wer jedoch heißblütiger Anhänger eines Vereins ist, wandelt begeistert durch Umkleidekabinen, lässt sich die historischen Details herunterbeten („Bisher war jedes Spiel ausverkauft“) und genießt die unheimlich fesselnde Atmosphäre des fast vollkommen leeren Stadions. So entspannt kann man das Ambiente des Schmuckkästchens wohl nur ganz selten aufsaugen. Zum Glück für meinen Geldbeutel war der Fanshop geschlossen...

FIFA 12 - Das zieht den Bayern die Lederhosen aus

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Pfeif endlich an, Schiri.
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Fußball (wie viele andere Sportarten und Hobbys) lebt von dieser Begeisterung seiner Anhänger. Deshalb ist es umso wichtiger, die Essenz des Spiels, seinen Geist, auf die digitale Nachbildung zu übertragen. Nur wenn es gelingt, die magischen Momente einzufangen, die wir beim Schauen (oder Spielen) von Fußball empfinden, und wieder auf die Spieler am Gamepad zu vermitteln, kann wahre Leidenschaft an der Sache entflammen.

Es ist kein Wunder, dass mit jedem Jahr die Fußballsimulationen realistischer werden - schließlich wächst die Identifikation mit dem Geschehen am Bildschirm auf diese Weise weiter. Es macht viel mehr Spaß, mit einem Alter Ego auf die Hütte zu ballern, die Pille kunstvoll in den Kasten zu schlenzen oder den Gegenspieler rüde umzusensen, wenn man mit seinem Lieblingsspieler antritt - und dieser dank authentischer Animationen und fast fotorealistischer Gesichter von herkömmlichen Fernsehübertragungen kaum noch zu unterscheiden ist.

Packshot zu FIFA 12FIFA 12Release: 3DS, DS, PC, PS2, PS3, PSP, Wii, Xbox 360: 29.9.2011
PlayStation Vita: 2012
kaufen: Jetzt kaufen:

Apropos Blutgrätsche: Robuster Körpereinsatz bis zur Schmerzgrenze (und darüber hinaus) gehört bei einem Kampfsport wie diesem einfach dazu. EA Canada hat daher seine Bemühungen dahin gehend intensiviert, diese athletische Seite in FIFA 12 noch besser zur Geltung zu bringen als bei allen anderen Vorgängern (und Konkurrenten).

Noch nie machte es so viel Spaß, einen Spieler umzusensen. Die "Player Impact Engine" macht’s möglich.Ausblick lesen

Die rasanten Zweikämpfe setzt man mittels "Player Impact Engine" in Szene. So schöne Sliding Tacklings, so glaubhafte Stolperer, Schubser und Ellenbogeneinsätze gab es wohl noch nie zu bewundern. Gehen wir Schulter an Schulter in die Duelle, ist die Präsenz des Gegenspielers spürbar, das Gewicht der Körper scheint fühlbar zu sein.

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Sie hoppeln immer noch wie die Hasen über den Platz.
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Die Dynamik des Fußballspiels wird so exzellent transportiert. Wir lachen uns zwar schlapp, als das Ebenbild von Frank Ribéry von mir gesteuert seinen Kontrahenten umholzt und dafür völlig zu Recht die rote Karte sieht. Gleichzeitig ermöglicht die verbesserte Engine auch eine dramatisch realistischere Ansicht des Zweikampfs - die unsere Unsportlichkeit beinahe schmerzhaft erscheinen lässt.

Ungenierte Schadenfreude kommt dagegen auf, wenn sich Teamkameraden gegenseitig über den Haufen rennen, sich fast ineinander verknäueln und über das satte Grün kullern. Auch solche fast karikierenden Situationen machen die Faszination am Fußball aus und werden hier stilgerecht nachempfunden. Allerdings kam bei unseren Spielversuchen das Gefühl auf, dass die KI-Schiris viele Fehlentscheidungen treffen. Hier muss der Entwickler möglicherweise noch nachbessern.

Blutgrätsche deluxe

Im englischen Mutterland des Balltretsports lautet ein Sprichwort sinngemäß, dass es nur zwei Dinge gebe, die man in seinem Leben niemals ändern könne: seine Mutter und den Fußballverein. Der Autor Nick Hornby beschrieb diesen Sachverhalt einst derart, „dass man sich seinen Verein nicht selbst aussucht, vielmehr wird er einem gegeben“ („Fever Pitch“ - 1992). Diese bis ins Pathetische übersteigerte Liebe zu einem Club will FIFA 12 mit dem Football-Club-Feature abbilden.

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Grätschen sind für alle da, die gern ruppig den Ball erobern.
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Es stellt laut des leitenden Produzenten David Rutter „das Herz des Spiels dar“ und begleitet euch zukünftig auf euren virtuellen Fußballwegen. Alle Matches, die ihr spielt, jegliche eroberten Erfahrungspunkte, werden für immer in einem persistenten Profil gespeichert und Ergebnisse online mit Freunden und Konkurrenten auf dem gesamten Globus verglichen.

Es soll aber um mehr gehen als nur reinen Wettbewerb. Ganz den aktuellen Trends folgend will EA dieses Instrument als soziales Netzwerk nutzen, das neben Statistiken und Nachrichten auch Herausforderungen aus der Welt des realen Fußballs anbietet, die FIFA 12 mit kurzer zeitlicher Verzögerung integriert und zudem als i-Tüpfelchen „Support Your Club“ enthält. Hier fließen alle rund um den Erdball akkumulierten Punkte auf das Konto eines festgelegten Lieblingsclubs, der in einer Rangliste auf- und absteigt.

Wie werde ich ein Weltstar?

Welcher fußballbegeisterte Junge träumt nicht von der ganz großen, glanzvollen Karriere? Zumindest in Form virtueller Spielwelten wurde das sogar für den kleinen Ned möglich, der sich früher mit Fußballmanagern aller Art die Nächte um die Ohren schlug. FIFA 12 will diese Begeisterung im „total überarbeiteten Karrieremodus“ auf die Spitze treiben und mit „echten Verletzungen“ spürbar machen. Die Benachrichtigungen über aktuelle Wehwehchen eurer Stars flattern zeitgemäß via E-Mail herein, doch sie bleiben von der Öffentlichkeit nicht unbemerkt - Presseberichte schießen ins Kraut und provozieren Gerüchte zu der möglichen Einsatzfähigkeit der Ballvirtuosen.

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Alle sind sie versammelt - warum eigentlich?
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Je näher der nächste Spieltag rückt, desto wilder die Spekulationen. Steht die Gesundung auf des Messers Schneide, könnt ihr als Trainer den riskanten Einsatz anordnen - mit unterschiedlichen Folgen. Gewinnt das Team mit dem eingesetzten Kicker, wird man von den virtuellen Medien womöglich als taktisches Genie gefeiert. Der Schuss kann jedoch auch nach hinten losgehen... Eine möglichst authentische Darstellung strebt EA zudem im Bereich der Vorberichterstattung an, die weitaus umfangreicher ausfällt und beispielsweise von den Kommentatoren der Partien in ihrer Anmoderation aufgegriffen wird.

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Ned nimmt heute mal den Bus.
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Ähnliches gilt für das gerade herrschende Sommerloch, in dem Gerüchte über Transfers die sportlichen Presseberichte dominieren. Jeder Fan beteiligt sich herzhaft an diesen Spekulationen, die im letzten Tag der Transferperiode - dem "Transfer Deadline Day" - kulminieren. Ein enges Zeitfenster mit herunterlaufendem Countdown soll hier für eine Dramatisierung der Ereignisse sorgen, während ihr Spielerinfos sichtet, potenziellen Neuzugängen per E-Mail Angebote unterbreitet, Verhandlungen führt und dabei etwa die Gesamtsumme der aktuell an diesem Tag umgesetzten Summen im Auge behaltet. Der Fokus liegt hier laut Rutter ganz klar auf der Erfahrung als Manager, dem Umgang mit Medien sowie einem Moralsystem, das von Aspekten wie Stimmung, Scouting und regelmäßiger Bezahlung beeinflusst wird.