Die erste Bundesliga steht Kopf, Mainz ist Spitzenreiter, die Bayern dümpeln im Tabellenmittelfeld vor sich hin. Nun sind wir gespannt, ob das virtuelle Derby zwischen FIFA und PES ähnlich viele Überraschungen auffährt. Den Anfang macht FIFA 11, das mit neuer Passsteuerung und individuelleren Spielern den Führungstreffer anvisiert. Auf geht’s!
Nochmals sinnvoll verbessertes Fußballspiel, das Fans des Sports nahezu jeden Wunsch erfüllt.FazitIm letzten Jahr war es die neue 360-Grad-Steuerung, dieses Jahr sind es Detailverbesserungen, eine neue Passsteuerung und individuelle Spielereigenschaften. Die Liste der Neuerungen ist, wie schon bei NHL 11, überschaubar und umfasst vor allem Änderungen, die eher eingefleischten Fans und weniger Gelegenheitsspielern auffallen dürften. Wer die FIFA-Serie jedoch seit Jahren verfolgt, der wird den Glanz wahrnehmen, in dem FIFA 11 eindrucksvoll erstrahlt.
Wayne Rooney: bulig, ballgewandt, torgefährlich.FIFA 11 ist vor allem eins: runder und realistischer als je zuvor. Endlich unterscheiden sich die Spielfeldakteure deutlich voneinander. Damit ist nicht nur die Optik gemeint, die aufgrund realistischer Spielergesichter durchaus beeindruckt, sondern vor allem das Spielerverhalten. Messi wirkt beispielsweise, ganz wie sein reales Vorbild, wieselflink. Er ist kaum vom Ball zu trennen, marschiert mit kleinen Schritten pfeilschnell in die Spitze und spielt Pässe mit einer Leichtigkeit, die andere Spieler schon fast deklassiert. Ein Van Bommel dagegen wirkt physisch stark, drängt Stürmerleichtgewichte problemlos ab und geht nur nach hartem Einsteigen zu Boden.
Die Zusammenstellung der eigenen Mannschaft macht aufgrund der realistischen Attribute und der damit verbundenen Auswirkungen deutlich mehr Spaß als zuvor. So ergibt es auch Sinn, sich Gedanken darüber zu machen, welcher Abwehrspieler gegen welchen Stürmer gestellt wird. Ein Messi lässt sich beispielsweise mit einem flinken Defensivmann aus der Reserve locken, wogegen einem Adriano oder Rooney schon eher ein massiger Abwehrspieler auf die Füße gestellt werden muss, damit sich dieser sich physisch durchsetzen kann. Die Jubelgesten sind übrigens an die Attribute der Spieler angepasst. Einen artistischen Torjubel wie beispielsweise einen Salto oder Flickflack können nur die Akteure zum Besten geben, die entsprechend athletische und motorische Fähigkeiten mitbringen.
Anspruchsvolle Ballstafetten mit neuem Pro-Passing-System
Wer sich auf die neue Passsteuerung einstellen möchte, muss sich zunächst der Qualitäten seiner Spieler bewusst werden. Ganz gleich, wie gut ihr einen Pass abstimmt - das Gelingen des Zuspiels hängt wesentlich von den Fähigkeiten des Passgebers ab. Fußballvirtuosen wie Xavi, Diego oder Hleb spielen den Ball nahezu aus jeder Spielsituation präzise zum Mitspieler. Bei anderen kommt es auf viele Faktoren an.
Keiner fliegt mit Kopfbedeckung so schön wie Petr Cech.Neben dem Timing ist es entscheidend, wie stark der Passgeber bedrängt wird und wie er zum Ball und zum Mitspieler steht. Gerade bei cleveren Aktionen wie einem Steilpass muss alles stimmen, damit der Pass zur gezielten Steilvorlage wird und zum Tor führt. Tippt ihr die Passtaste nur leicht an, wird auch das Zuspiel locker aus dem Fußgelenk und mit wenig Tempo ausgeführt. Ein beherztes und längeres Betätigen der Passtaste führt dagegen dazu, dass der Ball bestimmt und hart sein Ziel findet.
Während der Partien werden unterhalb des Spielstandes neuerdings immer wieder Spielstatistiken eingeblendet. So könnt ihr schon frühzeitig erkennen, wie sich der Ballbesitz entwickelt, wie viele Zweikämpfe eure Spieler gewonnen haben und welche Laufwege einzelne Spieler zurückgelegt haben. Nach dem Spiel lassen sich zudem Tore, Chancen und Paraden gezielt abrufen und im Replay-Editor betrachten. Leider kam es im Laufe des Tests einige Male dazu, dass sehenswerte Torchancen nicht als Highlight erfasst wurden.
Was die grafische Präsentation des Spiels angeht, herrscht im Vergleich zum Vorgänger eher Stillstand. Außer einigen neuen Spieleranimationen ist uns leider nichts Neues aufgefallen. Einzig die nun noch besser integrierte 360-Grad-Steuerung des Vorgängers wirkt sich spielerisch wie grafisch positiv aus. Wo bei FIFA 10 Spieler häufig noch plump kollidierten, gehen sie nun eher einen physischen Zweikampf ein, was dem Spielfluss zugutekommt.
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Beide Spiele sind gut. Soviel ist sicher. Bei Pro Evo bekomme ich noch das Tüpfelchen Rasenschach oben drauf und es ist in meinen Augen wesentlich unberechenbarer als FIFA (egal ob PC oder PS3).
Wer ein bisschen firm darin ist, Fan-Patches zu installieren, der kann auch auf PS3 und PC das komplette Lizenzpaket in PES 2011 haben.
Ich habe beide Spiele gekauft und spiele auch beide gerne. Die Euphorie bei PES 2011 Partien ist aber bei mir deutlich größer, weil es einfach realistischer, facettenreicher und dramatischer ist. Da stört es mich auch nicht, dass die Stadionsound bei PES 2011 erbärmlich sind, meine Spieler oft ins Abseits laufen und der Schiri sehr kleinlich ist.
Das Aufbauen der Spielzüge macht in PES 2011 Unlängen mehr Spaß.
Großes ABER: Der Onlinemodus von FIFA 11 ist derzeit wesentlich besser spielbar - keine Lags. Bei PES 2011 (PC) lagt es stellenweise gewaltig. Da muss nachgepatcht werden.
Damit bleibt für PCler nach wie vor nur PES 2011