Autor: Jörg Pitschmann

Der Bundesliga-Alltag hat uns wieder! Und während unsere Lieblingsvereine traditionsgemäß schon in der Hinrunde sang- und klanglos untergehen, rächen wir uns wenigstens virtuell für die erlittene Schmach.

Dank "FIFA 07" können nämlich sogar kategorische Loser-Vereine vordere Tabellenplätze erreichen - vorausgesetzt man versteht etwas von Teammanagement und Konsolenfußball. Unser PSP-Test verrät, ob das Teil auch fürs mobile Befriedigen der Rachegelüste taugt.

FIFA 07 - Tricks MovieEin weiteres Video

Fußball ist unser Leben
Kennern der Reihe sei gleich vorweg gesagt, dass der aktuelle Teil gegenüber dem 06er Vorgänger nur wenige Neuerungen aufzuweisen hat. Das macht ihn natürlich nicht zwangsläufig schlecht. Wer jedoch echte Offenbarungen in Sachen Fußball erwartet und womöglich auf den großen "PES"-Killer hofft, sollte seine Erwartungen auf den Boden der Tatsachen zurückschrauben. "FIFA 07" ist ein gutes Fußballspiel. Ein sehr gutes sogar. Aber dem Klassenprimus dürfte auch der neueste Teil nicht den Rang ablaufen.

FIFA 07 - Mit der Bundesliga unterwegs! FIFA 07 jetzt auch auf Sonys PSP.

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Das scheint das Runde zu sein... Aber wo ist nur das Eckige?
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Einzige wirkliche Neuerung ist die erweiterte Steuerung, der man mehrere digitale und analoge Varianten spendiert hat. Inwiefern sich die neuen Tastenbelegungen bei Hardcore-Zockern allerdings durchsetzen werden, sei einmal dahingestellt, denn routinierte Fifalinge werden vermutlich ihre bewährte Steuerung nicht umstellen. Wir haben jedenfalls eine analoge Steuerung bevorzugt. Das ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass digitale Dribblings auf einer Handheldkonsole deutlich unpräziser durchzuführen sind, als auf die "klassische" Art. Dennoch sollte man fairerweise hervorheben, dass die neuen Variationen nicht wirklich schlecht sind. Insofern empfiehlt es sich, mit den zahlreichen Steueroptionen herumzuexperimentieren.

Wer die "Fifa"-Reihe kennt, weiß, dass den geneigten Zocker eine Fülle von unterschiedlichen Spielmodi erwartet. Vom schnellen Freundschaftsspiel über eine Managerkarriere bis hin zu Turnieren und Herausforderungen findet man alles, was des virtuellen Fußballkönigs Herz begehrt. Besonders spaßig: Das Minispielchen "Wall Attack", das auch im Karrieremodus als Trainingseinheit dient. Dabei setzt man mit einem Spieler seiner Wahl ein Tor unter Dauerbeschuss, in dem sich eine Ziegelwand befindet. Jeder Treffer zerstört einen Ziegel, und von oben rückt der nächste nach. Innerhalb von einer Minute muß man eine bestimmte Punktzahl erreichen, um in den nächsten Level zu gelangen. Das klingt nicht sehr anspruchsvoll und ist es auch nicht, bringt aber eine Menge Spaß und ist insbesondere für ein schnelles Spielchen zwischendurch geeignet.

Packshot zu FIFA 07FIFA 07Erschienen für GBA, DS, GameCube, PC, PS2, PSP, XBox und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Teambesprechung
Auch die umfassenden Managementfunktionen machen Spaß. Besonders die zahlreichen Möglichkeiten, sich ein Traumteam zusammenzustellen, sorgen für Kurzweil. Wer die Bundesliga bis ins Detail durchspielen möchte und dabei seinem Lieblingsverein aus der hintersten Ecke der zweiten Liga - wie zum Beispiel Eintracht Braunschweig - eine echte Chance zum Sieg verschaffen will, hat dank "FIFA 07" nun die Möglichkeit dazu. Das macht Laune, ist allerdings auch keine spielerische Innovation, sondern EA-typischer Bestandteil der Reihe.

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Flieger, grüß mir die Sonne...
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Wer als Manager erfolgreich sein will, muß einiges dafür tun, dass der Verein seiner Wahl nicht frühzeitig den Löffel abgibt. Dazu gilt es, hoffnungsvolle Nachwuchskräfte zu Jungstars Zidane'scher Prägung auszubilden und potente Sponsoren zu finden, denen man mit guter Leistung ordentlich Kohle aus der Tasche leiert. Hat man sich dabei geschickt angestellt, kann man sich weltweit auf die Suche nach den besten Fußballern aller Zeiten machen. Außerdem sorgt man natürlich für ein gutes Training, liest sich allerlei E-Mails mit Angeboten und Transferlisten durch und schlägt sich mit den Erwartungen des hochwohllöblichen Vorstands herum.

Ach ja, fast hätten wir's vergessen: Wer bei der Leitung des Vereins patzt, den sägt der Vorstand ab. Und dann ist es Essig mit Wein, Weib und Gesang. Aber zum Glück kann man ja dann eine neue virtuelle Karriere starten.

Willst Du kicken?
Nach all der Theorie folgt endlich das, was beim Fußball immer noch den meisten Spaß bringt: das Kicken. Wer es gern unkompliziert mag, wählt ein schnelles Freundschaftsspiel und belässt es bei den vorgegebenen Einstellungen. Wie üblich kann man dabei aus einer ganzen Reihe von Länderligen und Nationalmannschaften wählen, wobei lizensierte Vereins- und Spielernamen bei EA schon immer Ehrensache sind.

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"Irgendwo hier muss meine Kontaktlinse doch liegen..."
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Vor jedem Match gibt's auf dem Ladebildschirm übrigens spieltaktische Tipps. Das ist besonders für Anfänger gut. Das Spiel selbst lässt sich hervorragend bedienen, auch wenn es mit seinen Brüdern für die großen Konsolen nicht ganz mithalten kann. Fußball ist nun mal keine Sache für Taschenkonsolen, und besonders der Mini-Übersichtsschirm am unteren Rand macht einem angesichts der sparsamen Konsolenausmaße einige Probleme. Genügsame Naturen und Adleraugen werden diese Kritik eventuell nicht teilen. Dennoch hätte man auf die besonderen technischen Gegebenheiten von Sonys Winzkonsole ein wenig mehr eingehen können.

Das Drumherum, wie die Zwischensequenzen, die professionellen Kommentare - gesprochen von Tom Bayer und Sebastian Hellmann - und natürlich die musikalische Untermalung sind EA-typisch von hoher Qualität und sorgen auch auf der PSP für Begeisterung. Einmal mehr zeigt sich hierin die größte Stärke der »FIFA«-Reihe, denn in Punkto Atmosphäre kann dem Titel kein Konkurrent das Wasser reichen. Kleiner Gag am Rande: das neue Media Center, in dem man eigene Musik auf einer Speicherkarte ablegen und dann anstelle der mitgelieferten Songs abspielen kann.

Inhaltlich reicht es allerdings nicht ganz für die Spitze. Dafür weist der Titel ein paar Schwächen zuviel auf. So fragt man sich beispielsweise ein ums andere Mal, welche Medikamente der KI-Torwart genommen hat - beziehungsweise welche er vergessen hat, denn bedauerlicherweise erlaubt sich der Bursche gewisse Fehler, die angesichts der ansonsten guten Leistung der künstlichen Jungs umso unverständlicher wirken: Immer wieder steht er bei Angriffen so unglücklich, dass die Gegner förmlich gezwungen werden, ein Tor zu erzielen.

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"Komm zu Papa...!"
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Natürlich wollen wir an dieser Stelle explizit betonen, dass man auch hierbei eine Menge durch gutes Spieles wettmachen kann. Doch alles Geschick dieser Erde reicht nicht aus, wenn man das Gefühl hat, der eigene virtuelle Schlussmann hätte besser einen beschrankten Bahnübergang bewacht als das eigene Tor. Dafür funzt die Ballphysik. Egal ob man das Lederteil nur leicht schlenzt, anschneidet oder mit voller Wucht in Richtung Tor knallt, man hat stets das Gefühl, die Kugel beschreibt in der Luft exakt die Bahn, die sie auch in Natura nehmen würde. Da kommt Freude auf!

A propos Freude: Wer die PS2-Version des Spiels zockt, kann seine vorhandenen Spielstände mit der PSP austauschen. Dazu werden die beiden Geräte einfach nur über den USB-Anschluß verbunden, und alle sind glücklich. Der Multiplayerpart ist dafür konsolengemäß bescheiden gehalten. Über den Ad-Hoc-Modus können zwei Zocker gegeneinander antreten. Allerdings benötigen beide je ein Spielmodul. Aber gut: PSP-Spieler bevorzugen vermutlich ohnehin den gediegenen Kick alleine. Denn wer auf Mehrspieleraction steht, wird das wohl eher im geselligen Beisammensein vor einer großen Glotze tun, als über eine Winzkonsole gebeugt vor sich hin zu daddeln.

Wer auch auf seiner PSP nicht auf die tägliche Dosis Bundesliga verzichten kann, für den gibt es derzeit keine bessere Wahl als "FIFA 07". Zumindest so lange, bis "PES 6" erscheint: Denn dass das Teil auch für die PSP ein Superknaller wird, davon konnten wir uns auf der Games Convention persönlich überzeugen.