Als Vielspieler, der sich nicht nur auf bestimmte Genres oder Spielereihen beschränkt, muss man sich eine Menge nervige Kommentare anhören. Der wohl nervigste dieser Art ist aber die Meinung, dass “FIFA ja immer dasselbe sei und treudoofe Fans jedes Jahr 70€ für dasselbe Spiel ausgeben würden”. Dass dies nicht der Wahrheit entspricht, weiß jeder FIFA-Spieler. Ein Erklärungsversuch für Nicht-Fans.

Grundsätzlich muss man FIFA als gigantische Datenbank für Freunde des gekonnten Kicks verstehen. So werden in jedem Teil für über 10.000 Spieler insgesamt 35 Werte angelegt, die die Effektivität eines Spielers bestimmen. Um sicherzustellen, dass diese Prozentzahlen auch die Stärke des echten Spielern widerspiegeln, schickt EA Scouts an die Fußballplätze dieses Planeten, um all diese Daten akkurat zu erfassen. Ob die türkische, die russische oder die vierte englische Liga, alle relevanten Wettbewerbe sind vertreten. So wird FIFA oft zu einem wichtigen Anlaufspunkt für Fußballnarren, die wissen wollen, ob der neue Spieler ihres Vereins auch vorher gute Leistungen gebracht hat. Diese Werte wollen natürlich auch jedes Jahr überprüft und verbessert werden, auch für diese Leistung bezahlt der gemeine Fan gerne Geld.

FIFA - Jedes Jahr derselbe Kick? Stimmt nicht!

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Viele viele Werte, die alle genau angepasst werden wollen
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Alles neu macht FIFA 17

Gerade der aktuelle Teil der beliebten Fußball-Reihe machte einiges neu: So wurde nicht nur die japanische Liga und ihre Vereine & Spieler eingeführt, besonders populär war der neue Story-Modus “The Journey”: In der Rolle des jungen Stürmertalents Alex Hunter durchlebt ihr das Kicker-Geschäft aus erster Hand, vom Bolzplatz bis zum Profivertrag. Auf eurer Reise begegnet ihr echten Spielern wie Harry Kane oder Marco Reus, auch eigens geschriebene Charaktere und Widersacher wollen sich mit euch messen. Schade nur, dass man lediglich einen Premier League-Club als seinen Herzensverein auswählen kann, in kommenden Ablegern werden Spieler hoffentlich auch für Werder Bremen oder den FC Valencia antreten können. Zudem wurden im populären Online-Modus Ultimate Team sogenannte “Squad Building Challenges” eingeführt, die gerade smarten Sammlern und Brokern einen enormen Vorteil verschaffen.

Im Video: Die Anfänge des neuen Story-Modus

FIFA 17 - Story-Modus: Erstes Training bei "The Journey"

Außerdem kommt FIFA 17 dank Frostbite-Engine deutlich schicker daher, auch das generelle Spielgefühl wurde dadurch deutlich besser weil realistischer: Der Ball klebt nicht mehr am Fuß der Spieler, die Fußballer rempeln sich nicht mehr unrealistisch über den Haufen, alles wirkt plastischer, echter. Die FIFA-Reihe machte mit dem jüngsten Teil einen ordentlichen Schritt nach vorne, noch mehr als in den vorherigen Versionen.

Das Gameplay

Die stetigen Gameplay-Veränderungen sind wohl der wichtigste Punkt in dieser Liste - schließlich ist FIFA ein Gameplay-basiertes Spiel, mit diesem Punkt steht und fällt ein FIFA-Teil. Genau dieser Punkt ist’s meistens auch, der von Nicht-Spielern, die oft leider wenig Fußball-Verständnis vorweisen, am stärksten kritisiert wird. Hier würden sich Fans dieser Reihe fast wünschen, dass das Spiel immer das Gleiche wäre, doch dem ist definitiv nicht so. Deshalb noch ein kleiner Rückblick über die letzten fünf Jahre FIFA-Geschichte!

Von einem schnellen FIFA 13, in dem Konter über die Flügel, hohe Bälle in den Lauf und Weitschüsse gewürdigt wurden, ging es zu FIFA 14, einem deutlich trägeren Teil, in dem die Stärke der Spieler und ihre Kopfball-Fähigkeiten zum wichtigsten Merkmal auserkoren wurden. Spieler wie Mario Gomez, Jackson Martinez oder der spätere EM-Held Eder traf man zuhauf in den Online-Teams, Neymar oder Messi wirkten fast irrelevant. FIFA 15 schaffte eine angenehme Balance, die allerlei Taktiken und Spielstile Platz bot, allerdings waren Fernschüsse viel zu overpowered: Zu oft kam es vor, dass selbst durchschnittliche Spieler auch aus 30 Metern trafen. Seit FIFA 16 wurde das Passspiel deutlich verfeinert, wodurch gerade erfahrene Spieler eine größere Dominanz aufbauen konnten, Freistöße hingegen wurden stark vereinfacht. In FIFA 17 schließlich wurde Tiki-Taka-Fußball zur Norm. Auch ändert sich von FIFA zu FIFA, in welche Torecke man am besten den Schuss platziert, ob man mit Finesse und Gefühl oder doch eher Gewalt den Ball treten sollte.

Was auch immer uns mit FIFA 18 erwarten wird, es wird sich deutlich anders anfühlen als die vorigen Teile. Einerseits eine erfrischende Änderung, andererseits schwer für FIFA-Veteranen, die sich mit jedem neuen Ableger auf ein neues Spiel gefasst machen müssen. Von FIFA Teil zu FIFA Teil zu springen, fühlt sich etwa so an, wie von League of Legends zu DotA 2 oder von Call of Duty zu Battlefield zu wechseln. Klar, gewisse Regeln, Taktiken und Kniffe sind weiterhin vorhanden, wichtige Gameplay-Elemente sind dennoch frappierend unterschiedlich. Unterschiede, die Nicht-FIFA-Spieler oder Fußball-Laien nur schwer erkennen können.