Fear the Wolves ist endlich in die Early-Access-Phase gestartet. Das Spiel der ehemaligen S.T.A.L.K.E.R. - Call of Pripyat Special Edition-Macher sollte ein neues Setting und neue Ansätze für das Battle-Royale-Genre finden. 100 Spieler auf einer gigantischen Karte, die in einer postapokalyptischen Strahlenzone von Tschernobyl angesiedelt ist. Dazu Munition, die so rar ist, dass man sich zwei Mal überlegt, einen Schuss abzufeuern oder doch lieber abzuwarten. Obendrein dann noch die titelgebenden Wölfe, die euch über die Karte jagen, wenn ihr zu unachtsam seid.

So sieht Fear the Wolves beim Start in die Early-Access-Phase aus:

Fear the Wolves - Early Access Launch Trailer

Kann Fear the Wolves all diese Versprechen schon jetzt einlösen? Naja, zum Teil. Die Server sind nicht ausreichend besiedelt für 100 Spieler, die Munition ist durchaus in rauen Mengen auf der Karte zu finden. Einzig die Wölfe sind schon da und sorgen für Unruhe auf dem Spielfeld. Was Fear the Wolves sonst noch von den anderen Battle-Royale-Spielen abhebt und ob dies reicht, um im Genre zu überleben, lest ihr in dieser Vorschau.

Der Name ist Programm in Fear the Wolves.

Battle Royale mit eigenen Ideen

Fear the Wolves scheint sich auf den ersten Blick an der fast schon standardisierten Battle-Royale-Formel zu orientieren. Aus einem Heli abspringen, Waffen in der Einöde zwischen Ruinen und Militärzonen suchen, um anschließend gegen andere Spieler anzutreten, bis nur noch einer am Leben ist. Allerdings haben die Entwickler bei Vostok Games noch so einige Ideen ihrer selbst eingebracht.

Beispielsweise gibt es in Fear the Wolves verschiedene Wetterzustände, die von ausgeschiedenen Spielern aktiviert werden können. Heißt: Wer ausgeschaltet wird und sich in die Zuschauerposition begibt, kann regelmäßig Stürme, Nebel oder heftigen Wind anfordern. Dadurch verschlechtert sich dann etwa das Handling der Fahrzeuge, der Nebel versperrt die Sicht oder Wind verringert die Chance auf präzise Schüsse. Hier könnten die Entwickler tatsächlich noch weitergehen und beispielsweise auf eine Twitch-Einbindung für Streamer und deren Follower setzen. Schon wäre Fear the Wolves ein Zuschauermagnet. Vielleicht ist dies ja noch Zukunftsmusik.

Zuschauer dürfen entscheiden, welche Widrigkeiten, die verbliebenen Spieler aushalten müssen.

Fear the Wolves geht aber auch das Zonensystem von Battle Royale etwas anders an. Statt einem ewig gleichen Kreis, der sich langsam zusammenzieht, gibt es Strahlungsfelder, die sich nach und nach ausbreiten und die Zone verkleinern. Diese folgen keinem Muster, sondern schneiden euch auch gern einfach mal den Weg ab, indem sie inmitten der Karte starten. An sich ist dies eine tolle Idee, allerdings würde dieses System noch ein wenig Feinschliff vertragen. Zumindest wäre eine grobe Möglichkeit für die Spieler toll, einzuschätzen, wo sich die Zone hinbewegt oder wie viel Zeit noch bleibt, bis sich die Zone verkleinert.

Am Ende der zusammengezogenen Zone wartet dann ein Evakuierungshelikopter, der Spieler noch vor dem Finale herausholen kann. Allerdings ist dies alles andere als leicht, wenn andere Spieler in der Nähe sofort benachrichtigt werden, wenn jemand die Exfiltration beginnt. Auch hier gibt es noch ein Problem: Das Aktivieren dauert allein schon ziemlich lang. Und danach hängt man noch ewig am Seil des Helikopters und ist ein leichtes Ziel. Hier dürfte klar sein, dass sich der Großteil der Matches von Fear the Wolves auch wie alle anderen Battle-Royale-Games mit einem verbleibenden Überlebenden entscheiden werden. Zumindest, wenn sich daran nichts ändert.

Am Ende einer Runde ist man ein zu leichtes Ziel. Zumindest, wenn man über den Heli aus dem Kriegsgebiet raus will.

Die Krux mit Early Access

Leider leidet Fear the Wolves an dem, was so viele Early-Access-Games gemein haben: Fehlende Optimierung. Selbst mit einem potenten Rechner wird jeder Einstieg mit dem Helikopter zur absoluten Ruckelorgie. Die Frames gehen in den Keller und keiner kann darüber lachen. Sobald ihr auf der Erde angekommen seid, wird das Ganze deutlich besser, wenn auch nicht gänzlich flüssig. Immer wieder kommt es zu einigen Situationen, in denen das Bild kurzzeitig einfriert. Sobald sich Fear the Wolves wieder gefangen hat, geht’s dann aber gleich weiter.

Das sind Dinge, die die Entwickler mit Updates beheben können. Es gibt aber auch genug Negativbeispiele im Bereich der Early-Access-Spiele, die erst Monate, Jahre oder nie nach ihrem Launch ordentlich laufen. Wie sich das Ganze bei Fear the Wolves verhalten wird, bleibt abzuwarten. Immerhin haben die Entwickler schon den ersten Patch veröffentlicht, der einige der gravierenden Startprobleme behoben hat. Fear the Wolves hat aber noch einen langen Weg vor sich.

Fear the Wolves muss sich in den kommenden Wochen und Monaten noch beweisen. Die Entwickler haben viel Arbeit vor sich, aber das Potenzial ist vorhanden.Ausblick lesen

Welches der bisher erschienen Battle-Royale-Spiele findet ihr gut?

gamona Top 10

- Wählt das beste Battle-Royale-Spiel!
Voting startenKlicken, um Voting zu starten (10 Bilder)

Das ist schade, denn das Schießen fühlt sich schon jetzt toll an, das Setting gibt viel her und die Spielwelt überzeugt mit vielen unterschiedlichen Arealen. Die ehemaligen Köpfe hinter der S.T.A.L.K.E.R.-Reihe wissen eben, wie man selbst eine postapokalyptische Welt nach einer Atomkatastrophe noch beeindruckend aussehen lässt.

Die Spielwelt glänzt mit vielen optisch unterschiedlichen Arealen.