Rennspiele erfreuen sich auf allen Konsolen nach wie vor großer Beliebtheit. Doch was ist mit futuristischen Rennspielen vom Schlage eines Wipeout? Mit Fatal Inertia präsentiert uns THQ einen Titel, bei dem ihr in stromlinienförmige Jets steigt und in atemberaubendem Tempo durch die Canyons jagt. Ob sich die Anschaffung lohnt, klären wir im Test.

Fatal Inertia - Trailer #33 weitere Videos

Schicke Gleiter, gute Ansätze
Wer das Spiel ins Laufwerk legt, hegt bereits nach kurzer Zeit die Hoffnung auf ein gelungenes Zukunftsrennspiel. Eine Einblendung verrät, dass zur Darstellung des Spektakels die Unreal Engine lizenziert wurde. Da kann doch schon mal optisch nicht viel schief gehen, oder? Richtig, denn Fatal Inertia sieht prinzipiell gut aus - schöne Lichteffekte, schicke Wasseroberflächen und nette Landschaftsdetails. Auch die Gleiter wurden annehmbar modelliert.

Fatal Inertia - Ödnis statt High-Speed: Dieser Sci-Fi-Racer läuft mit angezogener Handbremse.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 29/321/32
Der Sport von morgen, bei dem sich Jets durch Schluchten jagen!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ganz klassisch zieht ihr mit einem Gleiter eure Runden, den ihr aus mehreren Modellen wählen könnt. Jedes Modell weist dabei unterschiedliche Eigenschaften in Bereichen wie Geschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit oder Handling auf. Während der Rennen dürft ihr euer Fluggerät nicht nur per linkem Analogstick ausrichten, sondern ihm auch noch mit den Schultertriggern seitlichen Schub geben. Dies sorgt in engen Kurven für eine bessere Manövrierfähigkeit und erlaubt auch auf Geraden eine exakte Ausrichtung. Obwohl die Steuerung eine gewisse Eingewöhnung erfordert, geht sie danach recht gut von der Hand.

Während des Rennens steht euch zudem ein zusätzlicher Schub zur Verfügung, der eure Reisegeschwindigkeit kurzfristig erhöht. Zudem sind überall auf der Strecke Power-Ups verteilt, die euch größtenteils mit interessanten Waffen ausstatten. So dürft ihr euren Gegnern beispielsweise eine Lenkrakete ins Triebwerk feuern oder sie mit einem Seil am nächsten Felsen verankern. Wer mag schaltet seine Gegner einfach durch geschickten Waffeneinsatz aus und fliegt als letzter Überlebender über die Ziellinie. Ob ihr beinharte Gefechte oder lieber pazifistische Rundenrennen wollt, dürft ihr bei Einzelrennen selbst festlegen.

Need for Speed!
Was stört, ist das mangelhafte Geschwindigkeitsempfinden. Wenn man schon mit mehreren Hundert Km/h durch die Schluchten fegt, sollte man dies doch möglichst auch entsprechend empfinden. Stattdessen wirkt das Tempo äußerst moderat - ein fataler Fehler für ein angeblich fatales Rennspektakel. Für Fans anderer Spiele mit ähnlicher Thematik - wie etwa Wipeout oder die Extreme-G-Serie - wird das Tempo bei Fatal Inertia absolut inakzeptabel sein. Schade ist übrigens auch, dass ihr nach einem Rennen nicht mal eine Wiederholung zu sehen bekommt.

Fatal Inertia - Ödnis statt High-Speed: Dieser Sci-Fi-Racer läuft mit angezogener Handbremse.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Grafisch bewegt sich der Titel dank Unreal Engine auf hohem Niveau!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ebenfalls schade ist die eintönige und abwechslungsarme Streckengestaltung. Ein Felsen hier, ein Tunnel dort - Strecke für Strecke habt ihr es mit den gleichen Elementen zu tun. Auch hier fällt der direkte Vergleich mit der Genrekonkurrenz mehr als ernüchternd aus. Wer auf waghalsige Sprünge, Loopings und dergleichen hofft, ist mit Fatal Inertia schlecht bedient. Selbst optisch bieten die verschiedenen Szenarien nur wenige Unterschiede - positiv fällt hier lediglich der "Teufelsvulkan" auf, der als einziges mit interessanten Elementen aufwarten kann.

Öde Musik statt futuristischen Beats!
Kritikpunkt Nummer Drei und wichtiger Bestandteil eines jeden futuristischen Rennspiels ist die Musik. Gerade in Verbindung mit dem atemberaubenden Tempo schafft sie es typischerweise, den Spieler geradezu an den Bildschirm zu fesseln und ihm den Schweiß auf die Stirn zu treiben.

Wer schon mal die Kombination aus harten Technobeats und Höllentempo bei Extreme-G erlebt hat, weiß, wie motivierend diese Fusion sein kann. Um es kurz zu machen - auch hier bietet Fatal Inertia uninspirierte Durchschnittskost, für die es sich nicht lohnt, den Lautstärkepegel zu erhöhen.

Fatal Inertia - Ödnis statt High-Speed: Dieser Sci-Fi-Racer läuft mit angezogener Handbremse.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 29/321/32
Einen Geschwindigkeitsrausch werdet ihr hier jedoch nicht erleben!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Abgerundet wird das Ganze durch einen langweiligen Karrieremodus, der nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von Einzelwettbewerben zu bieten hat. Zudem dürft ihr Fatal Inertia natürlich auch online spielen. Hier treten bis zu acht waghalsige Jetpiloten zu einem mäßig unterhaltsamen Wettbewerb an. Da sämtliche angesprochenen Nachteile auch beim Onlinespiel greifen, bleibt das Spiel leider auch hier im qualitativen Tiefflug.