Erinnert ihr euch an die Mottowochen vor eurem Schulabschluss? Jeden Tag stand ein anderes Outfit auf dem Plan, erst war es Batman, dann SpongeBob und zum Schluss Dieter Bohlen. Warum ich euch das erzähle? Weil der erste Far Cry-DLC einen Ausblick darauf gibt, dass Ubisoft so etwas ähnliches mit seinen Vietnam-, Zombie- und Alien-Erweiterungen geplant hat: Kurz, schnell und billig. Zu Hours of Darkness kleidet sich Far Cry 5 wie Call of Duty. Sieht nicht nur doof aus, juckt auch unheimlich.

Raus aus Hope County und in den Vietnam-Krieg hinein: Im Far Cry-DLC Hours of Darkness erwartet euch ein ganz anderes Terrain, das ihr im Trailer seht:

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Langeweile Now

Der Vietnam-Krieg hat dutzende Kunstwerke inspiriert, allen voran den großartigen Film Apocalypse Now. In diesem soll sich ein US-Seargent zusammen mit einer Soldatentruppe immer tiefer in das Kriegsgebiet hineinbegeben, um einen amerikanischen General zu exekutieren, der wahnsinnig geworden ist und seitdem alles und jeden töten lässt. Der Film handelt von der Grausamkeit des Krieges und zeigt außerdem, wozu der Mensch fähig ist, wenn er um sein blankes Überleben kämpft. Die Zurückbesinnung auf die natürlichen Instinkte spiegelt sich in der reichhaltigen und wilden Dschungellandschaft wieder, in dem der Vietnamkrieg ausgetragen wurde. Ein großartiger Film, den ich wirklich jedem empfehlen kann.

Far Cry 5 - Hours of Darkness im Test: Kurz, schnell und billig.

Und nun komme ich dazu, was Hours of Darkness damit zu tun hat: Gar nichts. Für 11,99 Euro oder Season Pass-Besitzer spendiert die Erweiterung ein kleines Gebiet, in dem ihr zwischen Reisfeldern und Bambusbäumen gegen Vietcongs kämpfen könnt. Das, was auf dem ersten Blick nach einer bloßen Grafik-Mod oder einer selbsterstellten Mission im Arcade Modus aussieht, ist nach vier bis sechs Stunden zu Ende und bietet nach dem Durchspielen weiterhin den Multiplayer an und einen viel leichteren oder einen viel schwereren Modus. Der DLC fühlt sich wie eine Call of Duty Black Ops-Demo an, nur ohne seine nervenaufreibende Geschichte. Und das obwohl der DLC von den Far Cry-Entwicklern stammt, die an sich dafür bekannt sind, dass ihre Spiele aus mehr als nur Bumm Bumm und Bra Bra bestehen. Nein, hier stürzt ihr nur mit eurem Flieger ab und müsst zum anderen Ende der Karte laufen, um in den nächsten zu steigen. Das war’s. Wenn ihr dabei keine Umwege machen wollt, um die typischen Lager einnehmen oder Sachen zu zerstören, schafft ihr es mit einem Auto sogar innerhalb von einer halben Stunde.

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Obwohl es das Sektenthema des Hauptspiels bereits vorgemacht hat, nutzt Hours of Darkness sein Setting nicht und geht auch nicht auf die Kontroverse um die leistungsverstärkenden Drogen ein, die im Vietnamkrieg nachweislich verwendet worden sind. Einmal lief ich durch einen gasgefüllten Bunker und hoffte bereits beim Husten meines Heldens, dass er gleich Halluzinationen bekommt oder wie ein Tier jeden angreift, aber Fehlanzeige. Es sieht cool aus, es hört sich bedrohlich an, aber hier hinter befindet sich keine spannende Story-Wende. Am Ende rettete ich all meine Teamkollegen und flog weg. Und fühlte dabei gar nichts, außer dem Controller in meinen Händen.