Im neuem und mittlerweile fünftem Far Cry will Entwickler Ubisoft beweisen, dass er die Kritiken und Gebete seiner Fans erhört hat und das Franchise nach zwei Schnarch-Partien wieder zum neuen Leben erweckt hat. Die Crafting-Elemente für den neuen Ego-Shooter bestehen hierbei aus einem provokanten Sekten-Setting, einer idyllischen Country-Welt und frischen Gameplay-Mechaniken. Ist letztendlich dabei das Spiel herausgekommen, was uns prophezeit worden ist? Nein, aber es ist stellenweise sehr nah dran oder lässt es uns glauben.

Die Erwartungen wurden mit Trailern hoch geschürt, jetzt muss es sich beweisen:

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Der nachfolgende Text soll darstellen, was ich während des Spielens gefühlt habe / fühlen wollte / fühlen sollte.

Vergib mir, Herr, wenn ich nicht weiß, was ich tue

Amazing Grace, how sweet the sound
That saved a wretch like me
I once was lost, but now I´m found
Was blind but now I see

Joseph Seed hat mir in jener Nacht die Augen geöffnet. In der Nacht, in der ich als neuer Deputy von Hope County losgeschickt wurde, um diesen Sektenanführer zu verhaften. In welcher ich kopfüber in einem abgestürzten Helikopter hing und er mein Team gefangen nahm. In welcher ich verwundet und wehrlos in die Nacht floh, mit seinen blutrünstigen Anhängern im Nacken. Damit ist die Ernte eröffnet, der Krieg hat begonnen und der Kollaps steht kurz bevor.

Wir waren so dumm

Gesetze greifen hier nicht. Handschellen greifen hier nicht. Hier wird kein Deputy gebraucht, sondern ein Söldner im Namen der Freiheit. Wenn ich dieses Land retten will, muss ich diesem schwarzen Hirten jede Zelle einzeln abtrennen. Sowohl die kleinen als auch seine Arme in Gestalt seiner Herolde Jacob, Faith und John. Die Reihenfolge ist dabei mir überlassen. Der Soldat und seine Wölfe, die Sirene und ihre Zombies, der Inquisitor und seine Gefolgschaft. Bevor der Vater und ich uns endlich wiedersehen.

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Unser Widerstand gegen seine Sekte ist bunt, bestehend aus Frau und Mann, Grizzlybär und Streuner, einem durchgeknallten Typen mit Flammenwerfer und einer kaltschnäuzigen Frau mit Scharfschützengewehr. Wir könnten quasi selbst schon eine Abendmahl-Szenerie füllen. Und mit dieser Gemeinschaft bekämpfen wir diese ungepflegten Irren, mit Baseballschlägern, Maschinengewehren und Schrotflinten, mit Trucks, Helikoptern und Booten. Denn das ist unsere Heimat, die wir ihnen zur Hölle machen werden. Unser schönes Hope County. Mit seinen Wäldern, Bergen und Flüssen.

Wandern durch eine dreidimensionale Postkarte

Ich weiß nicht, ob Gott existiert. Wenn doch, würde er es dann zulassen, dass diese Irren die Straßen mit erhängten, aufgespießten und verbrannten Unschuldigen in seinem Namen pflastern? Joseph fragt mich immer wieder, ob ich denn nicht die Nachrichten lese? Ja, das tue ich. Ob ich dabei nicht spüren würde, wie die Welt auf den Abgrund zusteuert? Da bin ich mir nicht sicher. Er wolle nur unser Bestes, jede Seele reinigen und in Sicherheit bringen. Und wenn er dafür Drogen, Indoktrination und Leid einsetzen muss.

Die Herde muss ausgedünnt werden

Ich weiß nicht, woran ich glaube. Das wird umso schwerer, je mehr Einblicke mir die Sekte in das Chaos gewährt. Ich denke, es zählt nur, wie sehr die Leute an mich und den Widerstand glauben. Denn dann ist alles möglich, im Alleingang hundert Heere erlegen, hundert schwerbewachte Lager erobern oder hundert Sekten-Schreine in Schutt und Asche legen. Ob ich ein Mörder bin? Nein, ich töte für die gerechte Sache. Wenn das so, wo liegt dann der Unterschied zwischen mir und der Sekte? Nirgendwo, wir können einfach nur nicht gemeinsam existieren. Werde ich hiernach derselbe sein? Nein, aber dieser Mensch ist bereits in jener Nacht umgekommen. Was dem Wrack entstiegen ist, kann ich nicht sagen. Aber du hast es erschaffen, Joseph.

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