Der kleine Dickhäuter vor uns sollte eigentlich noch ein langes und friedliches Leben haben. Er wollte eine Elefanten-Frau kennenlernen, kleine Dumbos großziehen und glücklich werden in den Tälern des Himalayas. Doch dann trat dieser komische Mensch von gamona in sein Leben und was dann geschah, können wir eigentlich selbst kaum glauben.

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Vor uns baute sich ein Konvoi auf, fuhr – wie es die Richtlinien für Videospiele im Jahr 2014 vorschreiben – an ein paar Benzinfässern vorbei, wir zielen, wir treffen, und entfachen ein ziemliches Inferno. Das verschreckt Dumbo so sehr, dass er mit seinem langen Rüssel nach einem der um sich ballernden Soldaten greift, ihn in die Luft hebt und auf die Erde schmettert. Gegner Eins ist tot.

Dessen Kollegen eröffnen ebenfalls das Feuer; Dumbo kümmert das wenig und er schaufelt sie mit seinen Stoßzähnen zur Seite. Gegner Zwei, Drei und Vier sterben. Die Gatling eines Jeeps tut dann aber doch weh; der Elefant wirft sich mit voller Wucht gegen das Auto und schleudert es mit einer Hollywood-reifen Explosion gegen den nächsten Turm. Wir schauen von einer Anhöhe aus zu und staunen.

Far Cry 4 - Dumbo, der mordende Elefant

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Der Gebetswimpel weht im Wind, der Elefantengott (kleines Bildchen neben dem Lenkrad) wacht über das Tuck Tuck. Schön sieht es aus, dieses Far Cry 4.
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Gepanzerte Elefanten im Himalaya

Ubisoft Montreal hat ja ein besonderes Verhältnis zur PETA und wird seinen Freundeskreis innerhalb der Tierschutzorganisation sicher mit Far Cry 4 erheblich erweitern können. Vor allem mit markigen Marketing-Sprüchen wie „weaponised animals“. Schon in Far Cry 3 waren eingesperrte Tiger unsere wertvollsten Verbündeten, um die schwer gesicherten Basen der Piraten zu knacken. Einfach aufs Schloss schießen, das Kätzchen erledigt dann den Rest.

Und auch im neuesten Ableger müssen wir wieder Lager knacken, die allerdings dieses Mal deutlich stärker befestigt sind. In Ratu Ghadi müssen wir beispielsweise ein Fort einnehmen, das durch eine dicke Mauer und massives Holztor geschützt ist. Auf den Türmen drum herum sind Mörser stationiert und Einheiten mit Raketenwerfern – die Armee von Kyrat ist erstaunlich gut ausgerüstet. Die Spezialeinheiten tragen schwarze Kevlarwesten und blaue Helme, lassen sich also mit einer schallgedämpften Pistole nicht so einfach ausknipsen.

Packshot zu Far Cry 4Far Cry 4Erschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Ohne Helm reicht ein Kopftreffer, mit Helm müssen es schon zwei sein. Ubisoft will insgesamt ähnlich wie im Vorgänger Schleicher belohnen, macht den Titel beim Anspieltermin in Los Angeles aber insgesamt doch ein bisschen fordernder. Toll ist die deutlich gestiegene Vertikalität, die auch einer der Hauptgründe für dieses neue Szenario sein dürfe.

Far Cry 4 - Dumbo, der mordende Elefant

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Auch im Himalaya macht ihr weniger Urlaub und mehr Randale. Schleicher freuen sich über die Automatik-Armbrust, Klettermaxe über den Enterhaken.
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Mehr Vertikalität schürt mehr Kreativität

Far Cry 3 war ein sehr gutes Spiel, das Insel-Setting wirkte aber gerade innerhalb seiner offenen Welt nach etlichen Spielstunden doch etwas monoton. Gerade in einem Titel, in dem das Erobern diverser Basen zwar oft optional, letztlich aber notwendig ist, war es etwas schade immer wieder die gleichen Taktiken auspacken zu müssen.

Far Cry 4 fühlt sich da jetzt schon etwas kreativer an, weil es uns mehr Möglichkeiten gibt. Dank Enterhaken können wir uns beispielsweise über Schluchten schwingen oder auch recht schnell Bergmassive erklimmen. Natürlich müssten wir noch deutlich mehr spielen um herauszufinden, inwiefern das System limitiert ist. Aktuell gibt’s aber keine so aufdringlich leuchtenden Markierungen wie in Battlefield: Hardline, das wirkt alles sehr viel organischer.

Wer also Lust auf Radau hat, kann die Festung ganz klassisch mit Raketen- und Granatwerfer attackieren. Oder sich auf einen der Elefanten schwingen, mit ihm das Tor einrammen und ihn als Mordmaschine missbrauchen. Oder aber eben einen kleinen Umweg gehen, eine Schlucht überschwingen und ein Bergmassiv raufklettern, das oberhalb des Forts liegt.

Mehr Kreativität durch Vertikalität, ein wunderschönes Himalaya-Gebirge und echte Aggro-Elefanten: Far Cry 4 macht einen richtig guten Eindruck.Ausblick lesen

Großer Vorteil: wir können per Scharfschützengewehr oder automatisch nachladender Armbrust von hier oben recht leicht die Geschützmannschaften an den Mörsern ausschalten und die zentralen Positionen sichern. Anschließend schießen wir eine Seilwinde in die feindliche Basis, rutschen runter wie Nathan Drake, schnappen uns den Mörser und jagen damit die gesamte hier stationierte Einheit von Pagan Min in die Luft. Doch wer ist eigentlich dieser blondhaarige Schnösel mit Hang zur Diktatur?

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Dumbo ist sauer: kyratische Soldaten haben ihn mit ihrem Geballer aus dem Mittagsschlaf geweckt, jetzt wirft er zur Strafe ihr Auto um.
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Die neuen Protagonisten: Pagan Min und Ajay Ghale im Portrait

Min ist ein selbstverliebter, ziemlich reicher Kerl, der sich zum König des fiktiven Binnenstaates Kyrat aufgeschwungen hat. Den Namen hat er für sich ausgewählt, weil so ein birmanischer König hieß, der durch den Mord seines Vaters an die Macht kam. Min stammt nämlich eigentlich aus Hong Kong und sein Vater war ein einflussreicher Drogenboss. Die Kohle konnte er gut gebrauchen, ermordete ergo seine Familie und mischte fortan im Bürgerkrieg Kyrats mit.

Und hier wird’s richtig spannend, denn Far Cry 4 setzt dieses Mal nicht auf einen recht typischen Surferboy, der doch leicht konstruiert erst durch Liebe getrieben zum Held und dann zum..., verzichten wir auf die Spoiler. Der neue Protagonist Ajay Ghale ist sehr viel tiefer in die Geschichte des ganzen Landes eingebettet. Sein Vater war der Mann, der vor etlichen Jahren die Revolution gegen das brutale Regime Kyrats anführte und für die einfache Bevölkerung ein echter Nationalheld ist. Ajay floh damals als kleiner Junge mit seiner Mutter in die USA, wuchs dort auf und führte ein normales, unbeschwertes Leben bis Mama ihn zu ihrem Sterbebett ruft.

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Selfie-Time: Pagan Min ist ein ähnlich sadistisch veranlagter Antagonist wie Vaas, wirkt aber etwas aufgeräumter und teilt eine Vergangenheit mit dem Protagonist.
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Sie wünscht sich, dass ihre Asche in ihrer Heimat verstreut wird, ergo muss Ajay irgendwie über die schwer bewachte Grenze und nutzt dabei mehr ungewollt seinen Promi-Status durch seinen Vater, denn die Menschen helfen ihm gerne. Wir wissen bereits sehr viele Details über die Geschichte, wollen hier aber auf große Spoiler verzichten. Nur so viel: Protagonist und Antagonist kennen sich, sogar sehr viel besser als wir nach dem Einführungstrailer von der Ubisoft-Pressekonferenz glauben.