"Kompetent gemachter, toller Nachfolger, der seinem Vorgänger jedoch eine Spur zu ähnlich ist." - Gregor Thomanek

Far Cry 4 hat sein Herz schon am rechten Fleck, gar keine Frage, nur schlägt es vielleicht eine Spur zu gleichförmig, fast schon berechenbar. Unter der technisch wie landschaftlichen verdammt schicken Haube werkelt Ubisofts Open-World-Motor nach wie vor souverän vor sich hin, obschon er unter der Last von inzwischen drei großen Marken (Assassin's Creed, Watch Dogs, Far Cry) nicht mehr ganz so elegant schnurrt wie früher.

Trotz zweijährigem Abstand (wofür man den Franzosen fast schon dankbar sein muss) ähnelt Far Cry 4 seinem sehr brauchbaren Vorgänger immens, hat nur poliert, was wirklich grob verschmutzt war, das dann aber auch ganz ordentlich. Das macht es nicht zwangsläufig zu einem besseren Spiel – diese Entscheidung hängt schon eher von eurem bevorzugten Szenario und letztlich vor allem davon ab, ob und wie ausführlich ihr den dritten Teil seinerzeit gespielt habt.

Ein gewisses „Meh, hab ich doch irgendwie alles schon mal gesehen“ kann sich schon einstellen und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich Far Cry 4 privat tatsächlich eine Chance gegeben hätte – nun bin ich allerdings froh, es aus beruflichen Gründen doch getan zu haben.

Ubisoft macht bedeutend mehr richtig als falsch; bis auf den sträflich vernachlässigten Pagan Min und der weitestgehend ungenutzten Himalaya-Kulisse kann man den Entwicklern nicht viel vorwerfen. Far Cry 3 ist eben auch noch zwei Jahre später und mit anderem Anstrich ein tolles Spiel – nur nicht mehr ganz so umwerfend wie damals.

Far Cry 4 ist für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Far Cry 4 - Im Dschungel ist der Teufel los

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Far Cry 4 - Im Dschungel ist der Teufel los

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Pro

  • Viele interessante Charaktere
  • Einige nette popkulturelle Anspielungen
  • Dauerhaft hohe Motivationskurve
  • Enorm abwechslungsreich
  • Sinnvolle Detailverbesserungen
  • Quasi nie Leerlauf, immer geht’s zur Sache
  • Waffen fühlen sich wuchtig, mächtig an
  • Großartige deutsche (!) und englische Synchronsprecher
  • Spaßige Mehrspieler-Modi
  • Überraschend stabile Technik
  • Sehr schick anzusehen
  • Pagan Min gibt tollen Antagonist ab
  • Szenario angenehm unverbraucht

Contra

  • Ist Far Cry 3 eine Spur zu ähnlich
  • Relativ blasser Hauptcharakter
  • Einige Charaktere etwas zu bemüht verrückt
  • Schrecklich unbefriedigendes Ende
  • Himalaya-Szenario wird so gut wie nie genutzt
  • Pagan Min tritt viel zu selten in Erscheinung

Grafik

Schon ein ordentliches Brett, das Ubisoft Montreal hier abliefert, und noch dazu ein weitestgehend sauberes. Far Cry 4 gibt sich technisch keine Blöße, sieht richtig, richtig knackig aus, ohne dabei großartig ins Stottern zu geraten – zumindest, wenn ihr auf PC, Xbox One oder PS4 spielt. Auf den älteren Kisten müsst ihr hingegen mit kleineren und größeren Abstrichen leben, wie es schon damals beim Vorgänger der Fall war.

Sound

Puristen könnten sich jetzt an der nicht vorhandenen Muttersprache der kyratischen Bevölkerung aufhängen, an mehr aber auch nicht. Eine viel bessere deutsche Synchronisation werdet ihr mit einem Controller in der Hand kaum finden, die Soundkulisse ist dezent, aber absolut passend und die Effekte donnern auch ordentlich aus den Boxen. Hut ab, Ubisoft.

Gameplay

Ich könnte den Inhalt dieser Box aus dem Test des dritten Teils kopieren und niemand würde es merken. Far Cry 4 ist keine Revolution, nicht einmal nahe an einer Evolution, da das spielerische Gerüst quasi unverändert übernommen wurde. Ist jetzt nicht so das Problem, funktioniert ja auch zwei Jahre und eine Konsolengeneration später noch wunderbar, kickt aber eben auch nicht mehr so ganz wie damals.

Multiplayer

Ihr könnt online kooperativ mit einem Kumpel ran und bis auf die Hauptmissionen allen zu zweit angehen, oder euch in sehr netten kompetitiven Modi austoben. Kann man eine Menge Spaß mit haben, wenn man auf so etwas steht.