"Far Cry" ist wieder reif für die Insel. Der dritte Teil führt uns erneut auf ein tropisches Eiland, das allerdings alles andere als ein idyllisches Urlaubsparadies ist. Dort verbreitet nämlich völlig irrer Typ namens Vaas Angst und Schrecken.

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Ich bin ein Star, holt mich hier raus! Das muss sich Jason Brody wohl so ähnlich denken, als ihm ein Gewehrkolben mit Schmackes ins Gesicht knallt. Zuvor hatte der Held von "Far Cry 3" grausige Szenen durch das Objektiv seiner Kamera beobachtet und fotografiert. Vermummte Soldaten, die auf Zivilisten einprügeln und eine wehrlose, am Boden kriechende Frau per Kopfschuss erschießen. "Jesus", murmelt der Fotograf oder Journalist vor sich hin, bevor er entdeckt und ins Reich der Träume geschickt wird. Gute Nacht.

Far Cry 3 - Jenseits von Afrika: Alle Infos von der Ankündigung

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Far Cry geht im dritten Teil dorthin zurück, wo es herkam: auf eine tropische Insel.
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Als er wieder aufwacht, ist Jason gefesselt und sieht einen Typen mit Irokesen-Schnitt und Augen, die sofort verraten: Yup, der tickt nicht ganz richtig. Der Mann heißt Vaas und faselt irgendwas über die Definition von Wahnsinn daher. Der Mann ist ein völlig durchgeknallter Psychopath, keine Frage. Sein Monolog steigert sich zur Wut und bald merken wir, dass Jason nicht bloß gefesselt ist, sondern auch noch an einen schweren Stein gebunden wurde. Diesen kickt Vaas in ein tiefes Loch und Jason wird hinterhergezogen.

Die Landung ist nicht besonders hart, schließlich prallt Jason auf Wasser. Das hilft allerdings wenig, Ertrinken ist auch kein schöner Tod. Auf dem Weg zum Boden ist zu erkennen, dass das offenbar ein Hobby von Vaas ist, überall sind Leichen zu sehen, die nach dieser guten alten Mafia-Methode versenkt worden sind.

Jason rüttelt verzweifelt an seinen Fesseln (indem man auf die A- bzw. X-Taste einhämmert) und irgendwie gelingt es ihm, seine Hände freizubekommen. Er befreit schnell seine Beine und taucht nach oben. Der Bildschirm beginnt, schwarz zu werden, und just als der Tod sicher scheint, erreicht Jason die rettende Wasseroberfläche. Mit einem ungläubigen "What the fuck!" beginnt "Far Cry 3" dann richtig.

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Ein wirklich guter Auftritt: Bösewicht Vaas.
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Eines zeigen die ersten paar Minuten sofort: Wir befinden uns auf einer mit dichten Dschungel bewachsenen Insel, Ubisoft Montreal geht eindeutig wieder zurück zu den Wurzeln der Serie. Der dritte Teil erinnert sofort an das (Crytek-)Debüt und macht den nicht ganz so überzeugenden Afrika-Ausflug von Teil 2 wieder vergessen.

Far Cry 3 ist ein Hit-Kanditat: Insel-Feeling und knallharte Action, dazu ein richtig fieser Schurke. So soll's sein.Ausblick lesen

Dank der absolut beeindruckenden Eröffnungssequenz sind wir sofort in den Bann gezogen, während der Vorgänger um einiges länger brauchte, um in Schwung zu kommen. Das liegt auch daran, dass Vaas alles andere als ein Bösewicht von der Stange ist. Man kann in seinen Augen den Wahnsinn klar erkennen, der Typ ist einfach völlig irre. Ja, ich bin ziemlich beeindruckt.

Außenposten der Hölle

Glücklicherweise beließ es Ubisoft auf der E3 nicht dabei, das Ganze einfach im Rahmen eines Trailers anzukündigen und aufzuhören, als Jason den Ausgang der Höhle findet. Man schob eine längere Passage mit echten Spielszenen nach.

Ein Quantensprung ist die Grafik wohl nicht, vor allem wenn man zuvor die Präsentation von "Battlefield 3" gesehen hat. Dennoch sieht "Far Cry 3" klasse aus. Sattes Dschungelgrün, tosende Wasserfälle und herumflatternde Vögel, dazu hübsche Licht-Schatten-Effekte – als Far-Cry-Fan der ersten Stunde fühlte man sich sofort wieder "zu Hause". Stimmungsvoll ist hier wohl das richtige Wort.

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Natürlich genießt man wieder große Freiheit, was das Vorgehen angeht. Offene Welt eben.
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Aber natürlich sind wir auf der tropischen Insel (irgendwo zwischen Indischen Ozean und Pazifik) nicht zum Urlauben da. Am Ausgang der Höhle überwältigt Jason die erste Wache und schon hält er eine in typischer Shooter-Manier ein Maschinengewehr in den Händen. Durch den Dschungel geht es Richtung Camp, auf dem Weg dahin finden wir außerdem ein Messer und eine schallgedämpfte Pistole.

Beides brauchen wir auch schon sehr bald. Jason nähert sich dem von den Banditen besetzten Dorf und sieht auf einem Felsen stehend unter ihm die nächsten Wachen. Was folgt, dürfte bei der USK für die eine oder andere Diskussion sorgen. Jason springt, zieht im Fallen sein Messer und rammt es der Wache in die Brust. Schon heftig.

Weiter geht es nach dem Motto "Kill with Style". Jason schleicht zu den nächsten beiden Gegnern. Er packt einen, hält ihm den Mund zu, greift dessen Messer und durchbohrt den Brustkasten. Er zieht das Messer gleich wieder raus, wirft es in scheinbar einer Bewegung auf den zweiten Gegner und schaltet ihn aus. Double-Kill.

"Far Cry 3" bietet offenbar mehr Schleichelemente als die beiden Vorgänger, das deuten zumindest die ersten Spielminuten der E3-Präsentation an. Einen zweiten Sam Fischer erwarten wir allerdings auch nicht, denn schon bald darf nach Herzenslust geballert werden.

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Ein stimmungsvoller Urwald.
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Zuerst beobachten wir allerdings weitere Szenen des Schreckens. Vaas' Schergen haben die Dorfbewohner massakriert und schleifen sie an eine Stelle oder werfen sie in den Fluss. So grausig das alles auch ist, die Atmosphäre profitiert ungemein davon. Trotz der doch sehr farbenfrohen Grafik bekommt der Spieler schnell den Eindruck, dass die scheinbar paradiesische Insel in Wahrheit ein Außenposten der Hölle ist.

An dieser Stelle lassen wir das Schleichen und stattdessen die Knarre sprechen. An der Inszenierung der folgenden Action-Passage gibt es kaum was zu meckern. Effektvolle Schusswechsel und sehenswerte Explosionen bestimmen das Geschehen, während wir uns als Jason zu einem Hubschrauber durchkämpfen. Im Kugelhagel zwingen wir den Piloten zum Start, doch der Fluchtversuch misslingt. Eine Rakete trifft den Helikopter und bringt ihn zum Absturz. Als Jason wenig später wieder zu sich kommt, sieht er ein vertrautes Gesicht vor dem Wrack. Und, Déjà-vu, Vaas fragt: "Hab ich dir jemals über die Definition des Wahnsinns erzählt?"