Ist einmal der Tiefpunkt erreicht, steht in der Regel die Hoffnung: Nun kann es nur noch besser werden! So jedenfalls dachten wir es uns nach der Durchschnittsklopperei Fantastic Four. Nachdem der Nachfolger Rise of the Silver Surfer seinen Weg zu uns gefunden hat, müssen wir leider feststellen: Falsch gedacht!

Die Fantastischen Vier bleiben dem antiquiert wirkenden Gewand seines Vorgängers treu und erben zusätzlich so manche Kinderkrankheit. Warum auch diese Umsetzung sein Geld nicht wert ist, erfahrt Ihr im Review der Xbox-360- und PS2-Fassung.

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer - Teaser

Das Auge hinhalten...
Wie gehabt kloppen wir uns in Rise of the Silver Surfer von einem Level zum nächsten. Anspruchsvolle Missionsziele sucht man vergebens: Meistens geht es nur darum, möglichst viele Widersacher auf den Boden zu schicken. Neu ist jedoch, dass die meiste Zeit über das ganze Quartett gemeinsam unterwegs ist. Hierbei kommt der fast einzige positive Aspekt der Prügelei ins Spiel: der Kooperationsmodus für maximal vier Spieler gleichzeitig an einer Xbox 360 bzw. PS2 per Tap.

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer - Auch auf Xbox 360 und PS2 wirken die Fantastischen wenig heroisch.

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Die menschliche Fackel in Aktion: So heiß ist der Rest des Spiels jedoch nicht.
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Löblich: Neue Mitspieler können nach Belieben ins Geschehen ein- und auch aussteigen. Dumm nur, dass bei vier Spielern die automatisch agierende Kamera partout nicht mitspielen will. Nicht selten kommt es daher vor, dass ein Mitglied der Fantastic Four ganz vom Bildschirm verschwindet und sich blind durch die Gegend kämpft. Besser wären hier fest eingestellte Kameraperspektiven gewesen.

Wer denkt, dass bei so einem "fantastischen" Quartett eigentlich auch fantastische Attacken bzw. Combos drin sein müssten, irrt leider gewaltig. Natürlich haben die Jungs und das Mädel dank der kosmischen Kräfte ordentlich Bumms hinter den Schlägen, doch die Anzahl an unterschiedlichen Combos ist viel zu gering. Bereits nach einigen Abschnitten hat man in dieser Hinsicht schon alles gesehen. Die Folge: Abgesehen von den Feinden gleichen sich die Schlägereien von Level zu Level wie ein Ei dem anderen.

Packshot zu Fantastic Four: Rise of the Silver SurferFantastic Four: Rise of the Silver SurferErschienen für DS, PS2, PS3, Wii und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Und wieso sich erst die Mühe machen - vor allem auf PS2 echt krampfig - die kosmischen Kräfte zu nutzen, wenn es die normalen Angriffe auch tun? Die eben genannten Fähigkeiten ladet ihr übrigens in Form von Kügelchen nach dem Ableben eurer Gegner ein. Und da diese wirklich in Scharen "Hallo" sagen, wird Fantastic Four 2 vor allem im Vier-Spieler-Coop unnötig einfach. Anders sieht es dann bei den Charakteren aus, die wegen Spielermangels von der KI übernommen werden. Entweder reagieren diese lethargisch - also gar nicht - oder greifen nur müde ins Geschehen ein.

Genauso öde wie der Vorgänger
Den Mangel an Abwechslung und das krampfhafte Bestreben diesen zu vertuschen, merkt man dem Spiel an allen Ecken und Enden an: Man darf die Figuren am Ende einer Mission zwar mit verdienten Credits aufwerten, einen wirklichen Unterschied machen diese Veränderungen jedoch nicht aus. Genauso gut könnte man das ganze Spiel auch ohne Upgrades bis zum Ende durchspielen.

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer - Auch auf Xbox 360 und PS2 wirken die Fantastischen wenig heroisch.

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Eins der wenigen Highlights des Spiels: der Flammenritt durch den Tunnel.
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Nicht anders sieht es bei den Teamfähigkeiten aus: So kann beispielsweise der biegsame Reed den feurigen Johnny bei den Latschen packen und umherwirbeln. Sieht zwar nett aus, macht aber wie gesagt keinen Unterschied zu den üblichen Angriffen und funktioniert auch nur dann, wenn Reed genügend kosmische Kraft hat und sein heißer Kollege in der Nähe ist.

Markante Unterschiede gibt es jedoch im Team selber: Sue beispielsweise kann sich unsichtbar machen und sich relativ unbemerkt an Feinde heranschleichen. Das Ding ist hingegen der Mann fürs Grobe: Er kann auch schwere Gegenstände aufheben und im Kampf einsetzen.

Johnny fliegt da schon lieber als Fackel - "dank" Kameragrenzen eher schlecht als recht - durch die Szenerien, während Reed sich extrem verbiegen und auch weiter entfernte Feinde Schachmatt setzen kann. Klingt in der Theorie recht gut, funktioniert in der Praxis jedoch nur eher selten so, wie sich der Spieler das vorstellt.

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer - Auch auf Xbox 360 und PS2 wirken die Fantastischen wenig heroisch.

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Die hier gar nicht einmal so fantastischen Vier im Gruppenportrait.
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Ganz gut gelungen sind den Entwicklern jedoch die Missionen abseits des Klopp-Alltages: Damit sind vor allem die Flugeinlagen mit der menschlichen Fackel gemeint. So muss man zum Beispiel durch einen dicht befahrenen Tunnel manövrieren oder gegnerischen Angriffen in einem Untergrundkomplex trotzen. Gerade diese Abschnitte hätte man ausbauen müssen, sind sie doch die einzigen Highlights im recht kurzen 08/15-Dauerstrom der ermüdenden Gruppenkeilereien.

Soviel zur Xbox 360-Fassung. Auf Sonys schwarzem Brett hingegen ist alles noch einen Tick schlechter: Damit meinen wir die gerade bei kosmischen Fähigkeiten fummelige Steuerung und die noch miesere Optik. Statt "kosmisch" ist diese Fassung somit eher "unfreiwillig komisch".

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer - Auch auf Xbox 360 und PS2 wirken die Fantastischen wenig heroisch.

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Nutzlose Teamaktionen heitern den drögen Kloppalltag nur bedingt auf.
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Dass Rise of the Silver Surfer auf der PlayStation 2 schlechter aus, war zwar zu erwarten, aber auch auf Microsofts Next-Gen-Konsole macht der Titel einen eher biederen Eindruck. Durchschnittlich detaillierte Figuren hauen sich in hölzernen Animationen durch immerhin einigermaßen abwechslungsreiche Baukastenlevels der Marke Ikea. Sieht akzeptabel aus, könnte aber viel besser sein. Die Soundeffekte können da schon eher überzeugen: Wuchtige Effekte, solide deutsche Synchronsprecher und solide Hintergrundmelodien - viel mehr sollte man aber dennoch nicht erwarten.