Alles beginnt mit einem brutalen Mord. Einem Kopfschuss. Die Hauptfigur stirbt am Beginn des Actionrollenspiels Fallout: New Vegas, wird aber natürlich wiederbelebt. Wäre ja auch Quatsch sonst, oder? Trotzdem bietet es aber ein dramatisches Szenario für den Story-Auftakt, die Charaktergenerierung und ähnlich Genre-übliche Dinge.

Die Begegnung mit einem knorrigen Lebensretter beispielsweise, der einen dahin zurückbringt, wo man vielleicht gar nicht hin will. In eine postapokalyptische Welt voller Gefahren, die uns vom Obsidian-Entertainment-Mitarbeiter Chris Avellone vor den Toren der französischen Hauptstadt vorgestellt wird.

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Viva New Vegas

Bei Obsidian handelt es sich um ein erfahrenes Entwicklerstudio, das bereits mit sehr guten Titeln wie KotOR 2 und Neverwinter Nights auf sich aufmerksam machte und derzeit an Alpha Protocol werkelt. Fallout-Fans dürfen also beruhigt sein und ihr "Baby" in guten Händen wissen. Das ist wichtig, denn dieser Spin-off von Fallout 3 richtet sich direkt und in erster Linie an Spieler dieses Rollenspiels.

Fallout: New Vegas - Das Meisterwerk geht in die nächste Runde

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Blauer Himmel: Im Gegensatz zum Washington von Fallout 3 wurde Las Vegas von der Katastrophe weitgehend verschont.
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"Wir gehen davon aus, dass man Fallout 3 gespielt hat", gibt der sympathische Creative Director zu Protokoll. Natürlich sind auch alle anderen eingeladen, sich ins Jahr 2280 beamen zu lassen, drei Jahre nach den Geschehnissen von Fallout 3. Doch anders als zuvor kämpft ihr hier nicht im Ambiente einer verstrahlten und zerstörten Großstadtkulisse ums Überleben.

Die Umgebung von Las Vegas, in die es "den Kurier" (aka Hauptfigur) verschlägt, ist zumindest noch teilweise erhalten, der Hoover-Damm steht noch und versorgt die Überlebenden mit Energie. Die Glücksspielstadt wurde anders als Washington nicht direkt von einem Nuklearsprengkopf getroffen, der Himmel ist blau. Vieles ist Serienveteranen trotzdem bekannt, werden doch inhaltlich viele Bezüge zu Teil eins und zwei der Rollenspielsaga aufgegriffen, während zentrale Spielmechaniken eher dem direkten Vorgänger entstammen.

Packshot zu Fallout: New VegasFallout: New VegasErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Bullet in the head!

Der Beginn ist gemächlich inszeniert, über den Vigor-Tester werden Basiseinstellungen vorgenommen, Skillpunkte verteilt, ein psychologischer Test mit Bildern und Fragen ist auf Wunsch für die Tag-Skills verantwortlich. Das wirkt alles sehr vertraut und, was folgt, sind erste leichte Quests, ein Tutorial. Wer sich damit nicht aufhalten möchte, kann es überspringen (verpasst aber ein erstes Aufeinandertreffen mit den aus Teil 2 bekannten Geckos).

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Im Fadenkreuz: Die Grafik hat sich leider seit Teil 3 nicht wesentlich verbessert.
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Ähnliches gilt für den neuen Hardcore-Modus, bei dem Heilungspacks nicht instant wirken, sondern über Zeit, Munition Auswirkung auf das Gewicht hat, sowie Dehydration durch Wasser verhindert werden muss, aber andererseits auch spezielle Belohnungen winken.

Viele Features sind bewährt und feiern eine Wiederkehr, während der Protagonist seine ersten Schritte in "Goodsprings" macht und Verbündete gegen einen Bösewicht namens Joe Cobb zusammentrommelt und diesen schließlich von der Platte putzt. Das V.A.T.S-System wurde jedoch ein wenig aufgebohrt und bietet nun auch Spezialattacken an. Setzt ihr beispielsweise die neue Nahkampfwaffe, einen Golfschläger, ein, gibt es eine spezielle Fertigkeit, die den Feind niederschlägt und kurzzeitig wehrlos macht.

Ein neues Gewehr gibt dem Spieler dagegen eine erhöhte Chance auf kritische Treffer abseits der beliebten Headshots. Das neue Begleiter-Menü gibt uns zukünftig Kontrolle über eine Reihe von Dialogoptionen für den Einsatz von Stimpacks, die Grundhaltung (aggressiv/passiv) und die eingesetzte Waffe sowie die Verwendung von Inventargegenständen der Sidekicks.

Neues Reputationssystem

Brandneu ist das neue Reputationssystem (ähnlich Fallout 2), das großen Einfluss auf den Spielablauf haben wird. Je nach Gesinnung eröffnen sich neue Spielumgebungen, Fertigkeiten oder ändert sich das Verhalten der NPCs. Das kann dazu führen, dass sich andere Charaktere gegen euch wenden oder euch bei euren Aufgaben unterstützen.

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Die Waffen haben wieder ordentlich Durchschlagskraft.
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Abhängig von der Verteilung der Skillpunkte erhalten Dialoge neue Optionen - so sollen sich bei entsprechender Eignung gänzlich neue Antwortmöglichkeiten und damit Storypfade ergeben. Als Beispiel diente die Beschaffung von Dynamit bei einem verschrobenen Typen namens Easy Pete. Nur wenn der Skill bei Explosivstoffen hoch genug ist, offenbart der Gesprächspartner sein Dynamitversteck.

Dieses Spin-off richtet sich vor allem an Serienfans und bringt eine Reihe sinnvoller Neuerungen.Ausblick lesen

Entscheidungen für oder gegen eine Fraktion werden ohnehin von zentraler Bedeutung sein, denn "es wird keinen eindeutigen Feind geben. Der Spieler wird entscheiden, für welche Seite er steht", so Avellone. Ob man sich für die New California Republic oder die Caesar's Legion, den beiden beherrschenden Fraktionen dieser Gegend, oder keine der Parteien entscheidet, ist einem selbst überlassen.

Aufbauend auf dem aus Fallout 3 bekannten Questsystem wird es also meist die Möglichkeit geben, aus unterschiedlichen Lösungsvarianten zu wählen und damit den Fortgang der Geschichte zu beeinflussen. Im Vergleich mit Fallout 3 gibt es zudem laut Avellone häufiger Belohnungen für Aufträge.

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Spielerisch glänzt New Vegas mit etlichen Neuerungen.
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Fallout: New Vegas beinhaltet außerdem drei Moddingslots für Waffen, die, so Avellone, auch von der höchst aktiven Modding-Community inspiriert wurden (beispielsweise die Nahkampfskills). Erweiterbar sind Schießprügel nun z.B. um Zielfernrohre, eine höhere Feuerrate oder Magazinumfang. Demonstriert wurde in diesem Zusammenhang die neue Grenade Machine Gun, mit der sich nach der Installation eines "High Speed Kits" wahrlich ein wahres Feuerwerk an Explosivgeschossen veranstalten lässt.

Nicht ganz so beeindruckend erscheint zum jetzigen Zeitpunkt der optische Auftritt des Action-RPGs, das mit der Fallout-3-Engine daherkommt und dadurch etwas altbacken wirkt. Einige Animationen (Nachladen) wirken geradezu hässlich und nicht mehr wirklich zeitgemäß, da verwundert die Aussage, dass man zusätzliche Ressourcen (also Geld) erhalten habe, um genau hier Verbesserungen herbeizuführen. Vielleicht geschieht das ja noch bis zur Veröffentlichung, die für den Herbst angesetzt ist.