„Kurier“, huschen die Buchstaben durch die Eingabemaske für den Namen der Spielfigur. „Krach-peng“, zischen zwei Kugeln hinterher. Mitten in die Rübe von Mr. Laufbursche, dessen geheime Fracht wichtiger ist, als er ahnt. Ich weiß nicht, was hier los ist. Erkenne bloß einen Anzughengst mit Krawatte, der mir verdammt noch mal in die Gosche schießt. Er blubbert was von einem „abgekarteten Spiel“ und „meiner letzten Lieferung“. Ich verstehe kein Wort. Sehe nur die große Schwärze auf mich zukommen.
Ein langes Abenteuer für kalte Herbstabende, das mit ein wenig mehr Feinschliff so viel besser hätte sein können.FazitDann erwache ich, der Kurier, im Wüstenkaff Goodsprings. Auf einer ranzigen Ledercouch. Ein beschnauzter Quacksalber gafft mir ins Gesicht. Nachdem er das Blei mühsam aus meinem Schädel gepult hat. Natürlich. Eine allgemeine Fragerunde und ein Rohrschachtest später stehen meine Talente fest, meine Fallout-typischen S.P.E.C.I.A.L.-Attribute (Stärke, Geschick, Charisma, Beweglichkeit und so weiter), Fertigkeiten und Extra-Perks. Ja, ich muss die Sperenzchen von Onkel Doktor brav mitmachen, darf aber, sobald sich die Tutorial-Tür auf ewig schließt, noch mal nachbessern, flicken, ändern und anpassen. Zur Sicherheit.
Aller Anfang ist schwer. Vor allem, wenn man von Geckos begrüßt wird. Willkommen zurück, ihr Biester!Das Ödland um mich herum so bitter traurig, die Qual der Wahl so süß: Soll ich Schleichen oder Schlösserknacken pauken? Energie- oder normale Schusswaffen? Hacken, Sprengstoff oder Redegewandtheit? Nahkampf, Feilschen, Medizin? Seit dem ersten Fallout ist es dieselbe Zwickmühle: Stundenlang kann man sich in die Charaktererstellung reinsteigern, Attribute, Fertigkeiten und Boni gegeneinander abwägen. Und das Gesicht des Hauptcharakters in allen erdenklichen kosmetischen sowie anatomischen Bereichen zurechtknautschen. Wie in „Fallout 3“.
Wunderbar, wenn das Abenteuer schon als Kopfkino startet und man sich gedanklich ausmalt: „Hmmm, versteife ich mich aufs Schlösserknacken und vernachlässige das Hacken, komme ich zwar hinter jede verschlossene Tür, aber Terminals bleiben ein Buch mit sieben Siegeln“. Und selbst nach etlichen Spielstunden herrscht beim Stufenanstieg immer noch helle Grübelfreude. Wären ein paar Punkte auf Feilschen nicht super? Oder eine Handvoll, um Rüstungen wenigstens notdürftig reparieren zu können? Kennt man. Der versierte Alleskönner ist ohnehin Wunschdenken. Zumindest am Anfang. Also beginnt die Geschichte mit einem hier und da leicht beschlagenen Anfänger, dem man die saftige Karotte als Köder vor die Nase hält: „Die Kerle, die dich ballistisch zersiebt haben, sind dorthin gegangen – folge ihnen!“.
Natürlich kann Obsidian den Einstieg von „Fallout 3“ nicht toppen, das bruchstückhafte Erleben der eigenen Kindheit, den Terror im Atombunker, das Verschwinden des Vaters. Die erste Stunde in „New Vegas“ ist inszenatorisch und handwerklich zwei Klassen bodenständiger angelegt, damit die Nummer-sicher-Schablone drüberrutschen kann – passt aber erstaunlich gut. Zumal der neue Hauptcharakter keine finstere Vault-Vergangenheit hat, sondern Knall auf Fall denjenigen hinterherjagen muss, die ihm etwas Wichtiges abgeluchst haben: einen Computerchip. Warum, weshalb, wozu? Findet die Kerle!
Am Vit-o-Matic-Automat legt man die Fallout-typischen Attributwerte fest.Egal, wie ausgetreten die erzählerischen Pfade auf den ersten Blick wirken mögen oder wie oft Gedächtnisbelückung schon als Rollenspieleinstieg herhalten musste – es klappt. Der Anfangsort Goodsprings ist mit seinen durchs Bild wirbelnden Tumbleweed-Statisten nicht gerade das, was im ewigen „War das damals geil!“-Langzeitspeicher haften bleibt. Aber sobald man die ersten Dialoge führt, legt Obsidian immerhin viele interessante Fußangeln aus, über die man stolpert: Wer ist dieser Mr. House in Vegas? Wieso benimmt sich der Roboter Victor, der mich nach dem Kopfschuss ausgegraben hat, so scheißfreundlich, geradezu beängstigend hilfsbereit? Warum verfolgt er mich? Was geht im mysteriösen Lucky-38-Kasino vor, von dem alle reden? Und wo zum Henker ist eigentlich dieser New-Vegas-Strip, der vom Hoover-Staudamm aus mit Energie versorgt wird?
von Bethesda Softworks, Obsidian EntertainmentGenre: RollenspielPC, PS3, XBox 360: 22.10.2010Freigegeben ab 18 Jahren
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Na wird da wieder Obsidian gebasht?
Wer Caps, eigentlich immer als Kronkorken bezeichnet, nun "Deckel" nennt, kann einfach keine Ahnung haben. Genauso stellt sich die Frage warum mann die Fraktionen umbenennen muss. Das war doch früher auch nicht nötig.
So werden aus Boomers - Rumser, aus den Great Khans die Großkhane und aus der NCR die RNK.
Einige Quests die nicht funktionieren, speziell am Strip, falsche Map Marker etc. etc. und woher zum Teufel bekommen meine Begleiter ihre Munition, Stimpaks und so weiter.
Vielleicht steigere ich mich da hinein, aber das war reine Geldverschwendung. Es gab eine Handvoll gute Quests, die auch packen konnten, manchmal wegen der Action, manchmal auch nur wegen der mitreissenden Geschichte. Das hätte aber wunderbar in ein FO3 Addon gepasst.
Obsidian als Entwickler ist für mich absolut kein Thema mehr. Da entwickelt man so seine eigene Theorie, warum Van Buren eingestampf wurde.
Echt doll geschriebener Test, Sebastian. Wie immer...
ABER: Ich will ja nicht drängeln, doch so langsam... wär's doch mal Zeit für............ DEN VERDAMMTEN "VANQUISH"-TEST!!! WO BLEIBT ER!? BUM, BUM, BÄM, PÄNG, RATATATATATATA, VIUUUUUUUUWWWWWWW, EXPLOSION... UND DAS GANZE AAAAAAACHT STUNDEN LANG!!! AAAAAAHHHHHH!!!
Gruß, Moritz.
Las Vegas in Fallout = Instanziert, öde.
Naja 80% ist ok, ich hätte bischen weniger gegeben.
PS : Yop Kasinos haben absolut entäuscht.
80% empfinde ich als definitiv zuviel. Meine meinung.
@>:(
kretin? Mon dieux! Nous sous sommes en Allemagne, also sprich Deutsch!
@lol
Die User scheinen New Vegas die gleiche Wertung zu geben wie der Test, also kann's nicht an gamona allein liegen.
Btw Nur weil ein Magazin gedruckt wird, ist noch lange nicht seriöser. Printmagazine können ohne Werbeanzeigen auch nicht zu günstigen Preisen verkauft werden. Siehst du da keinen Interessenkonflikt zwischen einer großen Anzeige und einem guten Test? Außerdem wäre selbst eine 70er Wertung immer noch eine gute Wertung, den die 80er sind die richtig guten Spiele des Jahres und 90er werden generell viel zu häufig vergeben!
mhhh dann waren die Mods etc zu elder scrolls III Morrowind wohl halluzination ?!
@Sebastian:
Ein was fehlt allerdings in deinem Test.Wie spielt sich denn der Hardcoremodus? Hast du den mal angetestet? Den hast du mit keiner Silbe erwähnt oder ich habe es überlesen.
TU ES!!!
spiels
TU ES!!!
spiels derzeit ma wieder durch :D
Na, momentan spiele ich grad wieder Dragon Age durch und endlich auch mal das addon dann wohl. Danach werd ich mir dann wohl F3 antun :)
naja ob gamestar so ein seriöses Magazin ist bezweifle ich.
TU ES!!!
spiels derzeit ma wieder durch :D
Noch ne ganze menge zu tun haben die.
jetzt fallout auf 80er make, man kann ja die 7x schon sehen?
langsam werd ich immer skeptischer was eure test und wertung angeht.
und ich spiele seit es win95 pcs gibt, davon amiga,atari,snes usw..
Gehts auch ohne Beleidigungen Du Opfer?
Zum Thema: So lange es "nur so gut ist wieder Vorgänger" reicht es mir völlig. Die Kritkpunkte sind zwar ärgerlich, aber zu verschmerzen. Wenn die Geschichte gut erzählt ist (und das wird sie scheinbar), komme ich als RPG-Spieler mit dem Rest gut zurecht. Ich werde aber auch hier abwarten, bis die GoTY Edition erscheint. Bis dahin habe ich habe ich noch haufen anderer Games zu Ende zu spielen.