Da wäre mir fast der erste DLC zu Fallout 4 durchgerutscht. Ihr wisst schon, The Division und so? Außerdem habe ich derart viel mit (kostenlosen) Mods rumgespielt, dass ich den Gedanken an kommende Bezahlinhalte bereits verdrängt hatte. Aber nun sind die Roboter plötzlich da und ich sage euch, was ich davon halte.

Fallout 4: Automatron - Automatron-DLC-Trailer

Im Prinzip ist Automatron wie eine größere Nebenquest in Fallout 4 aufgebaut: Es gibt eine kleine Geschichte um einen geheimnisvollen Mechanisten, der eine Roboterplage über das ohnehin schon gepeinigte Land bringt. Wenn man nicht durchrennt, sollte man etwa zwei Stunden mit dem neuen Inhalt beschäftigt sein, vielleicht aber auch weniger – bei mir waren es ca. 90 Minuten. Das Ganze hängt natürlich auch davon ab, welches Level ihr bereits erreicht habt. Falls ihr einen Highlevel-Char besitzt, werdet ihr vermutlich eher durch die Missionen spazieren, weil sie dann für meinen Geschmack zu leicht sind. Nur selten wurden die Gefechte ein bisschen kniffliger.

Die Roboter-Thematik ist für Fallout 4 nicht neu, schon im Hauptspiel ist man hier und da auf die Blechdosen getroffen. Jetzt kann man sie aber nicht nur umhauen, sondern gezielt Einzelteile aufsammeln, um daraus eigene Maschinenbegleiter zu erschaffen und mit ihnen das Commonwealth unsicher zu machen (funktioniert übrigens auch mit dem üblichen Müll, den man so aufsammelt – gut, wenn man da vielleicht noch etwas auf Halde hat). Was am Ende bei dieser Bastelei herauskommt, hängt zu großen Teilen davon ab, was für Ressourcen man einsetzt. Es gibt wirklich massenhaft Optionen, um den mechanischen Todesbringer mit allerlei Kram auszustaffieren und damit sind nicht nur die Waffen, Lackierungen oder das Stimmmodul gemeint.

Soll euer Bot einen Flammenwerfer einsetzen oder mit einer Kettensäge rumfuchteln? Hängt alles ab von eurem Geschmack und den Materialien, Mods und Bauplänen, die man so findet. Und der Prozess motiviert zumindest mich, rumzuexperimentieren und nach neuen Rohstoffen zu suchen, um meine Blechdose auszustatten oder vollkommen umzumodellieren. Und das Ding auf diese Weise immer taffer werden zu lassen – denn im Kampf erweist sich der Roboter als ein absolut schlagfertiger Begleiter, der es auch mit den härtesten Gegnern aufnimmt. Wer endlich einen starken Typen an seiner Seite braucht und bei Fallout 4 gerne den Schwierigkeitsgrad hochdreht, wird sich darüber freuen.

Fallout 4: Automatron - Wer braucht schon Dogmeat?

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Schaffe, schaffe – tödliche Roboter baue!
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Aber es gibt einen Haken an der ganzen Sache: Wenn man nicht die passenden Perks (also z. B. Crafting und Modden/Wissenschaft, Wiederverwerten, Robotikexperte) hochgelevelt hat, wird man die richtig coolen Roboter nicht konstruieren können. Wer sich eher auf Nahkämpfe spezialisiert hat, könnte im DLC tatsächlich ein kleines Problem haben. Und in Automatron wird man es nicht schaffen, dermaßen aufzuleveln, um sich diese Fertigkeiten beizubringen.

Davon abgesehen hat Bethesda einen tollen Job hinsichtlich der Animation der Bots gemacht. Vor allem gefällt mir, wie die Dinger in ihre Einzelteile zerfallen, wenn ich sie niederballere. So kann ich etwa die besonders gefährlichen Teile als Erstes abschießen und die Gegner so ihres offensiven Potenzials berauben, bevor ich sie abfertige. Oder man knallt ihnen einfach die Beine weg ... und genießt eine kurze Terminator-Gedächtnis-Krabbelei ... Solche Art kindlicher Zerstörungswut macht sich natürlich gut, wenn man sie mit V.A.T.S. kombiniert und die Bots Stück für Stück genüsslich dekonstruiert. Es war schon immer ein großer Spaß in Fallout, Roboter auf diese Weise auseinanderzunehmen, ihre Schwachstellen auszumachen und sie dann buchstäblich auszuschalten. Und für Automatron hat sich Bethesda wirklich einige coole Exemplare einfallen lassen, gegen die der Kampf interessant und teils auch anspruchsvoll sein kann – hinter jeder Ecke des verwinkelten Mechanisten-Unterschlupfs lauert eine vollkommen andere Kreatur.

Packshot zu Fallout 4: AutomatronFallout 4: AutomatronErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Alles, was man tun muss, um an die Quest zu kommen, ist (natürlich!) einem Notsignal eures Pip-Boys zu folgen. Dort begegnet ihr einem Roboter namens Ada und sie braucht (natürlich!) eure Hilfe, um sich an einem Schurken zu rächen. Das führt euch innerhalb der bereits bekannten Gebiete an ein paar neue Orte – nichts Extravagantes in dem Sinne, dass mich die Locations von einer Ausnahmen abgesehen jetzt nicht aus den Socken hauen. Es fügt sich einfach nahtlos ins bestehende Spiel ein.

Fallout 4: Automatron - Wer braucht schon Dogmeat?

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Die eigenen Bots machen sich hervorragend im Kampf – eigentlich besser als alles, was man in Fallout bislang so als Begleiter zur Verfügung hatte.
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Wenn da nicht zwei Dungeons wären, von denen zumindest einer gut und absolut spielenswert ist. In einem trefft ihr auf die Banditengruppe Rust Devils, die Roboter auseinandernimmt und die Bruchstücke als Panzerungen verwendet. Da ich für Ada Upgrades benötige, müssen sich die Fieslinge von einigen ihrer Teile trennen. Besonders cool ist jedoch das Versteck des Maschinisten, das meiner Meinung nach zu den besten gehört, die das Spiel zu bieten hat. Ich will nicht sagen, dass er allein den „Eintrittspreis“ wert war, aber als Fallout-4-Fan sollte man diesen wirklich großen Unterschlupf voller Überraschungen und Fallen definitiv gesehen haben.

Apropos Überraschungen und ohne jetzt die Spoiler-Keule rauszuholen: Einige eurer Entscheidungen wirken sich auf den Ablauf der Story aus und beeinflussen auf diese Weise mehrere mögliche Enden. Wie gesagt, zu viel möchte ich von der Handlung nicht preisgeben – außer vielleicht noch erwähnen, dass sie teilweise etwas arg fix durchgeboxt erscheint und auch ein bisschen traurig sein kann.