Bethesda hat mit Fallout 4 die E3 eröffnet, jetzt gab’s auf der Quakecon eine neue Demo und viele, viele Informationen: über Perks und Boni, über Charaktere und Beziehungen. Viel Blut und explodierende Köpfe, aber auch smarte, diplomatische Tricks, um sich Zugang zu gut gesicherten Anlagen zu verschaffen. Zeit, einen genaueren Blick auf eines der meist erwarteten Spiele des Jahres zu werfen.

Hach, schön. Dieses Fallout ruft förmlich Freiheit in die Welt hinaus. Es ist eines dieser faszinierenden Werke, die euch viele, viele Mohrrüben unterschiedlicher Größe, Statur und Farbe vor die Nase halten und ihr müsst nur den Kopf rausstrecken und abbeißen. Als wir so durch eine Fabrik nahe Diamond City schlurfen, einer neu entstandenen Stadt inmitten der Ruinen von Fenway Park, bilden sich gleich drei imaginäre Mohrrüben vor unserer Nase. Wir können mit dem Fatman, einer Art Mini-Atombombenwerfer, Dropships der Brotherhood of Steel angreifen und in Flammenbälle verwandeln, die mit Getöse und Qualm zum Absturz ansetzen. Oder aber in sichere Position schleichen, Köpfe anvisieren und mit der Focused Sniper Laser Rifle Köpfe der Gunner platzen lassen, denn nur die sind wirklich gefährlich.

Oder aber wir hacken einen Security-Bot, der sorgt dann für ein kleines Ablenkungsmanöver. Die zusätzliche Zeit nutzen wir währenddessen, um uns eine neue Strategie zu überlegen. Um hingegen das Tor nach Diamond City selbst zu passieren, müssen wir gar nicht ballern, sondern unterhalten uns mit der genauso attraktiven wie geheimnisvollen Piper. Wie sie uns berichtet, hat sie ein eigenes Lokalblatt gegründet, den Public Occurrence. Journalismus ist ja immer sinnvoll, so als Gegengewicht zu den Mächtigen. Piper ist scharfzüngig und hat offensichtlich gute Ideen. Sie schlendert einfach zu einem der Wachmänner hin, wir begleiten sie, sie legt los: „Oh, was? Sagtest du gerade, du bist ein Händler aus Quincy? Und du hast Vorräte und Munition für einen Monat dabei, die du dem General verkaufen willst? Hörst du das, Danny? Mach das verdammte Tor auf oder du darfst der verrückten Verna erzählen, warum sie auf all die Mitbringsel verzichten muss.“

Fallout 4 - Geralt wer?

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Technisch kann das hier nicht mit The Witcher 3 mithalten, aber das Design strotzt vor Detailverliebtheit: Säurekugeln werden hinten im Tank produziert, dort blubbert es richtig.
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3,2,1 – Chance vorbei

Was an Fallout 4 jetzt schon fasziniert, ist die Radikalität seiner Welt, die sich stark auf das Gameplay auswirkt. So trefft ihr etwa auf einen Hund namens Dogmeat. Den könnt ihr theoretisch ignorieren oder euch mit ihm anfreunden, ihn mitnehmen auf die Reise und er wird euch sehr nützlich sein. Denn in verlassenen Geisterstädten wie Lexington lauern überall Goule, die die Angewohnheit haben, sich urplötzlich von Dächern auf euch zu stürzen oder durch Fenster reinzukrabbeln. In solchen Situationen ist Dogmeat ein echter Bodyguard, denn er bellt laut, sobald er Angreifer riecht. Sobald die Gegner markiert sind, könnt ihr durch das altbekannte VAT-System, was für Vault-Tec Assisted Targeting steht, den Schergen aus der Luft picken.

Radikal ist das Spiel insofern, weil es zwar viele unterschiedliche Begleiter gibt, ihr aber immer nur einen mitnehmen könnt. Dogmeat erschnüffelt Gefahr und Preston Garvey, ein Scharfschütze des Boston Commonwealth, ist nicht unbedingt der Typ, der Befehle befolgt, dafür aber umso präziser schießt. Piper ist als Journalistin in Diplomatie geschult, weiß wie man Menschen überzeugt und empfiehlt sich für Spieler, die eher pazifistisch vorankommen wollen.

Packshot zu Fallout 4Fallout 4Erschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Bethesda legt dieses Mal offensichtlich noch ein bisschen mehr Wert auf exzellente Schauspieler/innen, denn die Gespräche sind nuancierter. Es gibt jetzt auch die Möglichkeit zu flirten, sich zu verlieben, Beziehungen zu führen und all das. Wie bei Bethesda üblich, sind natürlich auch gleichgeschlechtliche Beziehungen drin. Alles kann, nichts muss – ihr entscheidet ja selbst, vom wem ihr Quests annehmt und mit wem ihr Zeit verbringt.

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Das SPECIAL-System: 275 Perks mit Disney-Humor

Das Erfahrungspunktesystem SPECIAL auf der Pip-Boy-Uhr steht nicht nur für Spezialitäten, sondern Strength, Perception, Endurance, Charisma, Intelligence, Agility und Luck. Wie gewohnt, investiert ihr eure Startpunkte in diese sieben Kategorien, laut Creative Director Todd Howard (der Mann, der auch für Skyrim verantwortlich war) hat das aber jetzt deutlich größere Auswirkungen. „Ihr könnt zehn Punkte in eine Kategorie investieren, wenn ihr das wollt.“ Warum das spannend ist? Weil jede Kategorie jetzt pro Level einen Perk freischaltet, ihr bekommt also für zehn Punkte insgesamt zehn Perks.

Investiert ihr beispielsweise sieben Punkte in Stärke, schaltet ihr damit auch sieben exklusive passive Fähigkeiten für diese Kategorie frei, könnt also beispielsweise direkt zu Beginn alles aufsammeln, was nicht niet- und nagelfest ist und es dann in Waffen und Rüstung eintauschen. Oder ihr setzt auf Charisma und Intelligenz, dann müsst ihr nicht ballern, sondern könnt ganz ähnlich wie Journalistin Piper euer Köpfchen und Überredungskünste einsetzen oder sogar „Intimidation“ freischalten, um den Kerl vor eurer Nase einzuschüchtern.

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„Viele Perks lassen sich im Rang steigern, so kommen wir auf ungefähr 275 unterschiedliche Fähigkeiten. Witzig und irgendwie passend: Nicht alle Perks haben Gameplay-Auswirkungen, manche steigern einfach nur die Atmosphäre. „Bloody Mess“ beispielsweise lässt Körper mit größeren Blutspritzern und mehr Leichenteilen zerreißen. Quasi das Perk für die Doom-Fraktion.

Allgemein nimmt sich Fallout 4 nicht so ernst und präsentiert jede Fähigkeit mit einem Werbevideo im Stil eines Cartoons. „Herzlichen Glückwunsch! Nach der völligen atomaren Zerstörung ist es nun an dir, unsere großartige Nation wieder aufzubauen. Deshalb haben wir als Vault-Tec dieses Video für dich gedreht, damit du schneller deine individuellen Spezialitäten auf dich abstimmen kannst “, tönt es aus den Boxen des Pip-Boy. In der Kategorie Stärke schleppt ein Vault-Boy ohne Ende Waffen auf seinen Armen umher, taumelt und fällt schließlich mit der Nase in einen schleimigen Haufen. Der Saal lacht.

Fallout 4 - Geralt wer?

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Noch ist nicht ganz klar, ob ihr dem kleinen Dogmeat Lebewohl sagen müsst. Offiziell heißt es allerdings, ihr dürft immer nur einen Begleiter mitnehmen.
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Waffe upgraden oder lieber gleich eine Basis hochziehen?

Das Crafting in Fallout 4 geht ziemlich tief und ist vor allem smart gemacht. Ihr überlegt euch, was ihr bauen wollt, beispielsweise ein Fernrohr für ein Scharfschützengewehr oder eine Extratrommel für mehr Munition, und klickt dann auf ein Objekt in eurem Inventar. Das Spiel verrät euch dann, was ihr noch braucht respektive markiert alle benötigten Items und graut die anderen aus. Ihr müsst dann nur noch Mikroskop, Spielzeugauto und Toaster an einer Werkbank auseinandernehmen und könnt losbasteln. Das Krasse daran: Es gibt 50 Basiswaffen, die ihr laut Creative Director zu über 700 unterschiedlichen Wummen umbauen könnt. Dabei sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt, ihr könnt also aus einer Laser-Pistole ein Scharfschützengewehr und aus einer Shotgun einen Flammenwerfer mit riesigen Tanks basteln, die entflammte Schrotkugeln verschießen.

Noch deutlich weiter geht das Crafting beim Hochziehen einer kompletten Basis. Auch wenn wir uns das in der Realität noch schwer vorstellen können, könnt ihr im Grunde irgendwo eine Tür klauen und sie in euer Haus setzen. Oder ein ganzes Haus irgendwo abreißen und die Ressourcen verwenden, um eure eigene Hütte zu designen. Wenn ihr dann noch Brunnen für Wasser und Nahrung anbaut, kommen Siedler und Händler zu euch, für die ihr wiederum neue Gebäude baut. Und um sich gegen die Angriffe von Raidern zu schützen, könnt ihr Selbstschussanlagen bauen. Die brauchen allerdings Energie, wofür ihr Kabel zu Generatoren legen müsst. Schaltet ihr ein Terminal dazwischen, könnt ihr jeweils entscheiden, ob der Strom zum Betreiben eurer Ressourcenproduktion im Dorf oder für militärische Installationen verwendet werden soll. Und das klingt alles ganz schön großartig, oder was sagt ihr?