Weil das Universum offenbar beschlossen hat, dass wir alle viel zu viel Zeit übrig haben, hat es sich dieses Jahr dazu verschworen, uns so viele erstklassige Open-World-Titel um die Ohren zu feuern, dass wir bis 2017 das Haus nicht mehr verlassen können, wenn wir alle komplettieren wollen. Nicht nur einer der Höhepunkte dieses Trends, sondern auch ganz allgemein eines der meisterwarteten Spiele dieses Jahres (und der letzten paar) ist Fallout 4, Bethesdas Antwort auf die Frage "Kann man thermonuklearen Global-Exitus nicht irgendwie noch lustiger machen, als er ohnehin schon ist?"

Fallout 4 - VR: Official-E3Trailer18 weitere Videos

Spielplätze, je offener, desto besser. Das können die Damen und Herren von und aus Bethesda, wie sie im Laufe der Jahre schon mehrfach bewiesen haben. Zuletzt in Skyrim, dem fünften Teil der Elder-Scrolls-Reihe, in den sich auch schon drei- bis vierstellige Stundenzahlen versenken ließen. Eine gute Gelegenheit also, den Vergleich zu ziehen zwischen der mediävistischen Hau- und Zauberorgie im Schnee und dem verstrahlten Baller-Festival im postnuklearen Winter. Wer die Schneestolperei mochte, wird die Trümmerwüste lieben... oder so ähnlich.

Hier also zehn Gründe, warum sich Fans von Skyrim auch auf Fallout 4 freuen dürfen.

10. Sammelwut!

Eine der Sachen, die die von Bethesda benutzte und im Laufe der Jahre modifizierte Gamebryo-Engine schon immer gut konnte, ist: haufenweise Schnickschnack gleichzeitig darstellen. Daher findet man in Skyrim nicht einfach nur ein vormodelliertes Säcklein mit Gold in einem unbewachten Regal, sondern kann meistens jede Münze einzeln sammeln und manipulieren. So auch alles andere in der Welt. Ein normaler Tisch, der zum Abendessen gedeckt wurde, kann nahezu komplett abgeräumt, umdekoriert oder eben eingesammelt werden. Jedes Stück Besteck. Jeder Kerzenleuchter. Jeder harte Laib Brot vom Vortag.

Fallout 4 - Vom Schnee in die Strahlung: 10 Gründe, warum sich Skyrim-Fans auf Fallout freuen können

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 130/1331/133
In Fallout wird es viel zu entdecken geben.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Und wenn Fallout 4 eines bislang schon sehr deutlich gezeigt hat, dann, dass angehende Kleptomanen und wortwörtliche Kontrollfreaks wieder viel Gelegenheit haben werden, durch allerlei Müll zu stöbern und mehr oder minder nützliche Gegenstände zu mopsen. Einmal mehr mit geklauten Aschenbechern, Teddybären und Fotoapparaten durch die Gegend zu heizen, sie als Munition für den Rock-It-Launcher zu benutzen oder sie im Crafting zu verwenden, klingt nach ordentlich Futter für jeden Hobby-Messie. Und da wir beim Crafting sind...

9. Eigene Items und Waffen – besser und komplexer denn je

Wer je in Himmelsrand auf einen mit einem Frostschleier überzogenen Amboss geschlagen oder einem unglücklichen Hirsch die Haut abgezogen hat, der hat das nicht aus Langeweile gemacht (nun ja... irgendwie schon), sondern um sich eine eigene teuflische Klinge, einen Harnisch oder derlei mehr zu bauen. Selbst grundlegende Crafting-Systeme können unheimlich motivieren und ziehen – wie die unzähligen gefertigten Eisendolche beweisen, die weltweit direkt nach ihrer Fertigung bei Händlern gelandet sind.

Packshot zu Fallout 4Fallout 4Erschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Wie wir nun wissen, wird Fallout 4 die herkömmlichen Crafting-Systeme um einen geschätzten Faktor von 12 Millionen erweitern, mit komplett modularen und nahezu frei baubaren Waffen und sogar Powerrüstungen. Schon alleine daran können wir uns wahrscheinlich tagelang erfreuen.

8. Begleiter – Klasse statt Masse

Wir sind mittlerweile alle noch und nöcher vertraut mit dem Flohzirkus, der uns in Fallout 4 begleiten wird, aber er wird nicht alleine sein. In guter Serientradition wird sich ein Dutzend potentieller Begleiter darum reissen, mit uns das Ödland zu durchqueren. Angesichts früherer Fan-Favoriten sind wir sicher, dass auch diesmal wieder für jeden etwas dabei ist.

Das ist nicht unbedingt ein gemeinsames Element mit der Elder-Scrolls-Reihe, sondern in unseren Augen vielmehr eine Verbesserung. Ja, wir alle haben Lydia gerne mit einem gepflegten Fus Ro Dah über Klippen segeln lassen, doch insgesamt hatten die Begleiter in Skyrim einfach wenig Fleisch auf den Rippen, was persönliche Stories und derlei angeht. In Fallout war das seit jeher besser, also herrscht eine gewisse Vorfreude.

7. Eine Welt, die erzählt

Für manch einen Spieler ist es komplett wertlos, wird ignoriert oder erscheint sogar als störendes Hindernis, aber: Die unüberschaubare Lore, die zahllosen Bücher, Enzyklopädien, Romane, Kurzgeschichten und dergleichen mehr gaben der Welt von Skyrim eine Substanz, die man aso selten woanders sieht. Und es gibt eben genau diese Art von Spielern, die diese ganzen Hintergrundinformationen aufsaugen wie ein nerdiger Schwamm. Also wie Spongebob, quasi.

In Fallout wird so etwas traditionell über Computer erledigt, doch auch hier erfährt man unendlich viel über die Welt, die Bunker, die Bewohner und (Achtung, jetzt wird's pseudo-philosophisch) die Natur des Menschen. Die Fragen, die in einem post-nuklearen Szenario gestellt werden, sind natürlich schwieriger, und es wird einmal mehr eine Freude, einzutauchen – wir sind uns sicher.

6. Meine Fresse – das ist ja meine Fresse!

Wenige Dinge sind wichtiger, als dass man sich mit seinem eigenen Charakter wohlfühlt. Zwar gibt es tolle Spiele mit großartigen vorgefertigten Helden in den Hauptrollen (alleine unsere diesjährigen Touren mit Geralt, Batman und Max), aber ein wirklich ausführlicher Charaktereditor verleiht dem richtigen Spiel eine zusätzliche Ebene.

Fallout 4 - Vom Schnee in die Strahlung: 10 Gründe, warum sich Skyrim-Fans auf Fallout freuen können

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Gefahren, wohin man sieht!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In Fallout 3 und New Vegas war der Editor eher mittelmäßig, irgendwie sah die vorher zurechtgemanschte Plastilin-Figur im Spiel dann nie so aus, wie man es eigentlich gedacht hatte. Skyrim war in der Hinsicht schon wesentlich löblicher, und Fallout 4 verspricht, dem Ganzen noch einen draufzusetzen – was umso besser zur Geltung kommt, weil man den spielbaren Kollegen in Dialogen auch von außen sieht. Und wo wir schonmal beim Gequassel sind...

5. Dialoge, Dialoge überall!

Mit einer voll realisierten Sprachausgabe nicht nur für die NPCs der radioaktiven Wüste, sondern auch die Hauptfigur, verspricht Fallout 4 den Grad an Immersion deutlich zu steigern und den Spieler besser ins Geschehen zu ziehen. Die Idee ist nicht völlig neu, wir kennen sie zum Beispiel von den Bioware-RPGs der letzten Jahre, doch wenn man den direkten Vergleich nicht nur zu den früheren Fallouts zieht, sondern auch zu Skyrim, ist es ein gewaltiger Schritt für die Reihe.

Erschwerend kommt hinzu, dass bereits angekündigt wurde, Fallout 4 würde in Sachen Dialoge und eingesprochene Zeilen seine Vorgänger und Skyrim um ein Vielfaches übertreffen. Das sollte nicht nur dabei helfen, die Hauptstory voranzutreiben, sondern auch den sicherlich unzählig vorhandenen Nebenquests viel Leben einhauchen.

4. Oh Gott, meine Zwangsstörung!

Direkt verbunden mit der Fülle und Detailliertheit der Welt geht die ungeheure Menge an Entdeckbarem einher. So war es bei Skyrim, und wir fressen einen Besen, wenn sich Fallout in der Hinsicht zurücknehmen sollte. Es sind ja nicht nur die kleinen Interaktionen, eben die schon angesprochenen Münzen und Kronleuchter usf. Es sind auch die vielen kleinen Ortschaften an sich, mit kleinen Schätzen, Gags, Easter Eggs und einer ganz eigenen Story.

Konnte man in Skyrim auch nach hunderten Spielstunden noch neues entdecken (Wir wussten bis vor ein paar Monaten nicht, dass es eine Eremitin auf dem Hals der Welt gibt, die einer der besten Bogenschützer-Trainer im Spiel ist), so freuen wir uns auch schon darauf, irgendwo im Ödland in eine verlassene Hütte zu stolpern. Vielleicht umklammert hier ein Skelett ein Objekt, das uns eine kleine Geschichte erzählt. Vielleicht finden wir in einem Tresor eine Kostbarkeit. Wir sind uns sicher, dass die Welt prall gefüllt sein wird mit allerlei Schauplätzen, und es würde doch mit dem Teufel zugehen, wenn sie nicht irgendwer alle finden würde.

3. Humor ist, wenn man trotzdem strahlt

Es gibt eine Eigenschaft, die die Fallout-Reihe den Elder-Scrolls-Titeln voraus hat, und es geht in diesem Text nicht nur um die Gemeinsamkeiten beider Spiele, sondern auch darum, was ein Skyrim-Freund vielleicht bei Fallout alternativ sehr schön finden könnte. Skyrim nämlich war, von kleinen Ausnahmen ganz abgesehen, bierernst. Und das ist etwas, was Fallout noch nie war.

Im Gegenteil steckt im Grundkonzept dieser Reihe eine Menge Satire, Augenzwinkern und mehr als nur eine Anspielung auf politisches Blendwerk, die Absurdität der menschlichen Gesellschaft, Selbstzerstörung als Methode und Vergötzung von eigentlich Ablehnenswertem. Vor dem Hintergrund des Atomkrieges lassen sich gewisse zynische Seitenhiebe immer unterbringen, und auch die verzweifelte Grundstimmung mit Menschen und Ghouls, die um jeden Preis überleben wollen, kontrastiert schön mit 50er-Schabernack. Wer sich also beim Spielen von Skyrim eine Spur mehr Leichtigkeit gewünscht hat, wird sie ganz sicher erhalten.

2. Das Haus gewinnt immer

Wenn es eine Sache gibt, die mindestens so stark rumparadiert wurde wie Dogmeat und das Customizing von Waffen, dann ist es das Errichten eines eigenen Hauses bzw. eher einer kleinen Festung / Siedlung. Und was haben sie uns nicht den Mund wässerig gemacht. Aus abgebauten Materialien kann man nicht nur vier Wände und ein Dach errichten, sondern auch viele kosmetische Spielereien wie Lichtanlagen, Geschütze und Flammenwerfer zur Verteidigung und vieles mehr.

Fallout 4 - Vom Schnee in die Strahlung: 10 Gründe, warum sich Skyrim-Fans auf Fallout freuen können

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 130/1331/133
Eine strahlende Zukunft erwartet uns.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dieser schon „Mini-Editor“ nennbare Aspekt ist ein großer Schritt von Skyrim, wo wir zwar ein Haus erstehen konnten, dieses aber in seiner Form und seinem Standort fest vorgegeben und auch relativ murkelig war. Und auch das hat Fans nicht davon abgehalten, trotz der extrem fitzeligen Greif-Steuerung und der mehr als einmal total ausrastenden Gamebryo-Engine, die alles durch die Gegend fliegen ließ, ihr Haus wohnlich zu machen. Wenn eine derart hingebungsvolle Community ihre Griffel an das neue System bekommt, sollten wir uns warm anziehen.

1. Spielspaß für Wochen, Monate, Jahre

Das vielleicht beste Argument dafür, warum sich ein Skyrim-Fan auf Fallout 4 freuen sollte, ist die schiere Ergiebigkeit beider Titel. Seien wir ehrlich: Bei vielen Games weiß man nicht genau, wie viel hochwertiges Spiel man für sein Geld kriegt. Bei den Games von Bethesda jedoch ist es ein Erfahrungswert: Man weiß nicht nur, was man kriegt, sondern auch, wie viel.

Solltet ihr also von Skyrim, Fallout 3 oder früheren Titeln wie Morrowind bereits wissen, dass sie euer Ding sind, stehen die Chancen sehr gut, dass euch Fallout 4 auch gefallen wird – und in dem Fall ist es schwer, ein ebenso umfangreiches Spiel für den normalen Kaufpreis nochmal auf dem Markt zu finden. Das gilt natürlich doppelt und dreifach, wenn ihr auf dem Rechner spielt und das Spiel mit Mods über Jahre frisch halten könnt.

Und das sind zehn Gründe, warum sich Skyrim-Fans auf Fallout freuen sollten. Habt ihr bessere oder andere? Schreibt es uns in die Kommentare. Auch, falls ihr zwar The Elder Scrolls liebt, aber an Fallout nicht rankommt, würden wir gerne von euch hören, warum das so ist. Sind es die Wüsten, die Knarren, die Mutanten?