In einem ausführlichen Blog-Beitrag geht Bethesdas Gary Steinman (Global Content Lead) auf die Musik in Fallout 4 ein. Ein bekanntlich sehr wichtiger Bestandteil der Rollenspiel-Reihe, der neben dem Soundtrack auch die beliebten Radiosender umfasst.

Fallout 4 - Umfangreiche Details zur Musik - "Wonder Woman" singt

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Dass Inon Zur hinter dem Soundtrack steckt, ist schon länger bekannt und wurde in einem Blog-Eintrag von Bethesda bereits behandelt. Diesmal geht es also vor allem um die Radiosender, wobei zwischen lizenzierter Musik und extra für das Spiel geschriebener Musik unterschieden wird.

Gleichzeitig ist das eine Premiere für Fallout 4, denn noch nie zuvor wurden Musikstücke extra für die Reihe geschrieben. Für diese Gelegenheit holte sich Bethesda Lynda Carter an Bord, die nicht nur ihre eigene Band besitzt, sondern vor allem als Schauspielerin bekannt wurde. Ihre wahrscheinlich bekannteste Rolle ist die der Wonder Woman in der gleichnamigen Serie aus den Siebzigern.

Game Director Todd Howard zufolge ist man mit ihr schon länger freundschaftlich verbunden: "Sie hat Sprachrollen in den meisten unserer Spiele übernommen. Viele Leute wissen nicht, dass sie eine wirklich fähige Sängerin ist. Mitglieder ihrer Band haben zahlreiche Grammys gewonnen. Sie geht noch heute mit ihr auf Tourneen – mit der Musik hat Lynda noch vor ihrer Film- und Fernsehkarriere begonnen. Zu Beginn der Arbeiten an Fallout 4 habe ich mich gefragt, ob Lynda nicht ein paar Stücke dafür beisteuern könnte. Denn Musik kann selbst ein Atomkrieg nicht stoppen."

Nicht Wonder Woman, sondern Magnolia

Man wollte schauen, ob man Musikstücke von jemandem aus der Fallout-Welt einbinden könne – Musik, die zum Thema und zum akustischen Gesamtbild passt. So übernimmt Lynda Carter also die Rolle von Magnolia, einer Sängerin im Städtchen Goodneighbor.

Doch bei Magnolia soll nicht alles eitel Sonnenschein sein, denn in ihrer Bar treffen sich die Mächtigen und schließen hier ihre Geschäfte ab: "Sie kennt ihre Mitspieler ganz genau", sagt Carter. "Sie besitzt eine außerordentliche Menschenkenntnis. Sie ist wirklich sehr clever. Und sie macht, was sie macht, weil sie es liebt. Also ist die Musik auch ihr Zufluchtsort."

In Fallout 4 wird man also nicht nur auf Magnolia treffen, sondern man kann auch den fünf von ihr gesungenen Musikstücken lauschen – zu hören beim DJ von Diamond City Radio. Geschrieben wurden die Songs von Carter selbst.

It's All Over But the Crying

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Natürlich wird man auch wieder zahlreiche lizenzierte Musik hören, wovon einige bereits in den veröffentlichten Videos zu Fallout 4 zu hören sind. Laut Audio Director Mark Lampert setzt sich die Musik aus dreierlei Teile zusammen – ein Drittel der Musik soll jeder schon einmal gehört haben, wie etwa Bing Crosbys größte Hits.

"Wir hatten zu Beginn fast zu viel Bing", lacht Lampert. "Man könnte den gesamten Soundtrack des Spiels damit bestreiten, wenn man wollte."

Das nächste Drittel besteht wiederum aus weniger bekannten Titeln großer Künstler, darunter "Orange Colored Sky" von Nat King Cole.

Das letzte Drittel hingegen bietet obskure Stücke lange vergessener Bands, mit teils absurden Texten und ganz eigenem Sound: "Ich frage mich, ob jemand, der mit diesen Bands zu tun hatte, ihre Musik in Fallout 4 hören wird", sagt Lampert. "Wer weiß, wann die Titel zuletzt im Radio gespielt wurden?"

Neben Bing Crosby wird man beispielsweise auch wieder die The Ink Spots hören, die seit ihrem Song "Maybe" im ersten Fallout ein fester Bestandteil der Reihe sind. Ihr Song "It's All Over But the Crying" wurde für den Ankündigungs-Trailer genommen.

Naive Songs

Todd Howard und Mark Lampert holten sich zur Unterstützung Chris Parker – einem der Gründer der Musik-Lizenzagentur Brandracket: "Wir wollten mehr frühen Rock 'n' Roll haben. Chris hat Musik aufgetan, die ich noch nie zuvor gehört hatte – viel weniger im Mainstream verwurzelt. Er trieb Künstler auf, die insbesondere über Uran und Radioaktivität gesungen haben. 'Atom Bomb Baby' ist ein Paradebeispiel dafür."

Die damaligen Texte seien geradezu naiv, so als seien sie von Kindern geschrieben worden, die mit etwas spielen, von dem sie keine Ahnung hätten. Denn geschrieben wurden die Songs zu einem Zeitpunkt, an dem die Gesellschaft von einem utopischen Optimismus getrieben wurde – ein starker Gegensatz zur apokalyptischen Natur weltenzerstörender Atomwaffen.

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