"Fallout. Fallout bleibt immer gleich.". Stimmt ja gar nicht! Nee, stimmt auch nicht. Ist aber lustig. Na, ja. Zumindest war es das mal. So vor ungefähr drei Jahren... Okay. Da war es auch schon nicht komisch. Worauf wir hinaus wollen ist: Fallout hat sich seit Teil 2 massiv verändert. Immer wieder. Deutlich zu sehen an seinen Ablegern wie "Brotherhood of Steel" und noch stärker bei seinen Nachfolgern.

Fallout 4 - VR: Official-E3Trailer18 weitere Videos

Wie das? Nun, sagen wir mal, Ableger können und dürfen alles sein, sofern sie funktionieren. Dass das bei dem eben erwähnten Werk nicht der Fall ist, lassen wir mal außen vor. Aber Fortsetzungen sollten im Kern stets das bleiben, was sie ausmacht, was ihre Fans erwarten. Wo die Grenze liegt, ab wann ein Fallout kein Fallout mehr ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Doch ist dieser Prozess wichtig, denn bei einem Spiel dieser Güte stellt sich gar nicht mehr die Frage nach "gutem Spiel" und "schlechtem Spiel". "Fallout 4" wird ein Verkaufshit, so oder so. Aber lebt es nur noch von seinem Namen auf der Verpackung oder kann es diesen Titel auch rechtfertigen?

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 124/1351/135
Das Spiel erscheint am 10.11.2015 für PC, Xbox One und Playstation 4.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Um das herauszufinden, haben wir einen unserer Redakteure ins Wasteland geschickt. Bewaffnet nur mit einem ledernen Tagebuch, einem Bleistift und vier Wasserflaschen. Er sollte sich auf die Suche machen. Sollte herausfinden, was "Fallout 4" zu bieten hat und wo seine Stärken und Schwächen liegen. Beobachten. Berichten. Erwartet nun also unser Testtagebuch zum vierten Fallout. Viel Spaß.

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #1

Es ist ein unbeschreiblich prickelndes Gefühl, wenn man eine geliebte Welt endlich erneut betreten kann. Wenn sich das Gefühl, das man bei jedem erstmaligen Spielen eines Fallout-Teils verspürt hat, wieder einstellt. So und nicht anders ist es auch beim neuen "Fallout 4". Ihr seid zurück. Es darf wieder ausgestorben und neu geboren werden.

Und auch wenn das Tutorial einen sehr gefühlsduseligen Eintritt in die Spielwelt bietet und ein paar Male zu oft erwähnt, dass Krieg immer gleicht bleibt, so atmet doch alles genau den richtigen Flair. Man ist zuhause.

Gleichzeitig hat sich noch nie ein Fallout-Titel so inhaltsgeladen bemüht, euch Spieler bei der Stange zu halten, wie der vierte Teil. In der ersten Stunde bekommt ihr bereits das volle Programm geboten: Hintergrund zur Welt, eine Atombombenexplosion, mutierte Käfer, einen Hundebegleiter, Raider-Angriffe, Laserwaffen, eine Power-Rüstung mit dicker Wumme und die erste stinkwütende Todeskralle. Es ist eine harte Fahrt, die ich hinter mir habe und alles zuckt und verlangt nach mehr.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Boom, Baby. Wir sind wieder Daheim, mein Kleiner.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Mehr von dieser geradezu "malerisch" erzählten Action, mehr Informationen zur Welt, mehr von allem und definitiv mehr Gesprächsmögichkeiten. Dies ist ein Tutorial, das viel verspricht. Denn nun muss der Rest dieses Niveau halten können. Nicht unbedingt was die Dichte der Action und die schnelle Folge an neuen Objekten, Gegnern und Waffen angeht. Aber dieser Wunsch nach mehr Fallout darf nicht in endlosen Wanderungen und einleitender Langeweile münden. Oder schlimmer: In der Erkenntnis, dass wir uns haben hypen lassen, böswillig täuschen, aufs mieseste die falsche Abzweigung genommen haben.

Es ist aber auch ein Tutorial der Faulheit. Denn im Grunde hat der Protagonist am Anfang das große Los gezogen. Kaum aus dem Bunker, da hat er auch schon einen Hund, eine Power-Rüstung, eine Minigun, ein Lasergewehr und neue Verbündete. Man hat sich nicht die Mühe gemacht, diese Inhalte nach und nach einzubauen, sondern erschlägt euch zu Beginn förmlich damit. Statt sich mühsam vom Niemand zum Jemand zu mausern, bekommen wir das Ödland-Held-Komplettpaket und fühlen uns wie Michael Jordan beim Crack-Baby-Basketball.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 124/1351/135
Meine erste Laserwaffe auf Level 2. In "Fallout 2" brauchte ich dafür einen Editor...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bis jetzt spricht aber nichts dafür, das dem so bleiben wird. Wir sind gespannt, ich bin gespannt. Die Steuerung ist ungewöhnlich, weil einige Veränderungen vorgenommen wurden. Ich klicke auf dem Controller immer noch "B", um nach dem Untersuchen einer Leiche oder eines Behälters eben diesen wieder verlassen zu können. Und aktiviere dabei meinen Pip-Boy. Ihr "öffnet" die Objekte eurer Begierde nämlich nicht mehr. Stattdessen wird euch direkt ihr Inhalt angezeigt und ihr wählt aus, was ihr davon haben wollt. Seid ihr fertig, geht ihr einfach weg. Das spart Zeit, ist übersichtlich ... aber so ungewohnt.

Ein äußerst gutes Spiel mit nervigen Macken und fragwürdigen Änderungen am Fallout-Franchise.Fazit lesen

Andere Änderungen sehen ähnlich aus. Definitiv Verbesserungen, aber genauso gewöhnungsbedürftig. Der stärkste Unterschied liegt wohl im "S.P.E.C.I.A.L.". Viel weniger Punkte als früher. Aber die Wertigkeit dieser verteilten Fähigkeiten hat sich auch stark verschoben. Eine Eins bedeutet nicht mehr nutzlos. Aber eine Zehn macht euch auch nicht zu einem gottgleichen Weltenwandler. Alles definiert sich über die Perks. Wirklich alles. Aber in diese Bereiche stoßen wir erst später vor. Dafür sind wir noch zu unerfahren und zu schlecht ausgerüstet.

Ebenfalls irritierend ist, dass man nun jede Art von Waffe verwenden kann und nicht mehr zwischen verschiedenen Typen wie kleine, große und Energiewaffen unterschieden wird. Wir müssen mehr sehen, mehr spielen, mehr entdecken. Und zwar jetzt!

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Perks, Perks, Perks.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #1.2

Es dauert natürlich nie lange, da fallen einem die ersten Mängel auf. Das alte Problem der Dialoge wiederholt sich auch in "Fallout 4". Sätze werden mittendrin abgebrochen, Figuren nehmen ihre Position im Gespräch drei mal hintereinander neu ein. Die Mundbewegungen, selbst mit englischer Sprachausgabe, sind weit ab von der Beschreibung "synchron". Weeeeit ab...

Das Werfen von Granaten ist auf dem Controller sehr hakelig. Der erste NPC, der mit mir reist, läuft drei Minuten gegen ein Auto und findet seine Wegroute nicht wieder. Das sind alte Bekannte von Problemen, die ich eigentlich nicht erneut begrüßen wollte. Das Spiel trägt den Charme von "Fallout 3" damit nicht nur auf der positiven Seite wie einen gut sitzenden Anzug. Es trägt auch voller Stolz die "Rollenspiel von Bethesda"-Goldkette.

Gleichzeitig wirkt die Welt so merkwürdig leer. Als hätten sich die Gegner alle bei wichtigen Punkten versammelt und dazwischen und auf den Hauptrouten befinden sich nur ein paar Insekten. Mehrere Minuten gar nichts. Dann blinkt plötzlich rechts eine Minen-Warnungen. Ich weiche nach links aus. Noch eine Warnung. Der tote Körper meines Charakters fliegt noch einige Meter, dann muss ich neu laden.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 124/1351/135
Möchten Sie mit uns über unseren Erlöser und Herrn sprechen? Dem Bunkerbewohner aus Vault 13!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wird Zeit, von den Hauptrouten abzulassen und die Nebenmissionen in Angriff zu nehmen. Werkstatt, Niederlassung, Wasserknappheit an diesen Orten und Rüstungen, die sich aus mehreren Einzelteilen zusammensetzen und verbessert/modifiziert werden können. Wir sind von Möglichkeiten erschlagen. Inhalte, wie beispielsweise Gegner, sind aber eher rar. Wir werden sehen, wo das hinführt...

Ha! Wir können immer noch Terminals verlassen und unseren Hackversuch neu starten, wenn uns die Versuche auszugehen drohen. Lasst das fröhliche Ratespiel erneut beginnen! Dafür fallen Gegnern die Köpfe bei kritischen Treffern immer noch ab, als hätte man sie mit einem Katana enthauptet. It's "Fallout 3" all over again. Jetzt kommt es darauf an, wie die neuen Inhalte sich in diese Welt einfügen und wie gut die alten Sachen wirklich waren. Denn sie sind offensichtlich immer noch da und wir wissen noch nicht, ob es uns gefällt, dass so viel wie im dritten Teil zu sein scheint, während so viel anderes so wenig mit Fallout an sich zu tun hat...

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Baue dies, baue das, mach mal hier und mach mal dort. ich habe auch noch ein Leben in der Apokalypse, verdammt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #2

Es sieht schon nett aus. Die grauen, deprimierenden Farben, die charismatische Musikuntermalung und die große Liebe zum Detail bauen das richtige Feeling auf. "Fallout 4" fühlt sich nach Endzeit an. So viel tot und so viel Traurigkeit in der Welt. Es ist ein melancholisches Fallout, das viel zu bieten hat. Orte, Charaktere, Entdeckungen und interessante Geheimnisse. Viele Nebenaufgaben und Möglichkeiten.

Die guten deutschen Synchronsprecher runden das Ganze schön ab, auch wenn es sehr verstörend sein kann, dass die Welt um euch herum in einem Gespräch normal weiterläuft. Dann explodiert ein Auto in einer kleinen Atomexplosion und mein Gesprächspartner zuckt nicht einmal mit der Wimper. Nicht, dass die Figuren nur so vor Mimik-Ausbrüchen strotzen würden, aber es macht die Situation nicht unbedingt besser.

Mein Hund hat gerade den Brustschutz einer Power-Rüstung gefunden, in den Mund genommen und zu mir getragen. Das ist äußerst praktisch, sah aber reichlich dämlich aus. Ein Kontrast, den die eben erwähnte, schön abgestimmte Welt sich auch mit den vielen Clipping-Fehlern und nachladenden Texturen teilt. "Fallout 4" ist in sich bezaubernd. Nach außen hin aber vor allem ein Spiel der Details und nicht der offensichtlichen Schönheit.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 124/1351/135
Nur auf dem PC kann es so schön aussehen. Und selbst dann ist "Fallout 4" eher ein Spiel der inneren Schönheit.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #2.1

Haben keine Zeit. Wir müssen Rüstungen und Waffen modifizieren und ebendiese Modifikationen herstellen und neue Einzelteile finden, um aus meinem Samuraischwert eine Elektro-Klinge zu machen. Ha! So viele Möglichkeiten, so wenig Zeit... Ach, wo wir gerade dabei sind. Vergesst in dieser Hinsicht "New Vegas". In "Fallout 4" haben die Waffen kein Haltbarkeitsdatum mehr und müssen dementsprechend nicht mehr repariert werden. Verschiedene Munition hat es auch nicht in den vierten Teil geschafft. Dafür Modifikationen. Sooo viele Modifikationen...

Die Sache mit der Reparatur bringt mich auf eine andere Sache zurück, die ich bereits kurz angerissen habe. Ich vermisse irgendwie die klassischen Fähigkeiten in Fallout. Reparatur. Kleine Waffen. Energiewaffen. Schleichen. Reden. Handeln. Die ganze Latte eben (Oh, nein. Nicht die ganze Latte!). Alles wird jetzt über eure S.P.E.C.I.A.L.-Werte ausgewürfelt und entschieden. Damit ging ein großer Teil des klassischen Fallouts flöten. Und es fühlt sich ... falsch an. Tut dem Spiel aber kaum merklich einen Abbruch und verdammt ... Modifikationen: Es dürfte wohl nichts mehr in dieser Welt geben, das wirklich einfach nur Schrott ist.

Bilderstrecke starten
(29 Bilder)

Das führt mich nebenbei zu einer anderen Beobachtung, die mit diesem hin und her an Pro und Contra einhergeht. Ich schaue mir die Rüstungen an und bin zwar erschlagen, weil es so unübersichtlich viele Teile und Möglicheiten gibt, aber gleichzeitig auch zutiefst erfreut, weil die Rüstungen weg von den perfekten Kleidungsstücken geführt wurden und hin zu den einzelnen Schrottteilen, die in bester Mad-Max-Manier zusammengeschustert wurden.

Und auf der Contra-Seite? Es ist schade, dass die perfekte Mischung aus 50er/60er-Jahre-Flair und bester Science-Fiction nun noch weiter verschoben wurde. Was es an Technologien in "Fallout 4" gibt, ist nicht mehr feierlich und entfernt sich erneut ein gutes Stück von den Ursprüngen. Ob das nun wirklich ein Punkt zum Meckern ist oder ob das nur uns stört, müsst ihr für euch selbst entscheiden. Aber diese Technologie ist nicht mehr die Zukuftsmusik, die man in der damaligen Zeit gespielt hat; das hier ist moderne Sci-Fi. Mit allem, was dazu gehört.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Na, Buddy?! Hast du nicht Lust, mir wieder zehn Minuten lang im Weg zu stehen? Hmm?!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #2.2

Letzter Eintrag für heute. Aber es gibt Dinge, die muss man auch um halb zwei in der Nacht noch gesagt haben. Und diese KI in dem Spiel... Da lebt man in einer Welt mit hochkomplexen Synths, Lasertechnologien und Wissenschaftlern, die in unserer Realität Albert Einstein mit Eselsohren in der Ecke stehen lassen würden, doch die Durchschnittsintelligenz der Bevölkerung liegt irgendwo bei Kartoffel. Wenn einer meiner Begleiter noch einmal über mehrere Sekunden gegen eine Häuserwand läuft, oder Raider an mir vorbeirennen, weil sie meinen, das Nichts hinter mir angreifen zu müssen, schieße ich wild mit meinem Fatboy um mich.

Und nein, Hund. Nein. Du bist keine Wand. Geh mir aus der Sonne, ich muss die Welt vor ihren zweiten Untergang bewahren. Nein! Nein, spring mir nicht vor die Rakete. Wir werden beide...

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #3

Habe vorhin das Funkgerät rausgeholt und mich mit anderen Vertretern meiner Spezies kurzgeschlossen. Für all jene unter euch, die es nicht mehr erwarten können, eine erste Meinung zu hören, so haben wir uns hier auf eine gemeinsame Aussage geeinigt: "Ein schönes Spiel. Weit weg vom absoluten Meisterwerk, das sich viele erhofft haben. Und leider auch ein paar Schritte mehr entfernt von dem, was einst 'Fallout' war.".

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 124/1351/135
Es ist noch Fallout und dann ist es das auch wieder nicht. Oder?!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Problem ist einfach, dass viel, das den Namen Fallout einst geprägt hatte, nun verschwunden ist. Und übrig bleibt ein Skyrim in einer apokalyptischen Zukunft, das sich dem Shooter mit großen Schritten nähert. Da hilft auch kein V.A.T.S.-System mehr.

Das Wegfallen der klassischen Fähigkeiten, dem Karma-System und der Tatsache, dass ich jede Waffe jederzeit nutzen kann, macht "Fallout 4" weniger zu einem Rollenspiel, als es das eigentlich sein sollte. Ein "Pen and paper" aus einer digitalen Welt wird zu einem AAA-Titel und läuft, entwurzelt und befreit, für viele in die falsche Richtung.

Das wird dadurch verstärkt, dass der Charakter sich nicht gut ausspielen lässt. Ihr müsst das nehmen, was ihr bekommt. Und das ist ein Vater, der seinen Sohn sucht. Oder seine Frau rächt. Der sarkastisch sein kann. Oder nett. Oder ein Pupskopf. Und das war es quasi auch schon. In einer Zeit, wo die Spieler vergessen haben, in ihre Welten einzutauchen und den Geist dieser Realität zu atmen und nur noch der nächsten Trophäe hinterherjagen, mag das zwar genug sein, um sich Rollenspiel zu nennen ist es aber vielleicht - nur vielleicht - einen Tick zu wenig. Vielleicht sogar einen Tack.

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #4

Was haben die Macher eigentlich geraucht? Und kann ich davon etwas abhaben? Nicht, dass ich den Konsum illegaler Ingredienzen hier fördern möchte, aber ich würde einige Storytwists in dem Spiel schon gerne verstehen können. Ich habe mich verbogen und auf den Kopf gestellt, aus tausend Blickwinkeln geglotzt und vierzig Stimmen zu mir sprechen lassen. Aber es will sich einfach keine Antwort finden lassen, wie beknackt hier manche Details in der Geschichte sind.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Hier seht ihr unser Hirn, nach einigen "Erklärungen" im Spiel zur Hauptstory.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Entweder haben wir noch nicht genug gesehen, gehört oder getan, um das volle Spektrum dessen zu verstehen, das uns hier vorgesetzt wird. Aber wenn wir es nicht besser wüssten - und das tun wir nicht - würde ich behaupten, soeben hat mir ein alter, kichernder Affe mit seinem Stock auf den Kopf gehauen und mir eine Lektion im Leben erteilt. Was geht da ab?

Ich will und werde hier nicht spoilern, aber sobald ihr die Erklärung für das vernehmt, was mit euch, eurem Sohn und eurer Frau und allen Leuten und Ereignissen drumherum zusammenhängt, werdet ihr erst einmal eure Gehirnwindungen rattern lassen müssen. Und wenn ihr uns dann erklären könnt, was zum verkaterten Raider-Abschaum da gerade für ein Mist gequatscht wurde, bekommt ihr von uns eine ganze Kekspackung.

"Fallout 4"-Tagebuch - Tag #4.1

Wenn Hater und Fanboys aufeinander treffen, ist eine Atombombe das Letzte, um das wir uns Sorgen machen müssen. Ja, wir haben gesagt, dass die Grafik in "Fallout 4", im Vergleich mit ganz gewissen anderen Titeln, eher wie Scheibenkleister aussieht. Und? Es sieht fies aus. Es ist keine Verbesserung zu irgendeinem entsprechenden Vergleichswert. Na und?! War "Fallout 3" das etwa? Oder "New Vegas"?

Der neue Teil hat seine Macken und Kanten, aber wenn euch negative Kritik daran stört ... was für eine Art Fan seid ihr eigentlich? Macht euch lieber Sorgen darum, dass das Franchise sich von dem entfernt, was diesen Titel überhaupt rechtfertigt, statt euch daran zu stören, was ihm grafisch eine schlechtere Note einbringt. Oder schlimmer noch: nicht, weil dem so ist, sondern nur, weil jemand wie ich sagt, das könnte man als Kritikpunkt geltend machen.

Fallout 4 - Testtagebuch, Update #4: Finale Wertung und Ödlandverbrechen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 124/1351/135
Sieht auf der Konsole schon ganz schön schimmelig aus. Na und?!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Jetzt mal Butter bei die Fische. "Fallout 4" ist kein visuelles Kunstwerk. Selbst nach vielen, vielen Stunden des Testens und der Komplettlösung, die geschrieben werden will, weil sich einige immer noch fragen: "Kann mich ein Wackelkopf besser machen?"; nach all dieser Zeit, haben wir immer noch Spaß mit diesem Titel. Aber wer eine objektive und eine subjektive Meinung nicht auseinander halten kann, der sollte vielleicht einfach kaufen, was ihm Spaß macht. Ja? Nein? Rotes Auto?

Dieses Spiel ist gut. Es ist super. Die Frage, die wir uns stellen, seit wir im Ödland unser Unwesen treiben, ist die: Warum, kann man noch immer kein Bethesda-RPG spielen, ohne sich auf massive technische Schwierigkeiten vorzubereiten? Und warum muss Fallout ein x-beliebiges Spiel werden, mit einem zwar fantastischen Setting, aber der Gewissheit, eigentlich nur etwas zu spielen, das einem Spaß macht und nicht etwas, das sich sein Recht auf eine Fortsetzung redlich verdient hat? Wir haben Alternativen. Und die töten Sequels. Liebt ihr dieses Franchise? Dann fragt euch lieber, was man besser machen kann und vor allem, was man besser machen sollte, statt einfach nur etwas zu loben, das als Persönlichkeits-Modifikator herhalten muss.