Falcon 4.0: Allied Force (PC-Test)
von Martin Schnelle

Wer hätte es gedacht - es gibt doch noch erstklassige moderne Kampfflugsimulationen. Im Prinzip ist »Allied Force« zwar nur ein aufgemotzter Mod zu einem PC-Oldie. Aber der hat es in sich und

Falcon 4.0: Allied Force - Anschnallen... abheben... abstürzen?

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Die Geschichte des Basisprogramms »Falcon 4.0« ist eine steinige. Ausgehende von einer ambitionierten, mit den bis heute besten dynamischen Kampagnen versehenen Flugsimulation, die unter unzähligen Bugs litt, haben Fans mittlerweile eine Menge Mods erstellt. Einer davon liegt nun als offizielles Kaufprodukt vor, nicht ohne dass die Entwickler deswegen von der Szene angefeindet wurden. Aber wir sind froh, dass es dieses Produkt als Boxversion gibt - nicht jeder mag einen Haufen von aufeinander aufbauenden Patches installieren und dann noch aufpassen, dass man beim Kopieren der neuen Dateien auch das richtige Verzeichnis erwischt.Neues Kampfgebiet
Der augenfälligste Unterschied ist der namensgebende Kosovokonflikt unter dem Operationsnamen »Allied Force«. Dafür haben die Designer den kompletten Kosovo inklusive Mittelmeerregion eingebaut. Somit liegen jetzt neben Korea zwei Einsatzszenarien vor.

Insgesamt können Sie drei Kampagnen auswählen zu je drei Zeitpunkten, nämlich 1995, 2005 und 2010. Diese beeinflussen die Arten von verfügbarem Kriegsgerät - so finden Sie etwa in der Zukunft auch Joint Strike Fighter, die heute noch nicht im Einsatz sind. Zu Beginn der Kampagne wählen Sie per Schieberegler einen Haufen

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Parameter, etwa ob Sie mehr Bonde- oder Lufteinsätze fliegen wollen. Allein auf diese Weise haben Sie schon die Möglichkeit, den folgenden Feldzug auf mannigfaltige Art zu beeinflussen.

In der Kampagne selbst suchen Sie sich vom Hauptquartier erstellte Einsätze aus. So dürfen Sie auch laufende Missionen verlassen und eine beliebige andere übernehmen. Alles, was Sie tun, hat Einfluss auf den weiteren Kriegsverlauf. Zerstören Sie eine Panzerkolonne am Boden, wird sie nie wieder auftauchen und dem Gegner womöglich an entscheidender Position fehlen. Vernichten Sie Treibstofflager und

Flugplätze, begegnen Ihnen fortan weniger Feindmaschinen in der Luft.

Noch mehr Spaß
Per Missionseditor erstellen Sie zudem eigene Aufträge, und wie in jeder guten Flugsimulation gibt es die »Instant Action«-Option, mit der Sie sich sofort ins Getümmel stürzen können. 30 Trainingsmissionen zeigen Ihnen, wie man mit den vielen wichtigen Systemen der F-16 umgeht (wenn Sie das denn wollen) oder auch, wie man in der Luft nachtankt. Der Realismus ist dabei frei einstellbar.

Knöpfe, Schalter und Regler
Wer nicht will, muss nicht - sehr einsteigerfreundlich, diese Regelung.

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Wer möchte, kann sogar das Kämpfen dem Autopiloten überlassen. Aber nur Zusehen ist ja langweilig. Auf Wunsch beschäftigen Sie sich mit allen vorstellbaren Radarmodi, und auch das Einstellen des Autopiloten ist nicht so einfach wie das Benutzen des Navigationsgerätes im Auto. Dafür ist das Cockpit voll beklickbar, im virtuellen Modus zeigen ebenfalls alle Anzeigen das Richtige an.

Um damit wirklich umgehen zu können, muss man sich schon intensiv mit dem Handbuch beschäftigen. Und zwar nicht mit dem Heftchen, dass der DVD-Hülle beiliegt, sondern mit dem kompletten Handbuch, das über 700 Seiten umfasst und nur als PDF-Datei beiliegt. Von »Falcon 4.0« gab es seinerzeit eine Special Edition, in der das Handbuch in Ringbuchform die Hülle darstellte. Das ist leider Vergangenheit.

Nicht viel zu sehen
Ein paar neue Effekte haben die Designer eingebaut, dazu beispielsweise volumetrische Wolken. Doch das alles täuscht nicht darüber hinweg, dass das Hauptprogramm schon sieben Jahre alt ist. Haufenweise Details fehlen, von der F-16 abgesehen sind viele Objekte sehr polygonarm, das Gelände besteht oft aus wenigen generisch zusammengesetzten Einzelteilen, alles in allem überaus enttäuschend.

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Evolution des Falken
»Allied Force« ist der bislang letzte Schritt eines langen Weges von Flugsimulationen. Den Anfang machte »Falcon« Ende der Achtziger, das für diverse Computer erschien wie den Atari ST und IBM PC - 1987 kam eine speziell an ATs angepasste Version heraus. Es vergingen einige Jahre, bis Entwickler Spectrum Holobyte 1991 »Falcon 3.0« herausbrachte, lange Zeit die definitive Flugsimulation. Zwei Jahre später kaufte Microprose das Softwarehaus, und der Release von »Falcon 4.0« verschob sich immer weiter. Technische Gründe

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wie das Erscheinen von Windows 95 und 3D-Beschleunigerkarten brachten die Entwicklung ins Hintertreffen, mittlerweile war soviel Geld investiert worden - Gerüchte sprechen von 10 Millionen Dollar - dass »Falcon 4.0« mit seinen zu erwartenden Stückzahlen nie einen Gewinn machen würde. Ende 1998 kam dann eine halbgare Version in die Geschäfte, die auch nach einigen Patches immer noch nicht richtig lief. Erst die »Falcon«-Community, aus der sich Lead Pursuit entwickelte, machte aus dem Spiel eine benutzbare Simulation.Der Weg in die Zukunft
Offensichtlich scheint es noch eine Zielgruppe zu geben, und der Weg des Falken wird noch nicht zu Ende sein. Bei entsprechenden Verkaufszahlen will Lead Pursuit auf Basis dieses Programms andere Maschinen in die Luft bekommen.

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Und auch an »Falcon 5.0« wird gearbeitet. So bleibt auch uns nur die Hoffnung auf einen kommerziellen Erfolg - in der Zwischenzeit ergötzen wir uns an dieser schönen Flugsimulation.Die F-16 Fighting Falcon

Die F-16 ist ein Produkt der Siebziger Jahre. Die US Air Force stellte fest, dass sie mit der F-15 ein allen anderen damaligen Maschinen überlegenes Kampfflugzeug verfügte.

Leider war es auch so ziemlich das Teuerste, also benötigte die USAF für ihre vielfältigen Aufgaben ein günstiges Flugzeug, dass diese nicht viel schlechter erledigen würde und außerdem auch noch Bodenziele bekämpfen können sollte - die F-15 »Strike Eagle« gab es da noch nicht.

Zwei Maschinen traten an unter den Bezeichnungen YF-16 und YF-17. Erstere gewann die Ausschreibung, aus der YF-17 sollte - nach etlichen Modifikationen - die heute ebenfalls sehr erfolgreiche F/A-18 »Hornet« werden.

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ abwechslungsreiche Einsätze + volldynamische Kampagnen + hoher (einstellbarer) Realismusgrad

Contra:
- grafisch übel - im hohen Realismusgrad komplizierte Bedienung - Handbuch (dringend nötig) nur als PDF-DateiDie F-16 Fighting Falcon

Die F-16 ist ein Produkt der Siebziger Jahre. Die US Air Force stellte fest, dass sie mit der F-15 ein allen anderen damaligen Maschinen überlegenes Kampfflugzeug verfügte.

Leider war es auch so ziemlich das Teuerste, also benötigte die USAF für ihre vielfältigen Aufgaben ein günstiges Flugzeug, dass diese nicht viel schlechter erledigen würde und außerdem auch noch Bodenziele bekämpfen können sollte - die F-15 »Strike Eagle« gab es da noch nicht.

Zwei Maschinen traten an unter den Bezeichnungen YF-16 und YF-17. Erstere gewann die Ausschreibung, aus der YF-17 sollte - nach etlichen Modifikationen - die heute ebenfalls sehr erfolgreiche F/A-18 »Hornet« werden.

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ abwechslungsreiche Einsätze + volldynamische Kampagnen + hoher (einstellbarer) Realismusgrad

Contra:
- grafisch übel - im hohen Realismusgrad komplizierte Bedienung - Handbuch (dringend nötig) nur als PDF-Datei